§8
Einleitung zur algemeiuen UZetchistone
§. io8-
Erschaffung Nachdem nun die Schöpfung so weit gekommen, und alle Dings, die dem Men-des menschenscheu dienlich seyn, oder seine Glückseligkeit befördern können, erschaffen worden; so ward der-überhaupt, jenige, der ein Herr solcher Geschöpfe seyn sollen, und um dessen willen solches alles gebildetworden, in die Welt eingefüret: indem er auf eine feierliche Art und unmittelbar von GOttselbst r) erschaffen worden, nach einer gleichsam angestelten Beratschlagung der heil. Drei-einigkeit da von jeder Person derselben mit Recht geglaubet wird, daß sie sich besondersbeschäftiget in der Hervorbringung desselben Geschöpfs, so das Bild GOttes tragen, und derUnsterblichkeit desselben einigermassen theilhaftig werden sollen (^).
§. 109.
Schöpfung Der erste Mensch ist demnach am sechsten Tage durch gökliche Kraft erschaffen wer»und wnbi-sl!^ den, nachdem die Thiere des Landes hervorgebracht gewesen. Sein Leib ist aus dem Stau«ftnderheit. be der Erden gebildet worden "), daher er den Namen Adam bekommen seine Se-
le
und auf solche Art mit der Körperivelt und dem sündhaften menschlichen Geschlecht beschäftiget zu haben -ft hält er davor, daß eben dieselbe götliche Person, dieinden folgenden Zeiten öfters erschienen und haust'gen Umgang aus Erden gehabt, aus dem Berge Sinai das Gesetz gegeben, die Würde und Anbetung, auchden eigentümlichen Namen des GOttes Israels angenommen, und endlich Mensch geworden, gestorben,auch »och bey dem Vater uns vertrit, ja am jüngsten Tage die Welt richten wird; wirklich und sichtbarin menschlicher Gestalt auf der Erde dagewesen, und sich eigentlich und warhaftig mit solcher Schöpfungder Welt, sonderlich aber mit der Bildung des Menschen beschäftiget, als welche ihm so oftein der heilige"Schrift zugeschrieben wird. Siebe desselben Tli-or/ p. M. «) , Mos >, -s. D«
meisten neuern Ausleger halten die alhier gebrauchte mehrere Zahl vor eine majestätische Art zureden, der-gleichen jetzo unter Königen und Fürsten üblich ist. Die jüdischen Lehrer sind der Meinung, daß diese Be-ratschlagung wirklich vorgegangen, und mit solchen englischen Wesen gehalten sey, die GOtt bey der Er-schaffung des Menschen gebrauchen wessen- Bey welcher Gelegenheit sie folgende Historie erzälcn: daß, alsMoses sein Buch auf götliche» Befel geschrieben, »nd ihm diese Worte eingegeben worden; derselbe eini-ge Schwierigkeit gemacht sie niederzuschreiben, und ausgerufen: D GVrr, wilst du denn die Mensche"in Ircum verketten, und ihnen gegen die Lehre von deiner Einheit Zweifel beibringen? Woraufaber GOtt geantwortet- Ich beseledir, es zu schreiben, wil jemand irren, den las irren Siehtkeresklr Usirbü. philo der I»de schreibet, daß die wahre Ursache von diesem Ausdruck nur GOtt alleinbekant sey. Doch mutmasset er, daß, weil der Mensch allein unter allen Geschöpfen beides zur Tugend undLaster aufgelegt gewesen, so sey die Erschaffung eines solchen gemischten Wesens GOtt theils anständig,theils unanständig gewesen; daher er sich zu dem Ende hiermit einigen Gehülfen besprochen, damit das-jenige, was in den Handlungen und dem Willen der Menschen untodelhastes anzutreffen,GOtt zugeschriebenwerde, das Gegentheil über diesen geringern wirkendenWeien ü-lnnnäi vplüclo p. > 5. lg. «s), Mos») Adamah bedeutet in der hebräische» Spräche, Erde; oder noch eigentlicher, ivie von einige»vorgegeben wird, eine rote Erde oder Thon, von dem Stamwort sin ror seyn. Ludolph leitet es vo"dem äthiopische» Wort Adama her, liebreich, angeitem seyn; welches Beiwort der Erde ertheilet wor-den, ihrer Anmut wegen; dem Menschen aber, seiner Schönheit halber. Es ist aber wohl zu merken, daß das
Wort
ihnen, als Werke der Kunst und Vernunft, absprechenwürden, wenn uns nicht der Augenschein zurückhiel-te; ja im Menschen selbst viel vorgehe von eigenenVeränderungen, ohne vorläufige Ueberlegung undEinsicht der Möglichkeit derselben, ja selbst ohne Be-wustseyn. Der dritte aber beweiset blos den alge-rneinen Zusammenhang der Geschöpfe, nach welchemin den vorhergehenden einzeln Stücken jeder Art le-bendiger Dinge Anlagen zu den nächstfolgenden sind:ohne daß daraus eine notwendige Gegenwart allersolcher wirklichen Anlagen in dem ersten Stücke je-dcrArtfolge.
(84 B. Von dieser gotischen BeratschlagungkanIol) 2 lnök. Mgnzens auiina inkercosegualesäeprimvtrominecvnäcnäo äeühcrstic» tzen. ,,rS;
ssäsp Haschers ecmiillum l)ei circa bomlniscrea-
tionem ex 6eii. i, 2,6, und Geb Schmids äe sntt-czmluma 6(ie mokaica circa inyikerium trinikatb
verglichen werdet«. XVhi'ffons in der Anmerkunggemeldete Meinung ist aus dem nachher völlig auS-gebrochenen arrianisckenLehrbegrif desselben sehr be-greiflich. Ohne welcher Zrtümer Theilnemung dftbesondern Verrichtungen einer gütlichen Person >"den äusser» OffenbarungS- und ZueignungshandluN-gen, nicht dergestalt übertrieben werden müssen, daßeine Ausschliessung der übrigen, oder eine Ungleich-heit der wesentlichen Eigenschaften und Borzüge i"den gütlichen Personen daraus folge und dabey un-vermeidlich sey-