dritter Abschritt. 9-
tt aber ihm unmittelbar von seinem Schöpfer ertheilet worden; in welchem vortreflkchern undunsterblichen Theil des menschlichen Wesens vornemlich das götliche Ebenbild bestanden,oder die Aenlichkeit mit GOtt, in welcher er erschaffen worden -) (^^). Das Weib ist auchan eben demseibigen Tage s) aus der Seite des Mannes gebildet worden, der zu demj Ende in einen tiefen Schlaf verfallen '). Ein solcher Ursprung ist ohne Zweifel erwälet' worden, eine desto genauere Liebe und Vereinigung zwischen ihnen zu stiften: wie denn auchdie Seite der bequemste Theil gewesen, dieselbe Gleichheit mit dem Mau anzuzeigen, wo-! ju das Weib bestirnt worden; dahingegen wenn sie vom Haupte genommen wordensolches einige ihr bestirnte Oberherschaft bezeichnen können, oder wenn solches aus dem Un-krleibe geschehen "), das Gegentheil. Aus den Worten, die Adam bey dem erstenj Anblick des Weibes ausgesprochen: Das ist doch Bein von meinen Beinen, und> Fleisch von meinem Fleisch, erhellet, daß er gar wohl gewust, woraus sie erschaffen wor-den; es sey nun daß er von der vorgegangenen Handlung einige Empfindung gehabt, oderdaß ihm solches auf andere Art offenbaret worden, wie vermutlich in einem Gesicht gesche-hen, wärenden Schlafs desselben. Eitrige T^alsbinen geben vor, daß GOtt ausser derEva noch ein anderes Weib aus der Erde gebildet, die Lilirh geheißen, von welcher diet Juden manche Historien erzälen (^).
H. no.
^ Daß das erste Par Menschen in völliger Reife des Wachstums und der Volstandrg- DerRabbi-
keit erschaffen worden, und des völligen Gebrauchs aller ihrer natürlichen Kräfte und Der- vorgeben.mögen gleich unmittelbar fähig gewesen, ist wol ausser Streit; auch nicht zu zweifeln, daßschönheit m,dsie beide in der grösten Volkommenheit des Leibes und der Sele aus den Händen ihres verstand desSchöpstrZ gekommen *). Indessen müssen wir daraus nicht so ausschweifende Meinungenherleiten, als von manchen vorgegeben worden. So sagen die Talmudisten: daß Adam,als er erschaffen worden, von einem Ende der Erden bis an das andere gereichet Habs; nach-dem er aber gesündiget, GOtt seine Lange bis auf hundert Elm vermindert habe -).
N 2 Wie-
Wort Adam mehr ein asgemeiner als eigentümlicher Name sey, auch sogar beiderley Geschlecht unter sichbegreife- Nach einigen persischen Magiern, nicht den rechtgläubigen unter ihnen, sol der erste MenschMisha, das erste Weib aber Miehana gcheissen haben. Siebe tNltor. r->ig vcc keriarum w.-II Mos. I, -<>. -7- 5,1. -l idici. I,27. »') Das hebräische Wort, welches zwar in der genausten
Bedeutung eineRibbehcist, kau auch durch Seite übersetzt werden, wie allezeit von den 70 Dolmetscherngeschiehet- -) I Mos. r, ri. ,, Welches einige vorgegeben Siehe - 5 . /V brsxL k!u >rs-
lor cbrvnolog. rom. I. p. Z5- ») Einige Rabbineii habe» die iächerlich;Einbi!duug gehabt, daß GOtt
im Anfang den Adam mit einem Schwanz erschaffe» habe; weil er aber gefunden, daß solches die übrigeSchönheit seines Werks vermindere, fv habe er beschlossen, denselben ihm wieder abzmicmen Hernachaber habe er denselben zur Materie gebraucht, woraus er das erste Weib gebildet- Siehe L-.-s/sr»/ m-biwck. N^vbin. rvm. I. p, 6y. -P) Siehe 8. vd'l Niprs. kiü. karrlsrcdsruin kam, I.
p. 112 . -v) 7H luäiicuL 6e niuncii v^ivciu ?Z>- z>) 2"«/m»<eill i>dco Lunketirin.
(8;. B ) Wenn das Ebenbild GQttes in so wei-ter Bedeutung genommen wird, daß alle Aenlichkeit*v>t GOtt überhaupt dahin gehöre; welche Bedeu-tung in der Schrift nicht ungegründet zu sn-n, son-sstn,Mos.s,6. Iac.z,rv. vorzukommen scheinet:s^istallerdings die vernünftig freie Beschaffenheit derAnschlichen Sele, und derselben Vorzug vor denMeren, das vornemste Hauptstück desselben. WennMurch aber die geistliche Uebereinstimmung mit den^Mschaften GOttes, oder die ursprüngliche Weis-et, Heiligkeit und Gerechtigkeit verstanden wird,v dem Menschen Erschaffen, und durch den Sün-
benfal verloren worden: so kan diese wesentliche Be-schaffenheit der menschlichen Sele nicht als ein ei-gentliches Stuck desselben, noch weniger aber als dasvornemste angesehen werden. Folglich mus der Ge-brauch der erstem Bedeutung und die darauf beru-hende Redensarten nicht ausschliessungsweise ge-nommen werden, oder zur Bestreitung der letzter»gereichen.
<86. B.) Von dieser Lilitki ist eine zolreicheSamlmiglüdiscker Fabeln in Joh. Anvo. Eisen-mcngers entdecktem Judentum Th- r c, 8 pag.415-42.0. 424. 426 anzutreffen.