1OO Einleitung zur algemeinen Welthistorie
Wiewol andere vorgeben, daß solches aufAnsuchung der Enget geschehen sey, als welche vorder rkesenmäßigen Grösse Adams erschrocken, dabey ihn GOtt doch neun hundert Elen groSgelassen «); welches eben nicht viel zuviel gewesen, wenn er durch das Meer durchgewadekauf unser vestes Land, nach seiner Vertreibung aus dem Paradies »), so davon, wie sich ei-nige einbilden, durch das Weltmeer unterschieden gewesen. Die Mohammedaner habengleichfals eine Ueberlieferung ihres Propheten, daß Adam so gros als ein hoher Palm-baumgewesen ö); welches aber zuviel seyn würde, wann man nach derVerhältnis urthei-len solte gegen dem vorgegebenen Fustapfen desselben, der auf der Spitze eines Berges in derJnsul Ceylon gezeiget wird, den man daher pico de Adam genant, welcher etwas überzwey Spannen lang ist; hingegen zu wenig, wann Eva von so ungeheuriger Grösse soltegewesen seyn, daß man vorgiebet, wenn ihr Haupt auf einem Hügel dichte bey Mecca gele-gen, ihre Knie auf zwey andern Hügeln geruhet, die zween Flintenschüsse davon entfernet sind ").
Die Schönheit der Eva sol so außerordentlich gewesen seyn, daß der Fürst der Engelsich in dieselbe verliebet; so seinen Fal veranlasset habe ^). Adams Gestalt aber eben soreizend vorzustellen, haben einige die Einbildung gehabt, daß sich GOtt, als er ihn gebil-det, in einen menschlichen Leib von unvergleichlicher Schönheit eingekleidet, und nach sol-chem Muster Adams Körper gebildet; welche Erscheinung das erste Vorspiel der Mensch-werdung gewesen seyn sol -): ja daß, so noch wunderbarer ist, Adam die ganze Zeit überzugesehen, wie sein Schöpfer in so lieblicher Gestalt alle seine Gliedmassen gebildet ^).
Die innere Fähigkeiten des ersten Menschen sind nicht weniger herausgestrichen wor-den , als seine Grösse und Schönheit. Einige Rabbinen r) haben sich damit begnüget,ihn mit Most und Galomon zu vergleichen; andere haben ihn vor einen volkommenettMeister in allen Künsten und Wissenschaften ausgegeben, der am ersten Tage seiner Schö-pfung mehr gewust, als irgend jemand durch die Erfarung eines noch so langen Lebens erler-nen kan ü); ja der sogar die Engel an Erkentnis übertreffen'): dabey sie alles allegorischerklären, was von seiner Grösse vorgegeben wird, die von einem Ende der Welt bis zuMandern gereichet, und solches auf den weiten Umfang seiner Erkentnis deuten *) (^).
§. in«
-) Siehe L-r-Vs/occ» bibNork. Uakblnic. vol. I. p. 65 66. a) L^5,/>La 'in -r, 6- Vzra-Ul'o c. ,4. j) N,-cvmmenr, in Ooranurn. -itö-reo»-/ Vr-^3§e5 gart. I g. Z72. ./) vbi lngra Z22.
inLormopoeia agull 8al>an. -tnnal. r. 1. p. 1O0. /'> Oie lateinischen Worte heilten hicvon
all»! 6»m üngerenir bom», »NLNUS illm cliumas Lihexik» ambrvuosgue vultar illor, guIcberriML drr biacvrgue luuin ünxearir, s>nxui»5Pie artur gucentia. loein ibxjem. xi /?,'»-»> seipen 5 ieguUvr p ;O.
6 ) vd> suprs si. 10/. HZ. -) Dickes zu bewenen berufen sie sich auf ein vorgegebenes ZeugnisGOitcs selbst, wovon sie malen: daß, da die Engel verächtlich von den Menschen gesprochen, als GOtt ü-derdess-lben Erschaffungmitihnengeratlchlaget; so habe ihnen GOtt geantwortet, daß der Mensch wei-ser sey als sie. Um sie nun davon zu übcrfuren, habe er ihnen alle Arten von Thieren barg stellet, und sieum derselben Nam-n befraget; da sie dieselben nun nicht gewust, habe ereben die Frage dem Menschen vor-geleget, der sie nacheinander hcrgenennet, auch als er nach seinem eigenen und GDrres Namen gefragctworden, ganz richtig «--antwortet, und GOtt den Namen Iehovah gegeben. i'erg. t-<wa 56.Diese Historie ist vom Muhammed seinem Roran einverleibet worden cax. -. v. zv. in«.
vdi s»prs p. 4^.
(87-B.) Die alhier aus dem Galiano angefür-ten Worte Aug Sleuchj Eugubini stehen in seinerLosmopoeio p. loz.alwo derselbe vermeinet, es seydie Schöpfung des Menschen eigentlich von demSohn GOktes verrichtet worden, der dabey einenmenschlichen Leib, in der Gestalt, die er künftig nachder Menschwerdung haben sollen, angenommen ha-be, nach welchem der Leib Adams gebildet worden.
Wovon die Meinung Joh. XVr'lh. pererstns nochunterschieden ist, die er sonderlich in dem Geheim-nis des Erstgebornen aller Lreaturen, von derhimlischen Menschheit Christi vorgetragen; ob siegleich darin mit derselben übereinkomt, daß der LeibAdams nach dem Bilde des Gvttmenschen zuberei-tet worden: wogegen Gebhardi äilp. cic coelen»iunusilitLte.undFisthIins m>-lleriuru prlmvgcnitt
ownlr