Band 
Erster Theil.
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107
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dritter Abschm't. 107

und mit mancherley Gattungen von Thieren bevölkert worden; ja wie endlich zuletzt derMensch auf dieselbe gekommen, dem sie eigentlich bestimmet gewesen, und dem ihr Schöpferdie Herschaft über dieselbe ausdrücklich übergeben.

Ob aber alle diese Dinge wirklich in einer Zeit von sechs Tagen vorgegangen, ist nichtausser Streit gewesen. Indem einige, wie bereits oben angezeiget worden, vermeinet ha-ben, daß diese Zeit vor ein solch Werk viel zu kurz sey ; andere aber dieselbe vor gar zu langgehalten ö), und vorgegeben, die Welt sey in einem Augenblick Hervorgebracht worden,^osts aber habe solches auf sechs Tage erweitert, der Einbildung des gemeinen Mannesdesto besser zu Hülfe zu kommen, damit alles in einiger Ordnung entstanden zu seyn scheinen,aller Schein einer Uebereilung aber vermieden werden möchte. Wir können aber keine Ur-sach absehen, von dem buchstäblichen Verstände der Worte Mssis abzugehen; indem dieSchöpfung, die er beschreibet, nicht die Hervorbringung der ersten Materie aus nichts ge-wesen , welche ohne Zweifel durch den blossen Willen GOttes auf einmal geschehen, sonderndie Bildung einer einigen Welk oder SonnengebäudeS aus einer bereits erschaffenen Ma,-terie i) (^).

§. r-9.

Auch ist darüber gestritten worden: Zu welcher Jahreszeit die Welt erschaffen wor-Jahreszeit dnden; welches notwendig von dem Ort verstanden werden muö, wo Adam erschaffen wor-l^pluttg.den. Denn sonst haben in verschiedenen Welttheilen alle Jahreszeiten zugleich stat findenmüssen. Einige haben die Zeit, wenn Tag und Nacht gleich sind, im Frülinge, davor amgenoimnen, andere aber im Herbst; welche letztere Meinung den meisten Beifal gefunden,und mdurch bestätiget zu werden scheinet'"), daß vor Alters das Jahr mit dieser Zeit an-gefangen worden "). Welches zwar hernach durch Mostn verändert worden, da er ver-ordnet, daß das Kirchenjahr vom Frülings Aequinoctio im Monat Nistn angehen sol-le"); indessen haben die Juden in bürgerlichen Händeln die alte Rechnung desselben vomMonat Tisti an beibehalten (^).

§. 120 .

Nach dem Ort, wo Adam erschaffen worden, hat man ebenfals gefraget. Da es Ort der schö-ben» eine alte Ueberlieferung giebt, daß solches in Syrien geschehen seyn sol, und zwar um pfung Adams-dieselbe Gegend, wo jetzo Damast»s stehet r>). Andere geben vor, daß solches in Arme,

Nien geschehen s). Allein, aller warscheinlichen Mutmaßung nach muS solches wol in oder

O s nahe

4 ) Siebe /t'/L »/?'»«?», lu-Igevm. l.e 6ran<I II, kilwria lacr». /) Arclurol. lab.;. pgA. zir.

7») Siehe 7 -c. c, >/>-//-cibseru. in Geriet, 1,14.9. ;8z. ») S. 2 Mos «z, >6 Z4,22. 0) 2 Mos. 12, 2.

9) r luüor. kürriarek. r. 1.9.84. 4) commcnr. in Lsneün.

(yz. B.) Daß verschiedene Kirchenvater die Mei- die meisten Zeitrechnungen eins für den Anfang dernung angenommen, die ganze Schöpfung sey auf Weltannemen, haben verschiedene den längsten Tagrinnial geschehen, Most» Bericht aber von einer oder das Sommersölstitium davor gehalten, alsBesichtung und Musterung der Geschöpfe in sechs Ger. Mercaeor und Joh. Repler, so auch HerrTage» zu verstehen; ist aus unrichtiger Uebersehnng Alph. des Vignoles vor die warscheinlichste Mei-Und Misdeutung der Stelle Sir. > 8, i hergerüret, nung hält in der Chronologie cle I'Iiitt. fsinte I. r^lwo doch nichts weiter gesagt wird, als daß GOtt §- i p.», alwo auch Uv. c. , , p. ;6a fg. die

ülles ohne Ausname, eins wie das andere erschaf- Meinung von dem durch Mostn eingefürten Unter-en. schiede des bürgerlichen und Kirchenjahres geprüft

(s§. B ) Ausser den beiden Aeqnitioctir's, davon wird.