Band 
Erster Theil.
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109
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dritter Abschnitt 129

i ben (^). Ja die Wirklichkeit solcher unsichtbaren Wesen ist durchgängig von den altent Herden erkant worden, ob gleich unter verschiedenen Namen; da sie von den GriechenDamcmes, von den Römern aber Genii und Lares genant worden »). Epicurusscheinet unter den alten Weltweisen der einige gewesen zu seyn, der dieselben schlechterdingsverworfen "). Ja der Glaube solcher Mittelgeister, so in die Welthändel einen EinstuSI ^chen, und Diener oder Boten zwischen GOtt und Menschen abgeben, erstreckt sich in der

f That so weit als der Glaube einer Gotheit selbst, indem dieselben, unsers Wissens, niemals

, von jemand in Zweifel gezogen worden, so nur einige Religion gehabt.

§- 12z.

Wenn wir aber auch keine solche Offenbarung und Ueberlieferung von Zeugnissen hät- Bestätigungso scheint es doch sehr vernünftig zu seyn, solche mitlere Wesen anzunemen, um dadurch die WA '! "'cke und Kluft auszufüllen, die sich sonst in der Natur befinden würde. Denn wie es un-ter den auf der Erde befindlichen Geschöpfen solche Stufen giebet, daß einige blos daseyn,als Erde, Lust und Wasser; andere ausser dem ein Leben haben, als Pflanzen; andere überV>S Empfindung und Vorstellung, als unvernünftige Thiere; noch andere endlich ausserdem auch Gedanken und Vernunft haben, als Menschen; wie wir sehen, daß der äussereTheil unsers Wesens in andern Dingen ausser und neben uns dasey: so ist es höchst warschein-> sich, daß unser innerer, edlerer und verständige Theil auch in andern Wesen dasey, die

O z uns

«) Eicht cks plsclrlr kkilslopkorum l-lb, k, c. 8. lind lÄ-'-'o», spuck äuxust. cke clultsts Oelbib. 7.

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(97. B.) Der Zweifel, ob die Sadducäer unterae» Juden die Wirklichkeit der Engel geleugnet, be.tuyet theils auf der hier angefürten Unbegreiflichkeit,solche Jrtum mit der Annemung der götlichenSchriften, wenigstens der Bücher Most«, bestehenwnnen; theils aufdem Stilschweigen Joseph,', auchMr übrigen Stellen des Neuen Testaments: und!!jvon manchen so weit getrieben worden, daß sie die-worteLucä Apost rz, 8 , »och Engel, eines neu-^ Zusatzes verdächtig gehalten, zumal da gleich drauf^het: die Pharisäer aber bekennen beides; auch^ S die Möglichkeit der Rede eines Geistes oder En-8 eis der ganzen Versamlung als etwas unstreitiges,?kgeleget wird; ja die neuern Juden die SaSdu-cher von solchem Jrtum freisprechen. Allein, es hatMer Jrtum gar wol bey Annemung der BücherTssosit,, ja aller gütlichen Schriften des alten Testa-ments, die sie mit den übrigen Juden gemein gehabt,?^wvl stat finden können, wenn sie die darin gemel-kten Engel,einiger Meinung nach,vor Eigenschaften,Mste und Wirkungen anderer Wesen, ja GOttes'dW, gehalten, und nur die Persönlichkeit derselbenerworft»; oder warscheinlicher, und ihrem Lehrbe-Usvon menschlichen Selen gemäßer, vor Geschöpfe^Otteß, von kurzer Dauer, zu besondern ausseror-« Wichen Verichtungen angesehen, folglich ihre be-' andige Fortdauer geleugnet. Das StilschweigenMna-^bs aber rüret daher, daß dieser Jrtum eine0",, Folge ihres Hauptirtums von geleugneter Ver-^ 'kvng nach dem Tode und Unsterblichkeit der Se-

len gewesen, in welchen sie nur zur Ablenung eines-ihnen sonst unbeantwortlichen Einwurfs, von denEngeln hergenommen, verfallen; kan wenigstens ei-nem so deutlichen und ausdrücklichen Z eugnis nichtentgegen gesetzt werden: welches noch weniger mitdem Stilschweigen der übrigen Schriftstellen von denSadducäern geschehen kan, weil derselben Endzweckniemals ein volständiges Verzeichnis aller ihrer Jr-tümer und Folgen derselben erfordert. In LucäWorten ist der Ausdruck beides gebraucht worden,weil die Verwerfung der Engel und Geister, als än-licher Dinge, zusammen genommen und für eins ge-rechnet werden. Die Worte der Schriftgelerten a-ber, so gleich drauf folgen, sind nicht nur von denPharisäern ausgesprochen worden, haben folglichauch nach ihrem Lehrbegrifgemeint seyn können, wieder Erfolg anzuzeigen scheint; sondern wiederspre-chen auch sogar dem Lehrbegrif der Sadducäevnicht eigentlich, weil sie dergleichen Erscheinung vonEngeln zugegeben. Der neuern Juden Absicht,Luca Erzälung verdächtig zu machen, mus ihre Auf-sage in Verdacht setzen, die ohne dis bey Ermang-lung älterer Zeugnisse unerheblich ist. Siehe Hrn.Pros. Jac. t!)de comm. äe angellb leäl. Lc. I §. l - -p Los. rro. alwo auch c. r, z die Bestätigung derWirklichkeit der Engel aus der Vernunft und heid-nischen Zeugnissen, abgehandelt wird, so wie in derganzen ersten Section eine weitläufige Untersu-chung und Erleuterung der Benennungen derselbenvorkomt.