dritter Abschnitt M
Frage, darüber von langen Zeiten her gestritten worden. Nicht nur die alten Weltweisen,sondern auch einige unter den christlichen Kirchenvätern ^), sind der Meinung gewesen,daß die Engel mit ätherischen oder feurigen Leibern bekleidet seyn, von eben der Art, alswir einmal bekommen sollen, wenn wir ihnen gleich seyn werden. Doch die gemeinereMeinung, sonderlich der neuern Zeiten, ist, daß sie blos geistliche Substanzen sind, obsie gleich auf eine Zeitlang Leiber annemen, und in menschlicher oder andern Gestalt erschei-pen können c) (S^,
Daß die englischen Kräfte und Fähigkeiten die menschlichen auf eine erstaunliche Wettübersteigen, kan nicht geleugnet werden; wenn wir sonderlich erwegen, daß ihre Kräfte*"cht gehindert und aufgehalten werden, als die unsern, durch einige Unvolkommenheit, der-Aleichen von körperlichen Wesen unzertrenlich sind; so daß ihr Verstand jederzeit in vottkommener Munterkeit; ihre Neigungen in der schönsten Ordnung; ihre Bewegungen starkUnd geschwind, auch ihre Wirkungen keines Widerstandes von materialischen Körpern sä»v>g sind, deren natürliche Eigenschaften dieselbe vielmehr leicht gewar werden und zu ihrenAbsichten gebrauchen, auch daher Vortheil oder Schaden in der Körperwelt verursachen,einzeln Menschen und ganzen Geselschasten. Wovon die Exempel zu zalreich sind, angefürki« werden.
§. 126.
Ausser dem Dienst, den die Engel GOtk leisten, auch der Erwartung und Volbrkn-Antheil berCn-gung seiner Befele, vermeinet man, daß sie auch mit Besorgung der Menschen und »h«r A «« mcnsch-Angelegenheiten beschäftiget seyn. Ja, daß ein jeglicher Mensch einen solchen Schutzengel,sogar von seiner Geburt an, habe, ist unter den Juden stark geglaubet und durch mündli-che Ueberlieferung fortgepflanzt worden ; und unser Heiland selbst scheint dieser Meinungzugethan gewesen zu seyn H. Die «Heiden haben eben dieses geglaubet *), und es deswegenfür eine Sünde gehalten, die Erinnerungen eines so götlichen Fürers beiseit zu setzen tt).bocrates betanke öffentlich, daß er unter der Regierung eines solchen Engels oder Geistesstehe; wie verschiedene andere nach ihm gleichfals gethan haben §). Von djesem Schutz-engel
^ 8. S4/W», 5 . Mlk> mglelchen 3puä ZIxtnm 8 enen 5 . lib. 5. snnok. 8. />Äg con.
cN. I0lcen. sU. 5. e) /Vtore ^cuockiin ^:nc. 2 c. 49. ^t twattl). 18, IO.
«) Siehe in Lpia-ruin. /) Siehe tVl. M-Uikgc. l.il> 2. g. >5. l.ik. 5, § 19.
Lnnegci. z. t>ib. 4. /.I,,,/,,,, ix, vikrl 2 cnvnis p. 418. F) Sonderlich plsrinns, hebelt
Schutzgeist auf die Beschwörung eines egyptischen Priesters in dem Tempel der Isis zu Rom in Gegen-wart
y (ss. B.) Die Kirchenväter, so den Engeln za,Mer beigelegt haben, sind in Petavü «logtom. z äe snA. lid. i csp. L weitläufig 1Unrt, ingleichen in -«öenr. Norisii vinciie. /iux"N. csp. 4 , und Job- Dallai tle vgl pLki-1
k/^8 sg. In den neuern Zeiten hat sie Liim hltem. Intel!, csp. 4/eLt. Z §. ,6-N°l aus Zeugnissen des christlichen und heidAltertums, ja der heiligen Schrift selbst, als r'Mdenen andern Gründe» behauptet; wogegen!
Abc Mosheim in den beigefügten AnmMeu verschiedenes erinnert. Gleichen Denn^wvl andere Art, hat Ioh. Christ. Loersi
in be-Rveitkäusigen äilldrt. äe snAekorum eorpori-bns gefürek, den Herr Ode coinnient. cle snZelis5eLt. z cs>>. l §. 24 5g. wiederlegt, alwo mich imvorhergehenden anderer Zeugnisse und Gründe vor-gestellet worden. Nachdem Leibnitz eben dieseMeinung aus andern philosophischen Gründenangenommen, hat dieselbe häufigen Belfak gesun-den. Die Beweise derselben find in Hrn. Lanzen»»nrispruä. ciuitstis Oei pnblics §. Lgo »n. -84-r 886 - ?S9 lg^ ingleichen g. 9 Z; s 5g. anzutreffen,womit die unter Hrn. Alex. Gottk. Baumgartr»gehaltene lii5put. äs existent»» cvrxvrum snzcliev.-»uui zu vergleichen ist.