Band 
Erster Theil.
Seite
113
JPEG-Download
 

dritter Abschritt. M

§. 127.

Gleichwie die Anzal dieser himlischen Geister sehr groö ist ?), so ist es auch sehr ver- dAmNüustig zu glauben, daß es Ordnungen und Stufen unter ihnen gebe; welches die heilige Schriftauch bestätiget. Daher einige tiefsinnige Leute dieselben in neun Ordnungen abgetheilet, nachden verschiedenen Namen , die sie von denselben in der heiligen Schrift angetroffen. Wel-che neun Ordnungen sie in drey so genante Hierarchien abgetheilet. Zu der ersten gehö.ren die Seraphim, Cherubim und Thronen; zur andern, die Herschafften, Mäch-te und Rrafce; zur dritten, die Fürstentümer, Erzengel und Engel. Ja, sie ha-

ben sich ftmer eingebildet, daß sich einige derselben beständig im Himmel aufhalten, dreandern aber dienstbar seyn, und bey Gelegenheit auSgefandt werden, die BeseleGOtteö aus-zurichten, welche ihnen vermittelst der erster» ertheilet werden. Die Juden zälen nicht mehrals vier Ordnungen oder Geffelffchaften der Engel -), deren jede einen Erzengel zum O-behaupt habe. Das Oberhaupt der ersten Ordnung sey Michael; der andern, Ga-der dritten, Urrcl; der vierten endlich, Aaphael. Ab nun wvl die^uHen nurbier solcher Ordnungen angeben; so scheinen doch derselben sieben zu seyn *)» Die ff)er>ser haben gleichfalö vermeinet, daß es unter den Engeln verschiedene einander unterwor-fene Stufen gebe ') (^).

§. !2g.

Obgleich die Engel insgesamt ursprünglich volkommen gut und dem Willen ih- Vondemfalres HErcn gehorsam erschaffen worden; so haben doch einige von ihnen gesündiget e) der Engel,und ihren anfänglichen Zustand nicht behalten"), sondern ihre Wonung verlassen: wo-durch sie aus den seligsten und herlichsten Geschöpfen die allergeringsten und elendestengeworden. Sie sind aus den Gegenden des Lichtes verstoßen und in die Hölle ver-warfen worden, mit unauflöslichen Ketten der Finsternis gebunden, bis zum Tage desGerichts verwaret zu werden. Mit dem Verlust des Himmels haben sie auch ihrenhimlischen Sin verloren, der sich anfänglich vergnüget Gutes zu thun und GOtt zu lo-ben, und sind in einen befestigten Grim gegen denselben und Bosheit gegen die Meir-ichen verfallen. Ihren innern Frieden haben sie verscherzt, alles Verlangen Gutesiu thu,, ,'fl bey ihnen verschwunden, und an dessen stat haben sich rachgierige GedankenUnd Verzweifelung derselben bemächtiget, und in ihnen selbst eine immerwärende Hölle ver-flachet.

§. rsz.

?) Dffenb. 5 , II, O klare ^euockim pari. 2. cup! l0. Wffellb. 4, 5. z, r,

Lob. lr, ls. äe relixion- ver. ?ert, crp, >2. er 10. ,> 2 perr r, 4.

») I»d. v. 6.

»(' 01 . B?> Die alhier angefürte Eintheilung der sowol der morgenländischen als abmdlänbischen^Ugel in neun Gattungen und drey Hauptarten, Kirche, angenommen und weit ausgebreitet wodden.

den Schriften des »mächten Dwnysn 2lreo- Zn Herrn Gdc ccunm. äe snZeiis handelt le«A. 7rp3Ua äe coeleU. kierzr^ki-, cap. 6 z»»erst vorge- äe oräine snZelorum.

^3e>», und hernach von den scholastischen Lehrern,

A.W.H.i Theil P