24 Einleitung zur algemeinen Welthistorie !
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§. 129.
Zeit und ur- Wann und durch was vor Verbrechen diese abtrünnige Geister vorn Himmel ge-fach Ihres fals. fallen und sich in solchen Abgrund der Bosheit und des Jammers gestürzt, sind Fragen,die schwerlich, wo nicht gar unmöglich, durch klare Aussprüche der Schrift ausgemacht wer-'den können. Was die Zeit anlanget, so ist am vernünftigsten zu glauben, daß ihr Falbereits vor der Erschaffung der Welt geschehen sey (^); obwol einige vermeinet haben, .daß solches erst nachher vorgegangen, und daß Fleischeslust, oder eine Lüsternheit mit denWeibern auf dem Erdboden zu thun zu haben, die Sünde gewesen sey, so sie gestürztwelche Meinung doch blos auf Misdeutung einer Schriftstelle beruhet, als wenn durchdie Rinder GOttes Engel gemeiner seyn "). Andere haben dafür gehalten, daß >die Engel durch die Nachricht von der Absicht GOttes, den Menscben nach seinem Bil- 'de zu erschaffen und seine Natur durch die Annemung derselben von Christs zu erhöhen, und !durch die Meinung, daß dadurch ihre Herlichkeit werde verdunkelt werden, sich verleiten >lasten, des Menschen Glückseligkeit zu beneiden und sich gegen GOTT zu empören*)' >
Womit
(lor. B) Aus l LNosi l, ZI wird von einigengemutmasset, baß der Fal der Engel erst nach demvollendeten Schöpfungswerk, vorgegangen; obgleichdaselbst von den Geschöpfen geredet seyn kan, de-ren Bildung im vorhergehenden beschrieben worden.Die Juden setzen solche» Fal in den zweiten Schö-pfungstag, um der vom Mose bey demselben aus-gelassenen Meldung des gütlichen Wohlgefallenswillen; so doch bey Erzälung des dritten Tagewerkszweimal vorkamt, 1 Mos. 1.10. 12,weil die angefan-gene Samlung der Wasser an ihre bestirnte Orteerst an demselben dritten Tage zu Stande kom-men. Daß derselbe vor der mosaischen Schö-pfung geschehen, beruhet auf dem oben (s8) ge-prüften Vorurtheil. Die eigentliche Art und Be-schaffenheit solches ersten Verbrechens last sich nichtfüglich bestimmen Die fleischliche Mischung derEngel mit Menschen ist zwar von den Kirchenva-tern aus unrichtiger Uebersetzung und Misdeutungder Stelle , Mos 6,2 - 4 behauptet, doch der ersteFal unter den Engeln darin nicht gesetzt worden; soauch mit keiner Warscheinlichkeit geschehen können,da die Versündigung der Menschen durch SatansVerfurung lange vorhergegangen. Die Verfü-rung der Menschen selbst haben verschiedene Kir-chenvater vor den Fal derselben ausgegeben; dochauch ohne, ja wieder alle Warscheinlichkeit, obgleichdie öffentliche Empörung gegen GOtt dadurch vol-lendet und befestiget worden. Wenn unordentli-che Eigenliebe und Selbsterhebung oder Hochmutdavor angenommen wird; so bleibt doch der eigent-liche Gegenstand und Vorwnrf, oder die Veranlas-sung solcher geschehenen Unternemung und versuch-ten Demächtigung ungeburender Vorzüge, unbe-
I Mos, ü, r. 4. ») LaA,»,
stimt. Die Gotheit selbst oder höchste Oberher-schaft, die von einigen aus r Mos z,; davor aus-gegeben worden, würde eine grössere Verwirrungund Jrtum bey denselben voraussehen, als bey ih-rem anfänglichen Zustande begreiflich ist. Anderehaben vermeint, die Vorzüge und Herschaft deSSohns GOttes, und sonderlich seiner Menschheit,seyn, ihnen unerträglich gewesen und von ihnen be-neidet worden: wobey doch entweder ein irriger Un-terschied des Sohnes Gottes und seiner Herschaftvon dem höchsten Wesen, und der wesentlichen Her-sch^,^sss^oen, voraus gesetzt werden mus; daherdiese Meinung auch bey arianiscb gesinten Lehrernviel Be.sal gefunden; oder unbegreiflich bleibet, wieden Engeln die Menschheit desselben mit ihren Vor-zügen oekant werden können, wo man nicht den Zr-tum von einer himlifchen Menschheit desselben, odereine den gütlichen Äolkommenheiten wiederspre-chende unmittelbare Offenbarung dieses Ratschlus-vmisolchem Wiederherstellungsmittel mensch-licher Wohlfart, annimt. Am mutmaslichstiNmöchte die Demächtigung einer Oberherschaft überunsere Erde und derselben Einwoner dahin ge-rechnet werden; als welche unordentliche Begierdentheils aus dem Gebrauch der Engel zur Verwal-tung und Besorgung gewisser Geschöpft, am begreif-lichsten seyn; theils die Bemühung die Menschen zNverfüren, und derselben beständige Fortsetzung, auchgötliche Zulassung derselben, begreiflicher machen -theils manchen biblischen Benennunacn, des Gottesdieser Welk, ingleichenEph. 6,12. Offenb. 12,9.1»-i Ic>h 5,19. am gemassesten seyn wurde. Mehre-re Meinungen hat Herr Göe ss-Lt. 4 e. 2 äe prim»«mgeloruiu xeccsto aiigefüret.