Band 
Erster Theil.
Seite
118
JPEG-Download
 

H5 I. HaupLstück. Die algerneine Westhistorie bis auf die SmidfluL.

^ ^ 2 - Hch^rt, daß wir von zwo Personen, nemlich Adam und Eva H, abstammen, welche von GO^

v. L. u,. 4Z°,. gasten Verkommenheit des Leibes und Gemüts erschaffen worden, auch keiner von unor-dentlichen Begierden, Krankheiten, Mangeln und Sorgen unterworfen gewesen, welche sie ^hernach durch ihre Empörung sich selbst und ihren unglückseligen Nachkommen zugezogen»

Und damit nichts feien mochte, ihre Glückseligkeit recht volkommen zu machen; so war ihnen vonihrem gütigen Schöpfer eine überaus angeneme Wonung zubereitet worden, ein Garten oderParadies, bey welchem alle Schönheiten der Natur reichlich angebracht worden: der wohlgewässert und mit allen Arten von Bäumen bepflanzt gewesen, die entweder angenem vor dasGesicht oder gut zur Speise seyn können. Mitten in diesem Garten ch waren zwey Bäume vonganz besonderer und fast wiederwärtiger Beschaffenheit. Der eine hies, der Baum des Ge-bens ; dessen Frucht die Kraft hatte, diejenigen, so dieselbe genossen, wenigstens einigerinas- ifen unsterblich zu machen. Der andere hies, der Baum der Erkentnis des Guten und Bö-sen ; wovon die gekostete Frucht so schädliche Folgen vor sie und ihre Nachkommen gehabt, i

§- rz;.

Lage des gar- Ehe wir aber weiter gehen, wird man erwarten, daß wir etwas von der Lage diesesuns. Gartens gedenken, darüber es unter den Gelehrten eine so grosse Verschiedenheit der Meinun-gen gegeben^). Einige der ersten Kirchenvater haben geglaubet, daß es niemals ein eigent-lich st genantes Paradies gegeben, sondern daß alles, was davon in der Schrift gemeldet wor- !den, allegorisch verstanden werden müsse. Andere haben zwar die Wirklichkeit eines para- Idieses zugegeben, sind aber dochvom buchstäblichen Verstand der Schrift so weit abgegangen^daß sie vermeinet, es habe dasselbe aufunserer Erdkugel nicht gelegen; daber sie solches bald inden dritten Himmel, bald in den Mondenkreis, bald in den Mond selbst, bald in die mitlere Ge-gend der Luft, bald über die Erde, bald unter dieselbe, bald an einen verborgenen und von allermenschlichen Erkentnis entfernten Ort, bald an den Plaß, den jeßo das cajpische Meer ein-nimt, bald unter den Nordpol, bald unter die Mittagslinie verleget; nebst mehrern derglei-chen Ausschweifungen, welche von verschiedenen Schriftstellern -) gesamlet worden, unter wel-chen es einige der Mühe wert geachtet, solche Träume im Ernst zu beantworten. Nicht weni-ger sind manche, die ein Paradies auf Erden zugegeben, in nicht geringere Ausschweifungenverfallen. Man wird kaum einen Winkel des Erdbodens antreffen, der nicht bey Aufsuchungdesselben durchstrichen worden. Sie haben sich darnach umgesehen in Asten, in Africa, inEuropa, in America, in der Tarrerey, an den Ufern der Donau und des Ganges, inder Insel Ceylon, in persten, in Armenien, in Mesopotamien, in Chaldaa, in Ara^ Idien, in Palästina, in Syrien, bey den Gebirgen Libanon und Anrilibanon, beyden Städten Damascus und Tripoli, in Echiopien, bey den Mondbergen; ja, welchesgewis eben so sehr aus dem Wege zu seyn scheinen wird, st gar auch in Schweden.

§. iz6.

Ursach solcher Diese grosse Verschiedenheit der Meinungen rüret zum theil von der starken Nei-meinungE Zung her, welche in den ersten Zeiten der Christenheit geherschet, alle Schriftstellen, darin I

§) l Mos. 5, 20. c) i Mss. r, 8. -e) (R. /->. Zelcripti» ?Lrs<1iü in kslciculo tecunlio

vpulc. ^ er kkilol. stercinent. Ar/, van 7r// m cstillerr. öeogrspk. I'keol. ücu pgr-iätti. /s.

m lntior. kgrgälsi e) clißsi, strir^clistcr cerietiri, ^>rae 6 xL Ost?*

eciir >72r. c!epgrL<iilo commemürmr. k äe iicu kLrLllili

l'kcoriü'reUuris. kiüor. vk tke iVorlä.

sprung des menschlichen Geschlechtes, welchen die Man findet auch dieselben in Luääei trili.ecclct'.v.l''heidnischen Weltweisen zugethan gewesen, angesäter, tom. i p. 78 tgg.