Band 
Erster Theil.
Seite
179
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z Abschnitt Von den heidnischen Geschichten voe der Sündstnr. 179'

§. 196.

Sanchoniachon, der die phömcischen Altertümer (^) beschrieben, fängt seine Er- Sanchonia-jalung vom Ursprung der Welt und des menschlichen Geschlechtes an. Wie aber seine gan, Aons phömci-ze'Schrift allem Ansehen nach in der Absicht aufgesehet worden, die Abgötterey zu vertheiln- e.

gen ; so hat er, an stak seine Geschichte vom Adam an durch die Nachkommen Seths,als Verehrer des wahren GOrtes, fortzufüren, wie Mosts gethan, der warscheinlichsten Mut-mastung nach einen Bericht von dem abgöttischen Geschlecht Cains ertheilet ; damit derGottesdienst-, welchem dieser Geschichtschreiber, oder diejenigen, so er ausgeschrieben, züge-ln gewesen, von der ältern Linie eingefüret zu seyn erhellen möchte ; welcher Umstand, ihrerMeinung nach, demselben einen besondern Schein und Ansehen ertheilen sollen.

In dem folgenden Auszug aus den aufbehaltenen Ueberbleibseln dieses Geschicht-schreibers könte uns zwar mit Recht befremden, daß darin nicht die geringste Meldung derSündflnt vorkamt; wenn wir nicht bedächten, daß diese Verstörung ein götlich GerichtÜber die abgöttische Welt gewesen, so die Vertheidiger des wahren Gottesdienstes, allem Ari-schen nach, den Heiden vorgeworfen; daher diese lehkern sich bemühet haben, sogar daSAndenken dieses außerordentlichen Denkmals der gütlichen Rache und ihrer eigenen Schan-de zu verbergen , ja wo möglich ganz zu begraben *) ("').

^ 197.

Nachdem gedachter Ganchoniachon seine Losmogonie oder Nachricht von dem Erster g«-Ursprung der übrigen Theile der Welt vorgetragen ; fangt er seine Erzalung vom mensch- ^

lkchen Geschlecht nrit der Hervorbringung des ersten Pars der Menschen an welche Phi-

ls

Siehe die Einleitung § 27. /) ibio. §.rs. ?») §. >>z.

(X) Die Glaubwürdigkeit der Ueberbleibsel dieserSchrift, und die Zeit ihres Verfassers, sind bereits inver Vorrede untersucht worden.

' . (^)Nemlich des Bischof Lumberlands, aus des-Anmerkungen der Leser in den folgenden Erleute-Ningen den Hauptinhalt finden wird.

.(* -H ) Daß die Welt vor der Sündflnt bereitsMk Abgötterey verunreiniget gewesen, das kan aus-Hose so eigentlich nicht erwieien werden. Sol ei-">ge Mutmaßung hier stat finden; denn etwas zu-"frlqßigos last sich nicht behaupten: so scheinet es,ob dieselbe nach der Sundflut im Geschlecht des>bkrn, und zwar in Phönicien, welches von seinemKanaan bevölkert worden, ihren Anfang ge-^>nmen habe. Gesetzt aber auch, daß wir die Äb-Mterey vor der Sündflnt zugestünden und die^»ndflut vor eine Straft derselben ansähen: so kan°°ch solche nicht, wie die Herren Versager meinen, dieUrsache gewesen seyn, wanim Sancliuniathon'"chts von der Sündflnt erwenet. Denn warumdaben andere Scribentcn, welche vermutlich sowo! in^ Sanchuniathons als in andern Schriften diespuren davon gefunden, so deutlich davon gclchrie-und warum ist es unter den meisten Völkern^Ne gemeine Sage geworden, daß diese Sündflnt ei-'a Straft des algemeinen menschlichen VerderbensSewesen?

- - 8eä noii äomus vna perlrevlgna kuit, gas tcrra pstet fers reznatLrinnyo,In ftcinus jursilb gutes. Deut c>c>us omnes(Zuas meruere gatihkc llat kententiHpoenas (97).I^erruitzentes, graue ne reäiret8ceu>iim?^rrli2e, nons monlkra gnestae (98).

Es kan daher wol seyn, ja es ist sehr warschemlich,daß Sancbriniathon, in welchem dergleichen Ge-schlechtsnamen stehen, auch von der Sündflnt gespro-chen, daß aber solche Nachricht verloren gegangen.

(1B.) Dieses ganze Ueberbleibsel Ganckunr'a-thons ist nach der cnn.berlandiscben Deutung er-leukert worden in Banicr »ivtsiol, cxpügnee üb. rcap. 2. com. 1 p. i;6 lq. Es beruhet aber diese ge-samte Auslegung theils auf der ächten Richtigkeit die-ser Nachricht, die doch wenigstens sehr zweifelhaftist (r;); theils auf einer dreifachen Mutmaßung,daß Sancklinrachons Absicht gewesen, die Abgöt-terei) mit historischen Gründen zu vertheidigen; fer-ner daß er Mosis Schriften gehabt, und bey Verfer-tigung seiner Geschichten gebraucht; und endlich, daßer lieber Lains Geschlecht als die eigentliche Vorfa-ren V7oah solle zu Stiftern seines Gottesdienstes er-wälet haben. Welche Mutmaßungen insgesamt,sonderlich die erste und dritte, sehr unwarscheinlichsind; indem diese vorgegebene Absicht nicht nur eben3 2 so

t-7) I!b. I, >terLmr>rpd. (y8) Oä. r. Mehrere Zeugnisse der heidnischen Scribentei« von derSündstut hat in Len. 6, 5 , aiigcsiirt.