Band 
Erster Theil.
Seite
182
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Sechstes

ssebentes

schlecht.

i82 i Hauptstltck. Die algemenre Welthistorie bis auf die Süudflut.

standen, sind die Aeste der Baume dergestalt gerieben worden, daß sie Feuer gefangen und al-les Holz in Tyrus verbrant. Usous ist zuerst so küne gewesen, sich in die See zu wagen,nachdem er einen Baum genommen und die Aeste davon abgebrochen: er heiligte auch zweygrobe Steine oder Seulen dem Feuer und Winde, und betete dieselben an, und vergos den-selben das Blut der auf der Jagd gefangenen. Thiere (H). Nach dieser Absterben aberhaben die Zurückgelassene Blöcke von Holz und Seulen denselben gewidmet und sie angebetet,auch denselben jarliche Feste geftiret (").

§. 2OO.

md Viele Jahre nach diesem Geschlecht kamen Agreus und Halieus (K), die Erfinderge-'der Jägerey und Fischerey, von welchen die Jäger und Fischer auch ihre Namen bekommen.Von diesen wurden zwey Bruder gezeuget, so Erfinder des Eisens und der Bearbeitungdesselben gewesen. Einer derselben, Namens Chrysor ( 2), welcher mit dem HephasrUS

oder

(H) Der Wind und das Feuer, welchen diese zwey

Seulen gewidmet worden, scheinen eben die außer-ordentlichen gewesen zu seyn, so das Holz verzerrt ge-habt. Und bis ist das älteste Exempel der Anbetungsolcher geringern Arten natürlich unsterblicher Göt-ter ; welche darum scheinen angebetet zu seyn, weilFeuer und Winde aus einer himlischen und ätheri-schen Materie bestehen. Das griechische meldetzwar nicht ausdrücklich, daß das Blut der wildenThiere sey ausgegasten worden; eS scheinet aber not-wendig zu seyn, die griechischen Worte, sx

so zu verstehen, weit sonst in denselben nichtsals ihr Blut angetroffen wird, welches als ein Opferausgegasten werden können. Daher man gleichfalsdieses als die erste Opferung des Bluts an geringereGotheiten angemerket hat. Uüd weil dasselbe vonwilden Thieren gewesen, die auf der Jagd gefangenworden, von deren Blut gemeiniglich nicht viel auf-gefangen werden kan, aus Gefässen auszuziehen; sokönnen wir gar wol schliesset daß Usous einige Stü-cke von ihrem Fleisch mit dem daraus fliessenden Blutgeopfert habe. Ja, weil wir auch keinen Grund ha-ben zu zweifeln, baß er eiuen Theil von dem, was erauf der Jagd gefangen, gegessen habe, so wie er ei-nen Theil davon geopfert; so würde solches das ersteExempel des Fleischessens vor der Sündflut seyn.Und die Einschränkung, unter welcher solches nachherdemNvah erlaubet worden, scheinet anzuzeigen, daßdie wilden Nachkommen Lains vor der Sündflut indie Unmenschlichst verfallen, roh und blutig Fleischzu essen, welches demnach dem Lloak und seinenNachkommen, sowol in Ansehung der Opfer als dertäglichen Narung verboten worden, alle Nachamungihrer wilden Gewonhciten zu verhüte« (si.

(I) Hier ist die Anbetung derMenschen nach ihremTode, mit der Verehrung gewisser Theile der Naturverbunden worden. Es erhellet aber nicht, daß sieihnen als Göttern selten einige Opfer oder Gebete ge-bracht haben, wie hernach von dem Vulcanua aus-drücklich gemeldet wird.

(K) Diese Namen sind unstreitig griechisch, unddaher Philonis Uebersetzung einiger morgenländi-schen Namen von gleicher Bedeutung. Alles, wasvon diesem Alter.verstanden werden kan, läuft dar-auf hinaus, daß die gedachten Künste und Verrich-tungen zu einer mehrern Volkommenheit gelanget.Denn Usöus war ja schon vorher ein Jäger ge-wesen.

Ob gleich die Verbindung dieses Geschlechtes mitdem vorhergehenden zweideutiger ausgedruckt wor-den, als eines dervorigen in der ganzen Geschlechts-tafel; indem die Worte, viele Jahre nachher, ei-nen Zweifel veranlassen können, ob auch dieses Ge-schlecht von dem vorhergehenden unmittelbar her-kommen: so kan doch kein Beweis, solches zu vernei-nen, darauf gebauet werden, wenn man erweget,was die Leute vor der Sündflut vor ein hohes Altererreichet, ehe sie Kinder erzeuget. Die Einschaltunganderer Geschlechte aber kan nicht zugegeben werden,ohne so viel Geschlechte in Lains Linie vor der Sünd-flut mehr anzunemen; wodurch dieselbe mehr Glie-der bekommen würde, als in Sechs Linie angetrof-fen werden, welches gar nicht warscheinlich ist (i o).

(.L) Bocharts Herlcitung dieses Namens vontchocc-s ur, welches er übersetzt,i-ur, ein Feuerwerker, ist nicht, unwarschcinlich.Indessen leitet Lmnberland denselben lieber voneinem einfachen Slamwort II2 sich anstrengen,'

beschäftigen, auch schlagen, her. Denn weil davonunleugbar ^2-'°?, geschlagenes oder zubereitetes Goldherkomme: warum nicht auch Lhrpsor, so nur derEndung nach verschieden ist? Zumal da in den mor-genländischen Sprachen nichr ohne Noth zusammen-gesetzte Wörter angenommen werden müssen.

Dieser Lhrysor ist nun der erste Mensch, vonwelchem unser Verfasser meldet, daß er nach sei-nem Tode als ein Gott verehret worden; so ein deut-lich Bekentnis ist. daß eine solche Anbetung nicht von

Anbegin stat gefunden habe. Es ist merkwürd'g-

(y) I. c. p. rzy. rgs.

(iv) läem lbi-I. p. rqr.