6 Abschnir. Von der Sündflut. 197
gebe ö); und die Chinestr haben, wie man uns berichtet, eine alte Ueberlieferung unter sich, daß 3 d. w >527.puoncu mit seinem Hause aus der algemeinen Überschwemmung entronnen sey r). Undob gleich jemand ausdrücklich behauptet, die chmejrffhen Jahrbücher meldeten durchausgar nichts von der Sündslut, und es sey ein Jrtum, daß einige dergleichen bey ihnen anzutref-fen glaubten : so scheint es doch, daß ihre Geschichtschreiber von einer Ueberschwemmungsprechen, die einige vor die Sündflut des LCtoah halten 0 , von ihnen aber nicht vor al-gemein ausgegeben wird (^). Die meisten Völker haben einige Ueberlieferung von einerSündflut, die eines jeden besondre Lander betroffen: doch mus man dabey gestehen, daßverschiedene derselben nur besondre Überschwemmungen gewesen, und daher sorgfältig vonder Sündflut des Noah zu unterscheiden sind; obgleich alte und neue Schriftsteller diesel-ben häufig mit einander verwechseln , und Umstände von der einen erzälen, die nur derandern zukommen
§. 2l7.
Einige Schwierigkeiten, welche MoflS Erzälung von der Sündflut zu begleiten Algemeinhckscheinen, als, woher Wasser genug auözufinden sey, die Welt zu überschwemmen, nebst der dek sundflut.Unwarscheinlichkeit, daß alle Arten von Thieren im Kasten polten seyn erhalten worden, ha-ben einige verleitet, selbst gelehrte Leute, daß sie vermeinet, LTsoah Sündflut sey nicht algemeingewesen; sondern habe sich nur auf ein besonderes Volk erstrecket: daß sie nur Judäam und
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nzälet, daß die Leute zu Cuba von einer grossenSündflut über den ganzen Erdboden Nachricht ge-habt: daß ein sehr alter Man von derselben ge-weissaget, ein Schis gebauet, und sich samt den Sei-»>8M nebst vielen Thieren hinein begeben: daß sieferner von einem Raben und Taube etwas gedacht,die dieser alte Man fliegen lassen: daß diese letztereuwgekert und einen grünen Zweig im SchnabelMitgebracht: daß derselbe nachherv einen Weingar-ten angeleget, sich betrunken, und von seinem jüng-sten Sohn verspottet worden: daß er deswegen die-le» verflucht; den andern aber, denn er sol ihrerErzälung nach nur zween Sohne gehabt haben, ge-legner : und daß die Einwoner desselben Landes Ab-wurlinge von dem gesegneten Sohn wären.
(O) Ein Araber, der um den Anfang des neun-ten Jahrhunderts in China gereiser, meldet bey er-theilter Nachricht von einer mit dem Kaiser gehab-te» Unterredung: daß, da er gegen diesen Prinzen,°ey Gelegenheit eines Gemäldes vom Noah, so erdemselben «zeiget, derSändflutgedachr, und dabeyAalet habe, daß von diesem Propheten, und denen,sie mir demselben im Kasten gewesen, die gesamteirrde sey bevölkert worden; so habe der Kaiser lachend^antwortet: Im Name» des Noah irrest d»»>ckl; was aber die algemeine Ueberschwem-Mustg betrift, so wissen wir von derselben gar»>ckts. Es ist wahr, daß Die Sundflm einenTheil ser Erde überschwemmet hat, sie reichte^°cr nicht bis an unsre Gegend, ja nicht ein-
mal bis nach Indien (58). Ebn Schoknahrechnet dieLhincjer unter diejenigen, so die Sünd-flut leugnen.
(P) Nicht nur Dcucalions Wasserflut in Thesisalien, sondern auch Ogygis in Attiea und Pro-merhei in Egpptcn, sind mit des Noah Sünd-flut vor einerley gehalten worden (59). Diejenige,von welcher die Amecicaner sprechen, scheint nurein besondres Volk betroffen zu haben, gleichwiedie in klein Asien, deren Diodorus aus des sä-mothracisibenUeberlieferung gedenkt(6o),die gleich-wol, ihrem Vorgeben nach, die älteste unter allen ge-wesen seyn sol: verschiedener andren zu geschweige»,die der Herr w. Raleigh (6i)anfüret, deren eini-ge er doch aus dem unächten Zscnophon des Anni-nos genommen.
(>6l, B.) Der Beweis der Sündflut aus denZeugnissen heidnischer Schriftsteller und verschiede-ner Völker Ueberlieferungen, ist ausfürlich abgehan-delt worden in Per. Ban. -Huetii äen,. eusiigcl.prop. 4 c. io §. 6; ^ug. Grotii 8e verir. rel.ckrilk. 1 .1 §. 16 p. 64 keg. der köcherischen Aus-gabe, und p- 114 der Anmerkungen GiegmunS^osemans Erleuterungen der AnmerkungenJoh. Lightfoots über da« erste Bück Mosis;ingleiche» Pate. Delanp Unters der Offenba-rung Abh iZ und 14 alwv doch §. 6 des unäch-ken Labn Pictoris Stelle hätte wegbleiben sollen;und Hm. Heinr. Christ. Lemkers yten Zusatz,§. L4 sq. p. 545 sq, auch dem 8ten Zusatz p. 588 sq.
r-lIlivin lies ck 8c I» t!k!n« p. 67. (59^ kiü. t'rlr. com. I.excrc, 18. §, 52 .
Uid. 5. § 5:2. ;6>) ll'll. oktbc worl-j^>grc. 1,8.1. c. 7. §, S.