196 i Hauptstück. Die algemeine Welthistorie bis auf die Sündflut.
I d.w.izo?. §. 216. ^
v L.G. 2999 . Daß es einmal eine solche algemeine Verwüstung durch Wasser gegeben, als dllsjeserzälet, wird durch die übereinstimmige Zeugnisse verschiedener der ältesten Schriftstellerdavon^u>^a",und Völker in der Welt bestätiget. Was die chaldäischen Nachrichten davon melden,Lerer Völker haben wir bereits oben gesehen. Die indianischen und persischen Ueberlieferungen lver-geschichmi, dxn w,'r unken anfüren. Daß den Egyprem diese Begebenheit nicht unbekant gewesen,erhellet nicht nur aus den oben erwenten Umständen in der Geschichte des Ostris undphons, sondern auch aus plarons Zeugnis ; welcher berichtet, daß ein gewisser egypu-scher Priester aus ihren heiligen Büchern dem Golon die Geschichte von der algemeinenUeberschwemmung erzälet habe, die lange vor den besondern Ueberschwemmungen vorher^'gangen, so den Griechen bekant gewesen 2). Die Einwoner von Heliopslis in Syrienzeigten in dem Tempel der Juno eine Spalte oder Kluft in der Erde, welche, wie sie sag'ten, die Wasser der Sündfiut in sich geschlungen") (I). Ja, sogar von den America'nern *) sagt man, daß es in ihrem festen Lande einige Kentnis und Rede von derselben
r) in l'imgeo. ah äe Den 8 yrin tom, r. p. 882.
(N) Der Schriftsteller, so dis meldet , saget zu-gleich, die Griechen gäben von der algemeinen Sünd-flut, die sie svwol als andre (;4) mit der SündflutDeucalions verwechselt, eine zu sonderbare Nach-richt, als daß man sie übergehen solle. Die Redegehet, färt er fort, das jetzige Geschlecht der Men-schen sey nicht das ursprüngliche erste, als welchesgänzlich untergegangen ; sondern es se» von einerzweiten Abkunft, die vom Deucalion Herstamme,und zu einer grossen Menge angewachsen. Von denanfänglichen Menschen aber erzäle man folgendeGeschichte: Sie seyn sehr übermütig und der Un-gerechtigkeit ergeben gewesen, indem sie ihre Eid-schwüre niemals gehalten, gegen Fremde keine Gast-freiheit geübet, auch keinem Flehen Gehör gegeben;welcher Ursachen wegen sie folgender grosse Unfalbetroffen. Die Erde habe plötzlich eine ungeheureMenge Wasser ausgeschüttet, es seyn grosse Platzre-gen gefallen, die Ströme übergeflossen, und die Seez« einer erstaunlichen Höhe gestiegen; so daß allesWasser geworden, und alle Menschen untergegan-gen : Nur Deucalion sey seiner Klugheit undFrömmigkeit wegen zu einer zweiten Abkunft vonMenschen übrig geblieben. Die Art seiner Erhal-tung sey folgende gewesen: Er gieng mit seinenSöhnen und derselben Weibern in ein weites Be-hältnis oder Kasten, , den er hatte; und
nach ihm giengen Schweine, Pferde,Löwen, Schlan-gen, und alle übrige Geschöpfe, die auf der Erdenlebten, parweise in denselben, welche er aufnam; dieihm auch nichts zu leide thaten, indem die Göttereine grosse Freundschaft unter ihnen verschasten.Und so schiften sie alle mit einander in einem undeben demselben Kasten umher, so lange das Wasserdie Oberhand hatte. Das erzälen die Griechen
vom Deucalion. Was aber die darauf erfolgten Be-gebenheiten betrist, so giebt» unter den Einwoner»von -Hierapolis eine alte bewundernswürdige Ue-berlieferung dieses Inhalts: Es habe sich in ihrerGegend eine grosse Erdspalte geöfnet, und alles Ge-wässer in sich gezogen; worauf Deucalion daselbstAltäre errichtet, und über der Kluft den Tempel der^uno erbauet. Eben diese Spalte, sagt uttsetSchriftsteller, habe ich gesehen: sie liegt unter deMTempel, und ist sehr enge; ob sie vordem weiter ge-wesen und mit der Zeit kleiner geworden, kan ichnicht sagen, die ich aber.gesehcn habe, ist klein. ZuMGedächtnis dieser Begebenheit hat man folgendenGebrauch: Zweimal alle Jahr wird Wasser aus derSee in den Tempel gebracht, nicht nur von denPriestern, sondern von dem gesamten Syrien undArabien, ja manche komme» aus den Gegendenjenseit des Enphrars zur See, und alles trägt Was-ser ; welches sie zuerst in den Tempel auögiessen, vonda es sich nachgehends in die Oefnung ziehet, die, steng sie auch ist, eine Menge Wasser einnimt. Beywelcher Verrichtung sie sagen, Deucalion habe zuMAndenkest des Unglücks, und seiner Errettung ausdemselben, diesen gottesdienstlichen Gebrauch in dem-selben Tempel angeordnet (;;h.
, '»ö - Die Nachricht des Acostä von der Amt-
ricaner Wissenschaft von einer Sündflut, scheinetmit sich selbst nicht einig zu seyn. Denn er mel-det , daß sie von einer algemeinen Sündflut rede»,worinnen alles untergegangen wäre; und daß gleich-wol ihre alleraltesten Geschichtschreiber nicht übet800 Jahre zurückgingen: daher er selbst urtheilet,daß dieses nicht eine algemeine, sondern besondereUeberschwemmung gewesen z-O- Etwas deutlich^aber ist das Zeugnis des von-Herrera (57), welcher
(?§) S- 6v><e. IVletamorpb. I,, v, 260. (s-h cie. !o». echt. NeneUiÄi. Siehe hst
Samlmig verschiedener Reisebeschreibungen die zu Leiden bey P. von der Aa herausgekommen im -0 Lbenk>. 14.15. (5?) Ibulein „n ö Theil p. wz. IVA.