6Abschnit. Von der Sündflut. 217
Taube bald zurücke, indem sie keinen Ort gefunden, wo ihr Fus hätte ruhen können. Das ^'2 A°nd,?remal kam sie gegen den Abend zurück, und hatte ein abgebrochen Oelblat in ihremMunde, welches anzeigete, daß das Wasser gar sehr abgenommen. Das drittemal aberkam sie gar nicht wieder.
, Am ersten Tage nun des ersten Monats, welcher mit dem siebenten unsers Ocro.
Vers übereinkamt, im sechshundert und ersten Jahre des Lebens LJoäh, that di.ser Erz.
Vater diese Decke von dem Kasten weg, um eine ausgebreitetere Aussicht zu bekommen, undsahe, daß die Oberfläche des Erdbodens von Wassern befreiet sey. Indessen blieb er nochetwas langer im Kasten bis auf den sieben und zwanzigsten Tag des zweiten Monats, oderOls zum zweiten December, da er auf Befel GOttes mit seinem Hause und allen Thieren,die bey ihm gewesen, heraus gieng, nachdem er ein Jahr und zehen Tage, nach der vor derSündflut gebräuchlichen Zeitrechnung, nach unserer gegenwärtigen aber ein völliges Jahr,das ist, dreihundert und fünf und sechzig Tage im Kasten gewesen e) (^).
§. -ZZ.
Ehe wir diesen Abschnit schliesset,, wollen wir noch mit wenigem der Nachrichten Persische u,wgedenken , welche die Perser und Indianer von der Sündflut haben. lieferungen '
Ein gewisser morgenländischer Schriftsteller berichtet uns, daß einige derjenigen, die der sünd-der Magier Lehrbegrif angenommen, die Sündflut geleugnet haben sollen, wenigstens dieAlgemeinheit derselben; indem sie vorgeben, daß sie sich nur bis an einen gewissen Fel-sen, nahe bey Hulwan ^), einer Stadt in Irak, an den Grenzen von Rurdestan er-
stre-
x) > Mos. 7. und 8. l>) LL»
(171. B-) Sowol die Jahrszeit, in welcher dieSündflut angegangen, als die eigentliche Länge desdamaligen Jahres, ist schwerlich mit völliger Ge-wisheit zu bestimmen. Gegen den Anfang dersel-den im Herbst, scheinet die Unbequemlichkeit derJahreszeit zu streiten, für Menschen und Thiereauf dem abgetrockneten Erdboden im Winter Unter-halt zu finden, sonderlich wenn der Ausgang ausdem Kasten nach verflossenem Jahre, am Ende desL^ovembers oder Anfange des Decembers ge-schehen ; wozu in Scbeucbzers Rupferbibel TH-i.p. ;8 noch andere Gründe vor den Frühling, vonManchen versteinerten Ueberbleibseln der Sündflutvon dieser Jahreszeit, angefüret werden. DieserMeinung aber stehet die genaue Benennung des an-dern Monats entgegen, die von dem Geschichtschrei-ber, der im folgenden die zu seiner Zeit erst einge-kürte Aenderung des gottesdienstlichen Jahres undder Zälung der Monate selbst erzälet, nicht füglichanders als nach der vormaligen, ja zu seiner Zeitnicht ganz abgeschaften Zälungsart gesetzt werdenkönnen. Von dem z6otägigen Jahre der Sünd-llut handelt am weitläufigsten Hr. Alpb. des Vig-Noles cbronol. ile l'bilk. lainte liv- 6 cii, r toin. »
p-6,4-6,4, der schuckfordiscben Meinung nicht zuLkdenken, daß dis uralte bürgerliche Jahr von z6o
A.W.H. l Theil.
Tagen bis auf die Sündflut mit dem natürlichenübereinkommen, als welches letztere erst in der Sünd-flut z6;tägig zu werden angefangen. Die gegensei-tige Meinung aber, vom völligen natürlichen Son-nenjahre der Sündstut, ist am ausfürlichsten vorge-tragen in Alpb. K Larranza traLk. äe parkn »L-tursli et legn. esp. ir, §. r. p. zrr. - zz? der gene-vische» Ausgabe von 1629, und in eben desselbenbeigefügten äistr. luper primäre temxorum äo-Ärina in libris vion. ?etsmi concents c i §. 7 - ir,ingleichen in des Hrn. Abt Joh. Alb. Bengelsorcl. temp. c. r, feü. 4 p. Z7-48. Sonst ist dasalhier in der Anmerkung befindliche Vorgeben vonder 1 Mos 8 , 7 im hebräischen gemeldeten Wie-derkunft des Raben »»gegründet: denn obgleich dasWort wiederkeren daselbst vorkomt; so heistdoch die hebräische Redensart, und er giengausgehend und wiederkommend, ein blosses hinund Herfliegen, durch mehrmalige Näherung undEntfernung, wie sowol die beigefügten Worte, biszum Austrocknen der Wasser von der Erde,anzeigen, als selbst der geänderte Versuch Lloäh,ein zameres Thier auszuschicken, welches durch denMangel der Narung genötiget werden müssen wie,herzukommen, da der Rabe eher anderweitig Fut-ter finden können.
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