Band 
Erster Theil.
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223
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Mbschnit. Von dem Zustande der Welt vor der Sündflut.

§. 2Z9.

Einer von den sonderbarsten Umständen, so in den Geschichten vor der Sündflut vor- dA°mensthenkamt, ist die erstaunliche Länge deö menschlichen Lebens zu derselben Zeit, in Vergleichung vor der sünd-unsers gegenwärtigen. Wenige Menschen erreichen anjeho Zo oder 100 Jahre, da sie vor üut.ver Sündflut gar häufig nahe an ein tausend Jahr gekommen. Welche Ungleichheit fastunglaublich seyn würde, wenn die Sache nicht durch das übereinstimmige Zeugnis götlichersowol als menschlicher Schriften (^- »»gezweifelt gewr'S wäre. Weil nun derselben Glaub-würdigkeit nicht verworfen werden kan: so haben einige, um die Sache etwas warscheinli-^ zu machen, sich eingebildet, daß das Alter dieser ersten Menschen wol möchte nicht nachSonnenjahren, sondern Monaten seyn gerechnet worden so die Länge des Lebens dersel-ben vielmehr kürzer machen würde, als unser gegenwärtiges ist. Allein, solch Vorgebenhat nicht den allergeringsten Grund, der vielen ungereimten Folgen nicht zu gedenken, sobaraus fliesten würden: als, die Zeugung der Kinder im sechsten Jahre des Alters, wie von^nigen derselben in solchem Fal mäste geschehen seyn; und die enge Einschränkung der ge-samten Zeit zwischen der Schöpfung und Sündflut auf weniger als zweihundert Jahre,selbst nach der grösser» Rechnung der 70 Dolmetscher.

§. 240.

Die Ursachen dieses langen Lebens der Menschen vor der Sündflut werden auf ver-AAA^,Aschiedene Art bestimt. Einige haben solches ihrer Mäßigkeit und einfältigen Lebensart zu-

geschrie-

Siehe plr»«». Lpull I-llLt. Insiimt. 6 iu. lib. I. c. 12. ils ciulrat- Del lib. IL. e. IL.

Zahl der Men-schen.

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den Verhältnissen und mutmaslichen Aus-^äwungen der Vermerunqen der Menschen ist Herrn.drohst Jod Per. Süfimilcbs gotliche Ordnung'4 den Veränderungen des menschlichen Ge-flechts, sonderlich im 1 und? Cap. zu vergleichen.

Josephus beruft sich auf die Zeugnisse des^tanechons, Berosi, Mischt,-Hestmi, -Hiero-"7mi, des Egspters, und Geschichtschreibers derkhöniöiscken Altertümer. Er sagt auch, daß -He-«°du«, ^ecatäus, Hellamcus, Acesilaus, E-forug und Nrcolaus bezeuget, es hatten die Al-bis dje luoo Jahre gelebet (49). Von allen

Zeugnissen aber ist nur noch-^esiodi übrig ge-""eben (;o).

Jahre der

Zahl der Ver-

Welt.

doppelung.

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39

1640

40

s-H.) In dem aus dem -HesioSo angefärtenOrte stehet nichts davon. Sondern der Poet re-det daselbst nur von dem zweiten Geschleckt derMenschen, welches in der silbernen Zeit gelebet, unddenen, die in der güldenen Zeit gelebet, es weder anFrömmigkeit noch an Jahren gleich gethan. Er erzä-let, daß damals die Kinder hundert Jahr unter derAufsicht ihrer Mütter geblieben, damit sie nicht vottden bösen Zeiten, welche damals bereits einzubrechenbegunt, angestecket werden möchten; daß sie aber,wenn sie in die Jahre ihrer Jünalingschaft gekom-men, nicht lange mehr gelebet. weil sie sich alsdenngemeiniglich den Thorheiten ergeben Voßius mei-net, wiewol gegen allen Beifal der griechischenAbschriften, die vom Josephs vorhanden sind, daßmatt stat -Hesiodus lesen müsse, Isidorus, alswelcher Sckriftsieller, wie aus dem Luciano äsklscrobüs zu ersehe», viele Exempel solcher Königein seiner Historie angebracht, welche viele Jahre er-reichet hätten. Dem sey wie ihm wolle, das Zeug-nis, darauf man sick beruft, ist an dem angezogenenOrte des -Heslodi nickt zu finden. Vielleicht hat esJosephus in einer andern von diesem Poeten hin-terlassenen Schrift gelesen, welche aber nachher ver-loren worden. So viel kan man aus dem angezo-genen Ort nur schließen, daß die Menschen in dergüldenen Zeit viel älter, als in den folgenden wer»den.

(49) lib. i.c,4,

s5v) m oper, et äleb. v. lZo>