Band 
Erster Theil.
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224
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224- i Hauptstück« Die algememe Welthistorie bis auf die Sündflur.

geschrieben, und daß sie kein Fleisch gegessen (^), auch keine der Reizungen zur SchwelgertYgehabt, so Witz und Laster nachmals erfunden. Allein, dis würde zwar, wann es an demwäre, einige Wirkung haben verursachen können, nimmermehr aber in dem Grade, davonhier geredet wird: indem wir in den spätern Zeiten ebenfals manche Leute von Mäßigkeilund Enthaltung gehabt haben, die dem ohnerachtet doch selten das gewönliche Ziel über-schritten. Andere haben solches der Vortrestichkeit damaliger Früchte, und einer besondernKraft der Kräuter und Pflanzen derselben Zeiten zugeschrieben. Allein, da die Erde unmit-telbar nach dem Sündenfal mit dem Fluch beleget worden: so können wir wol annemen,daß ihre Früchte an Kraft und Güte bis zur Sünvfluk immer stufenweise abgenommen ha-ben ;°und dem ohngeachtet findet man nicht, daß die Länge des menschlichen Lebens dieseZeit hindurch merklich solte seyn vermindert worden. Andere sind auf die Gedanken geraten,daß das lange Leben dieser Einwoner der alten Welt von der Stärke ihrer ersten Anlagen, oderder ersten Anfangsgründe der Bildung ihrer Körper hergerüret. Welches zwar in der Thatetwas zu diesem hohen Alter mag beigetragen haben, aber nicht die einige und eigentlichhinlängliche Ursach derselben gewesen seyn kan: indem Sem, der noch vor der Sündflutgeboren worden, und alle Kraft der vor der Sündflut gewönlichen Bildung gehabt, den-noch um dreihundert Jahre des Alters seiner Vorfaren zu kurz kommen, weil der gröste Theilseines Lebens nach der Sündflut zugebracht worden

Man hat daher weit vernünftiger vermutet, daß die Hauptursache solches langen Le-bens in der gesunden Beschaffenheit der Luft vor der Sündflut bestanden: welche nach dekSündflut immer unreiner und ungesunder worden, und stufenweise die anfängliche Stärkedes menschlichen Leibes vermindert, und ihr Leben dergestalt verkürzt, daß sie nach sebr wenigGliedern ihrer Folge fast auf das gegenwärtige Ziel gekommen. Wie aber die Sündfluteine solche Veränderung in der Luft habe verursachen oder veranlassen können, ist so leichtnicht zu begreifen') (^).

l'kevr^ llb. 2 . c. 2 . er 4. >t. bc>6/ otillvlnlrx x>. Z07.

§. 24U

k) on tl,e lleluxe p. >22.

(Q) Ein gelerter Arzt hat eine sehr entgegen sie,hende Meinung vorgebracht. Denn unter verschie-denen Ursachen des langen Lebens der ersten Men-schen, die er anfüret, ist eine mit, daß sie roh Fleischgegessen; indem er dafür hält, daß die narhastestenund besten Theile des Fleisches beim Kochen durchdie Wirkung des Feuers verloren gingen (51).

(176. B) Josiphi Anfürung Hesiodr hat ihrevöllig« Richtigkeit, ohne daß weder Voßii Mut-maßung ge Kilt. Ar. lili. r c. ro nötig sey, so aufunrichtiger Leseart einiger Abschriften der larei-nrlcken Uebersehung Joseph» beruhet, noch eineVerlorne Schrift oder Stelle -Hesiodr angenommen»Verben durft. Denn bey einer solchen Anfürungso vieler Zeugnisse und Schriftsteller ist weder nötignoch möglich, daß ein angefürter Sah buchstäblich inallen und jeden solcher Schriften angetroffen wer-de: vielmehr ist dazu schon hinlänglich, daß derselbeaus den namhaft gemachten Schriften und Zeug-

nissen erweislich sey, solte es auch nur mittelbar ge-schehen. Da nun Hesiodus die Kindheit und Er-ziehungsjahre der Menschen des zweiten Alters ass»ooJahre angiebt: so mus nicht nur ihr Leben, weisses auch vergleichungsweise gleich kurz gewesen, ei-nige hundert Jahre ausgemacht haben; sondern dasLebe» des ersten Alters, so viel länger gedauert» oo"rvOO Jahren nicht weit entfernet gewesen seyn-Bey der Begreiflichkeit des langen Lebens der er-sten Menschen müssen mehrere 'Mittelursachen zu-sammen genommen werden, doch ohne Beiseitss-huiig der höchsten Ursach götlicher Vorsehung: dieohne eigentliches Wunderwerk den Lauf der .Natssso einrichten können, den Menschen ein kürzer Mdes Lebens zu setzen. Wovon doch eine genauere Un-tersuchung, ohne weitläufige Erwegung der gesamtenZeugung, des natürlichen Lebens und der Verbin-dung der Sele mit dem Leibe angestelt werden kaN-Einige Abhandlungen davon sind bereits §.Anmerk. 152, angefüret worden.

(;») in »des. lsniratis Ut>, z.