Band 
Erster Theil.
Seite
227
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7 Abschmt. Von dem Zustande der Welt vor der Sündsiut. 227

gegen alles Wasser in dem Abgrund verschlossen gewesen, findet sich genötkget, zu einer ausser,ordentlichem Erklärung seine Aussucht zu nemen. Er giebt nemlkch vor: daß, da die Wir-kung der Sonnen,Dünste aufzuziehen, sehr stark und beständig, die Erde aber anfänglich lockerund weich gewesen: so haben die Sonnenstralen nach mehrerer Austrocknung der Erde tieferin dieselbe eingedrungen, und endlich den grossen Abgrund erreicht, der unter derselben gele-gen , und eine unerschöpfliche Vorratskammer neuer Dünste gewesen ("). Diese Dünsteaber seyn in den warmem Weltgegenden durch die Hitze gehindert worden, sich in Wolkenund Regen zu samlen. Weil es nun keine Gebirge und entgegenstehende Winde gegeben, sieaufzuhalten und zusammen zu treiben: so habest sie ihren Lauf gegen die Orte gerichtet, wosie den wenigsten Wiederstand gefunden; welches gegen die Pole oder kältere Gegenden ge-wesen, alwo sie verdickt worden und in einem beständigen Regen oder Thau auf die Erdeherabgefallen; so daß es daselbst eine beständige Quelle von Wasser gegeben, so nie felenoder überfliessen können, sondern die Erde mit einem gleichen Vorrat versehen, das ganzeÄahr hindurch. Um aber das Fliesten dieser Wasser auf dergleichen Fläche des Erdbodensbegreiflich zu machen, nebst der Verursachung hinlänglicher Ströme, so eine Schwierigkeitzu seyn scheint, die so leicht nicht zu heben seyn möchte ; nimt er an, daß die Erde damalsNicht völlig kugelrund, sondern eiförmig gewesen sey, indem die Gegenden der beiden PoleWeit höher gestanden, das ist, von dem Mittelpunkt entfernter gewesen, als die Gegendenunter der liuie: durch welches Mittel die Wasser, so an den beiden Weltachfen herabgefal-len, einen beständigen abhängigen Fal gegen die mitlern Theile derselben gehabt, und unter«wegens verschiedene Seen gemacht, sich auch in verschiedene immer kleinere Ströme gethek«let, bis sie endlich wieder von der Sonne in Dünste verwandelt, oder von dem durstigenSand der heißen Weltgegenden verschluckt worden ('").

§. 245.

k) I.c. p.Zlv.

öe und ble Veränderung derselben durch die Sund-stur, hat D Burnet (;r)cin erstaunendZeugnis eineräthiopischen Ueberlieferung angetroffen, so demGrafen Lalchaftr Lsftiglione von einem Phi-losophen dieses Volks, der sich damals in SpanienAufgehalten, mitgetheilet worden, und ftigendenJn-halts ist: Paß der erste Erdboden weit räumlicher,auch dem Himmel naher gewesen, als der gegenwär-tige. Daß er volkommen rund, ohire Berg und Thal,über ganz hol gewesen, oder mit innern Holen ange-füllet, wie ein Schwam- Daß die Emwvner des-selben eine höchst gesunde Lust geschöpfte, und einglückseliges Leben gesüret, indem die Ende die vor-ltcflichsten Früchte von selbst hervorgebracht, ohne ge-pflügt und besäet zu werden. Daß aber nach eini-gn Jahrhunderten, da die Menschen aus Uebermutuon ihrer ersten Unschuld abgewichen, die erzürntenGötter die Erde mit einer so heftigen Bewegung er-schüttert, daß der gröste Theil derselben in die unternHölen versunken, und das Wasser, so vorher in diesenuerborgenenDehaltniffen verschlossen gewesen,dadurchAu Gewalt in die Höhe getrieben worden, »voraus dieMumien, Bäche, Seen und Meere ihren Ursprung"^kommen. Daß derjenige Theil der Erde, der

nicht eingefallen, sondern über dem Ueberrest stehenblieben, die Gestalt der Berge erhalten habe; dieInseln und Felsen aber in der Mitte der See nichtsanders seyn, als Ueberbleibsel herholen Erde, nachder schnellen Zerstörung und Einfal des ganzen Erd-gebäudes

(T) Wenn aber eine davon gemachte Rechnungrichtig ist: so würde doch auch diese Vorratskammerlängst vor der Sündsiut gänzlich seyn erschöpft wor-den (.L4)-

(177. B-) An beiden Meinungen ist auszusehen1) daß durch die ausgesonnen« Einrichtung der Er-de, wenn sie auch möglich gewesen wäre, für dersel-ben Fruchtbarkeit lange nicht so gut würde seyn ge-sorget worden, als durch eine der gegenwärtigen Be-schaffenheit übereinstimmige Einrichtung derselbenindem die whiftonjchen Nebel nimmermehr dasausrichten können, was durch einen mittelmäßigenRegen erhalten wird, zumal davon solchen Dünstenselbst die Quellender Flüsse mit versehen werden müs-sen ; die burnetsche Durchströmung der Erde mitFlüssen aber, ohne Ergiessung und Ueberschwem-mung unmöglich den Mangel des Regens ersehen

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l!H Siehe l. c. p. z86. ikz) ck-U-> Mietorlcs ckexli amiclii spuck kamrrrüiumcke kcmtlvAr

iUucinciiüurn tcsrurixine p. 41. (54) Sieht vl>ttl §. 2rr, nvr. (D).