Band 
Erster Theil.
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rzr; i Hauptstück. Die aigememe Welthistorie bis auf die Sündfiut.

theilet: indrm ex einen ganzen Tag mit unsäglicher Mühe darauf verwandt, durch de»

Schnee

fern Berge ist, daß der geschmolzene Schnee durchhäufige Wellen in die Tiefe läuft, denen man nichtbeikommen kan, und deren Wasser so trübe ist- alsirgend das Wasser einer Landflur bey dem heftigstenSturm. Alle diese Quellen machen den Stromaus, der bey Akurlu fliestet, und niemals helle wird,Sie trinken das trübe Wasser das ganze Jahr hin-durch. Wir fanden dasselbe aber angenemer als denbesten Wein. Es ist allezeit eiskalt, und hat garkeinen modrigen Geschmack. Der Bestürzungvhnerachtet, worin uns diese schreckliche Einöde seh-te, bemüheten wir uns doch, das vorgegebene Klosterzu finden, und spürten nach, ob nicht in den Höleneinige Einsiedler möchten angetroffen werden. DieVorstellung, so man im ganzen Lande hat, daß sichhier die Arche niedergelassen, nebst der grossen Ver-ehrung, welche alle Armenier diesem Berg erzeigen;indem sie die Erde küssen, so bald sie denselben er-blicken, und gewisse Gebete wiederholen, nachdemsie das Zeichen des Kreuzes gemacht, hat vielen dieEinbildung beigebracht, daß derselbe mit Einsiedlernangefüllet seyn müsse; und Strauß ist nicht dereinige, der die Leser so berichtet. Indessen versi-cherte man uns, daß es unten bey der Tiefe ein ver-lassenes Kloster gebe; daß auf dem ganzen Bergekeine eigemlicheQuelle anzutreffen sey,den zusammen-geflossenen Strom der Tiefe ausgenommen, dem wirnicht eher beikommen könten, zum trinken, als nahebey gedachtem Kloster; und daß wir in einem gan-zen Tage nicht bis an den Schnee und wieder zu-rück an den Grund der Tiefe kommen könten; daßsich die Hirten mit ihren Heerden sehr oft verirreten;daß wir endlich urtheilen könten, was es vor einelender Ort seyn müsse, da dieselben genötiget seyn,von Zeit zu Zeit in die Erde zu graben, um eineQuelle vor sich und ihre Heerden zu finden: ja daßes vergeblich seyn werde, der Pflanzen und Kräuterhalber höher zu steigen, weil wir nichts als steileFelsen über einander gehäuft und über unsern Kopfhängen antreffen würden. Wir fingen hierauf anauf die erste Reihe von Felsen los zu gehen, mit ei-ner Flasche Wasser. Ohnerachtet wir uns nun selbstdick getrunken, so war nach zwey Stunden allesausgetrocknet; geschüttelt Wasser aus einer Flascheaber ist ein unangenemer Trank. Unsere einige Hof-nung daher war, zum Schnee zu kommen, und da-von etwas zu essen, zur Stillung unseres Ducstes.Wirmüssen aber hier bekennen, daß das Augenmas garsehr bekriege, wenn man am Fus eines Berges ste-het, und die Höhe desselben erraten wil, sonderlichwenn er durch-so beschwerlichen Sand erstiegenwerden mus, als in den africamschen Wüsten seynmag. Auf diesem Sande des Berges Acaral istsunmöglich einen vesten Trit zu thun; ja, an manchenOrten muffen wir an stac aufzusteigen, wieder bisauf den halben Berg zurück gehen, und um nur eini-germassen fortzukommen, uns bald zur Rechten, bald

znr Linken wenden. Trafen wir ja dann und w»""einiges Gras an, welches zu kurz war vom Vich ^gefressen zu werde»; so war es unter unsern Stiefel"so glat und schlüpfrig als Glas, daß wir nichtkouten, sondern stille stehen musten. ,,

Den Sand nun zu vermeiden, der uns unerttElich ermüdete, «amen wir unsern Weg gerade guldie übereinander gethürmeke Felsen zu. Wir g>"*gen unter denselben- als durch Hölen hinweg, »»"waren vor allen Unbequemlichkeiten der WillerrMbedeckt, die Kälte ausgenommen, welche wir sehtempfindlich fületen und uns zur Milderung desDursts dienere. Wir wurden aber genötiget diese"Ort bald zu verlassen, innere Erkältung zu verhüten,»nd kamen auf einen sehr beschwerlichen Weg vol-ler Steine, da wir von einem Stein auf den ander»

springen musten. Gegen den Mittag kamen wirzu einer angenemern Gegend; da es schien, als ob wirsogleich den Schnee mit den Zähnen erreichen wur-den. Aber unsere Freude daurete nicht lange: den»was wir für Schnee angesehen, war nichts andersals ein Kalkfeis, der unsern Augen einen Strich Lan-des verborgen hatte auf ein par Sumden Weges,bis zum Schnee, und wo das Erdreich eine neueArt von Pflaster zu haben schien, nicht eigentlicherKieselsteine, sondern kleiner Stücken vom Frost zer-brochener Steine, deren Schärfe aber als der Kie-selsteine schnit. Wir sehten unsern Weg in guterOrdnung fort, und versicherten unsere Wegweiser,daß wir nicht weiter als bis zum nächst gelegenenSchneehaufen gehen weiten, der uns nichr dicker alsein Kuchen zu seyn vorkam; als wir aber hinzuka-men, fanden wir, daß er mehr als dreißig Schrit imDurchschnit hatte. Ein jeglicher unter uns as mehroder weniger davon, nach dem er Lust hatte, und esward einmütiglich beschlossen, nicht weiterzugehen.Dieser Schnee war über vier Schuh dick und hart ge-froren, daher wir ein gros Stück desselben mitna-men, unsere Flasche damit zu füllen. Man kansich nicht vorstellen, wie sehr das Essen des Schneesauflebet und stärket. Wir stiegen demnach von deMScknee herab mit ausserordentlicher Munterkeit,welche aber nicht lange daurete. Denn wir kamenin einen Sand, welcher hinter der Tiefe lag, undeben so beschwerlich war als der vorige. Wenn wirherunter zu glitschen suchten, so waren wir bis anden halben Leib begraben; überdis könten wir nichtauf dem graben Wege bleiben, sondern musten unslinker Hand wenden, um an das Ufer der Tiefe z»kommen, die wir gern in nähern Augenschein neme»wollen. Es war solches aber ein höchst fürchterlicherAnblick; der geringste Augenschein der entsetzliche»Tiefen drehet einem den Kopf herum. Das Ge/schrey der unzäiigen Krähen, die unaufhörlich von ei-ner Seite zur andern fliegen, hat auch etwas sehrfürchterliches. Um sieb ein Bild von diesem Ort z»machen, mus man sich einender höchsten Berge in der

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