Band 
Erster Theil.
Seite
237
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8 Abschnit. Eine Untersuchung voll der Lage des Gebirges Ararat rc. 257

welches so viel Geschöpfe erhalten >). Wenn sie aber befraget werden: ob si^nicht einigeUeberbleibsel von der Arche haben? so antworten sie gar ernsthaft, daß dieselbe noch in ent-schlichen Schneehaufen begraben liege «). Welches in der That die eigentliche Hexerey ist,so die Besteigung des Berges hindert; wie ein gewisser armenischer Schriftsteller geste-het ö), und allein schon hinreicht den Weg zur Arche zu versperren, ohne Beihülfe eines En-gels. Dem ohnerachtet bildet sich dennoch ein gewisser Mißionarius ein, daß sich das irdi-sche Paradies noch auf einer angenemen Ebene dieses Berges befinde, so GOtt vor Kalteund Hitze beware, und wo die Propheten Henoch und Elias taufend Arten von Vergnü-gen gemessen, und von dem Baum des Lebens bis an das Ende der Welt essen sollen <).Und in der That mäste man der Ebene unten an diesem Berge den Anspruch auf das irdi-sche Paradies zugestehen, wann derselbe auf der Schönheit und Anmut der Lage beruhensolle.

§. 257.

Ohne Zweifel würden die armenischen Priester froh seyn, wenn sie bessere Briefeausweisen tönten zum Behuf ihrer Ueberlieferung. Daher erzälen sie zuweilen den Reisen-den , daß gedachter Mönch auf dem Gipfel vom Ararar gewesen sey -t). Der armeni-sche Patriarch berichtete den Tournefort, daß GOtt einen gewissen Heiligen mir dem Au-genschein der Arche selbst begnadiget °). Und Rubruquis ward von einem Bischof ver-sichert, daß das oben gemeldete Stück von dem Kasten, welches dem Mönch ^sacod ge-bracht worden , in ihrer Kirche befindlich sey ^). Und die Copcen weisen gleichfals in ih-rer Kirche zu alt Cairo in Egypten ein Stück von einem Balken aus diesem Fahrzeu-ge ch *). Wieviel Beifal diese ehrwürdige Zeugnisse verdienen, wird am besten aus demBericht erhellen, den Tourneforc (6) von seinen Versuchen, diesen Berg zu ersteigen, er-theilet,

Forschung

derselben.

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Glcarius berichtet uns, daß ihm zudichamachia in der armenischen Kirche ein Krugvon schwarzem Holz, von einer halben Ellen lang, ge-wiesen worden, welcher, ihrem Vorgeben nach, vonoer Arche müsse gemachet worden seyn, und der un-'sr ihnen vor ein grosses Heiligtum gehalten wer-be(k6i. ^

. 'F) Wir machten,schreibet dieserSchriftsteller (87),Nachmittags um zwey Uhr den Anfang, denBerg Ararat zn besteigen, doch nicht ohne Schwie-rigkeit. Wir mnsten in losem Sande klettern,^0 wir nichts fanden als Wacholderstauden undDockskraut. Dieser Berg hat einen der traurigstenvud unangenemsten Anblicke, die auf der Weltiu finden seyn mögen. Es gibt auf demselben we-oer Bäume, noch Gebüsche, noch einige Mönchs-s'vster. Struxß würde uns einen grossen Gefal-le gethan.haben, wenn er uns gemeldet hätte, woA Einsiedler, deren er gedenket, sich aufgehalten.Denn das Volk dieses Landes erinnert sich nicht,gehört zu haben, daß es jemals armenische Mön-Ae oder Larmeliker auf diesem Berge gegeben;"'dem alle Klöster unten in der Ebene liegen. Ich

glaube auch nicht, daß diese Gegend an irgend einemandern Orte zur Bewonung bequem sey, weilder ganze Boden des Ararat« lose oder mitSchnee bedecket ist; ja es scheinet sogar, als ob sichdieser Berg selbst beständig zerstöre. Von demGipfel einer grossen Tiefe, dem Dorf Akurlu aufder Strasse von Erivan gegen über, wo wir her-kamen, fallen unaufhörlich grosse Stücke von ei-nem schwärzlichen harten Stein herab, die einenentsetzlichen Schal verursachen. Man findet aufdemselben keine lebendige Geschöpfe, als unten amFus und gegen die Mitte des Berges. In der er-stem Gegend halten sich arme Hirten mit reudigeMVieh auf, auch findet man daselbst ein und anderRebhun. Die andere Gegend wird von Krähenund Tiegern bewoner, welche bey uns vorbeigegan-gen, nichr ohne verursachte Furcht. Der ganzeübrige Berg, das ist, die andere Helste desselben, istseit der Zeit, daß sich die Arche daselbst niedergelas-sen, mit Schnee bedecket gewesen, und dieser Schneeist meist das halbe Jahr hindurch mit sehr dickenWolken bedecket.

Das allerbeschwerlichste und hinderlichste bey die-Gg z sem

( 86 ) Cjche DleariiReisebeschreibmig loc. m. (87) i» locv luxra ciraro.

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