Band 
Erster Theil.
Seite
254
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-SS 7 -

töd.

2) 4 n Hauptst. Algemeine Gefthichte von der Sündfiut bis Abrahams Geburt.

Vernunft sowol als der Schrift viel gemäßer scheinet, zu glauben, daß tJoah mit seinerNachkommenschaft bis an seinen Tod beisammen geblieben; daß sie nach Verlassung desKastens irgendwo in der Nahe des Berges gewont, wo derselbe stehen blieben, welchesin Armenien gewesen; und daß sie sich von da nicht wegbegeben, bis auf die Zeit, da dieSchrift von ihnen meldet, daß sie ihre Reise gegen Sinear angetreten

§. 274.

Noak> starb im neunhundert und fünfzigsten Jahre seines Alters, und ward, denmorgenländischen Ueberlieferungen zu folge, in Mesopotamien begraben, wo man seinGrab in einem Schlosse zeiget, nahe bey dem Kloster Dair abunah, das ist, unsers Vaerers Aloster *). Einem gemeinen Wahn nach theilte er vor seinem Tode die Welt

unter

-l) öibliurli. Orient, p. 677.

8. Daß durch die Zerstreuung der Menschen, so vonBabylon angegangen, eine so entfernte Gegend, alsChina, nicht so früh erreicht und bevölkert werdenkönnen, als es nach der heutigen erstaunlichen Men-ge seiner Einwoner geschehen zu seyn scheinet -„welchedaher nicht von so späten». Ursprung seyn können.

9. Daß Gelehrsamkeit und Wissenschaften von ur-alten Zeiten her in Lhiua weit besser bekant gewesenzu seyn scheinen, als in unsern Weltgegenden; ihreRegierung und Verfassung weit beständiger und vonlänqrer Dauer, als die unsrigen; und endlich ihre al-jerältesten Geschichtbücher viel zuverläßiger und ge-wisser, als die unsrigen; diejenigen ausgenommen,die von einem mehr als menschlichen Ursprung her-rüren. Welches alles einen leicht auf die Gedankenbringen soltft daß, wiewarscheinlicher Weise Noahviel weiser und gelehrter gewesen seyn mag, als irgendeiner von seinen Söhnen; so auch alle diese Verfas-sungen, Gesetze und Ueberlieferungen, die von ihmherkommen, vieleicht merkwürdige Wirkungen undZeugnisse eben dieses Ursprungs seyn mögen (.ixn.

10. Und hauptsächlich, daß die Regierung des Lohi, dem vernünftigsten und genausten Auszuge ge-mäs, den man bisher aus der chinesischen Zeitrech-nung ertheilet hat, in die Zeit des Noah eintrift (20),auch die Länge der Regierungen und Leben des Lo hl,unch seiner ersten Nachfolger, mit der in der Schriftgemeldeten Dauer des Lebens der Menschen eben die-ser Weltaiker, gar sehr übereintrist (ri).

Doch wie diese Meinung nur mutmaslich ist, sokönnen auch manche Einwürfe dagegen gemacht wer-den. Als:

i. Es sey unwarscheinlich, wmnNoahLohige.wesen, daß die chinesischen Jahrbücher einer so aus-serordenrlichen Begebenheit, als die Sündflut ist,nichtgedenken selten. Es feit aber so viel, daß sie dersel-ben Meldung thun sollen, daß es Couplet >22) aus-drücklich vor einen Irtum derjenigen ausgiebt, diesich einbilden, daß solches geschehen sey.

r. DieUngewisheitder chinesischen Schriftstel-

ler selbst, in Absicht aufdie Geschichte des Lo hi undseiner nächsten Nachfolger, ist unleugbar. Einigezweifeln, ob es jemals einen solchen Man, als Lo hi,gegeben, und andre verwerfen beides, ihn und seinenNachfolger, den Shin nungh, und fangen ihre Ge-schichte mit -Hoangh ri, dem dritten Könige an.Couplet läst daher die vbgcdachten beiden aus derReihe der chinesischen Könige gleichfals aus, undbis nicht eben ohne Grund, weil vom Lo hi erzältwird, er habe den Leib einer Schlangen gehabt, SsMNungh aber einen Ochsenkopf(rz).

z. Scheinet LNosia Erzälung von der Zerstreu-ung sich sehr kiärlich auf das ganze menschliche Ge-schlecht, ohne Ausnam, zu erstrecken, dessen algemeineVersamlung in der Ebne von Sinear er voraus-setzt; wie unten genauer wird dargethan werden.Und wenn dis zugestanden wird; so hat Noah, derkeine andre Nachkommenschaft als seine drey vornMose benamte Söhne gehabt, in China nicht ha-schen können.

Doch wir werden diese Sache zu entscheiden ver-mutlich im Stande seyn, wenn wir auf die eigentli-che Abhandlung der ckinesischen Geschichte kommenwerden, worin wir uns einigen Beistand von desneulich in Lvelschlanv herausgekomnen und von ei-nem Mandarin geschriebenen Geschichte von Eh''na versprechen, der, wie man uns berichtet hat, klwerwiesen, daß keine ältere, ächte Urkunden in diesemReiche angetroffen werden, als von zwey bis drevJahrhunderten vor Christi Geburt.

(rvo. B.) Ausfürlichere Nachrichten von diesemLo hi sind in Ish. Bapt. du -Halde äetcript. ula clüne tow. l p. 267 tsi. und rom. r p.anzutreffen, ingleichen tom. z p. 7, alwo zugleich mUngewisheit der eigentlichen Zeit desselben barg -than wird. ,

C-H.) Es lässet sich mit der Meinung unsers

Verfasser, daß nemlich Noah sich nicht alzuweit v

dem Berge wonhast niedergelassen, auf welchem 0»Kasten geruhet, die unter den Armeniern best»

(19) Siehe tkI'keor^ 8ool.lL s. p. (ly) Vi6. bis 81 >»rt View ok tl>e ckr»nol. etc.

c-O lbi-i.y. 64 65. s-2)kr»e5.Lä7-!>b.ciirv«vI.p. ;.S- (.-Z) VU. idU. P.Z. ro^il.

6l.