Band 
Erster Theil.
Seite
255
JPEG-Download
 

2 Abschritt. Geschichte Noah nach der Sündflut und seiner Nachkommen rc. 25 z

unter seine drey Söhne, so daß er dem Sem Asien, dem Ham Africa, und dem Ja-2 M.pher Europa gab. Doch dis hat nicht den geringsten Grund in der Schrift. v. . . - 4.

§. 275.

Da alle Menschen, von denen wir wenigstens einige Nachricht in der Schrift haben, Geschlechts-aus der Nachkommenschaft dieser drey Söhne Noah besteht, die mit ihm imKasten erret- Ammen' M-tet worden (H): so wird, ehe wir weiter gehen, nicht undienlich seyn, eine Geschlechtstafel ihrer äh.Abkömlinge von eben der Art zu ertheilen, als wir bereits oben von den Erzvatern vor derSündflut gegeben haben. (Siehe das Tupfer ).

Da es Mosis Hauptabsicht gewesen, nur dasjenige aufzuzeichnen, was die IstaesUten insonderheit angegangen: so hat er uns nur die Geschlechtöfolge der Linie Sems vofiständig geliefert. Was die Nachkommen der beiden andern Söhne Noah betrift, soscheint seine Absicht gewesen zu seyn, ihr Geschlecht nur bis auf die Zerstreuung herunter zumren, um der Nachwelt wenigstens die Namen der ersten Stifter der Völker zu hinterläs-st», alsdenn aber derselben nicht weiter zu gedenken. Denn es ist merkwürdig, daß, obgleichch dem Verfolg der mosaischen Geschichte manche besondere Umstände von den Cana-Mten vorkommen, als dem Volk, mit welchem die Istneliren besonders zu thun gehabt, erdennoch die Geschlechtsfolge dieses Zweiges der Nachkommenschaft Hams nicht weiter fort-fürt, indem sie sogar im Gegentheil um ein Geschlecht kürzer ist, als die von Mizraim undChus.

Auch last sich in der That aus der Schrift von den Nachkommen Sems nicht vielmehr herausbringen, als ihre Namen, und die Alter der Erzväter in der Linie pelegs, biswir auf denTharah, Abrahams Vater kommen, mit welchem sich dieser Abschnit endiget.

Doch, was auch etwan hier in der heiligen Schrift felen solte, das haben die Juden, ihrerüblichen Gewonheit nach, reichlich zu ergänzen Sorge getragen, mit den Erdichtungen und Ein-fällen ihrer Rabbinen, einer Art Menschen, welche alle andre übertreffen in der Kunst zu träu-men und Ungereimtheiten zu erfinden. Auf der andern Seite könten uns auch die christli-chen Zeitforscher und Geschichtschreiber aller Zeiten, die sich bemühet haben, die weltliche Ge«schichte mit der heiligen in diesem Zeitkauf zu verbinden, Stof genug an die Hand geben,diese Lücken auszufüllen, wenn wirs nur der Zeit und Mühe wert halten könten, ihre ver-schiedenen Meinungen und Mutmaßungen zusammen zu tragen; indem wenige derselben inirgend einer einigen Sache mit einander übereinstimmen, die sich doch ein jeder von ihnenzutrauet fest gesetzt zu haben. Wir werden daher nur gar weniger von denselben Meldungthun: denn so wieder einander laufende Meinungen dienen nur die Ungewisheit des Ganzensichtbar zu machen, und folglich den Leser mehr zu verwirren, als zu unterrichten.

Wir werden alhier die Wandrungen oder Stiftungen der Völker durch NoähNachkommen nicht berüren, weil wir dieser Sache einen besondern Abschnit vorbehalten,

um

He Nachricht wohl zusammen reimen, als welchedieses nicht nur behaupten, daß Noah j„ dieser <Ue-Senb gewonet, sondern daß er auch daselbst Mordenwäre, und sagen, daß sein Grab zu Nakswahn,°as Grab seiner Frauen, der Maranre, aber aufWege von Tauris anzutreffen wäre (- 4 ).

(Hh Ausser diesendrenSöhnen geben einige jüdischeSchriftsteller dem Noah noch einen vierten, mit

Namen Ronikocher ihremVorgeben nach dieStern-künde gelehrt, und den Nimrov in der Kriegskunstunterwiesen (r; . Die mohammedanischen Ue-berlieferungen legen zwar gemeiniglich dem Noahnicht mehr als drey Söhne bey; ein arabischer:Schriftsteller aber gedenkt noch eines andern, Ma-jesiun 0-5) genant, der vermutlich nach der Sünd-flut geboren worden.

l?4) Siehe 7°,voygxe au Z 2 . s^;) y. IZ 5 . (, 6 °)

»pu4 O dibliorb. orienc. a«. d!ue.