Band 
Erster Theil.
Seite
298
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298 n Hauptft. Algelneine Geschichte von der Sündflut bis Abrahams Geburt.

in Canaan s), Ham sey damals schon todt gewesen, und seßet seinen Tod in das fünfteJahr vor Abrahams Ankunft in Canaan, ins Jahr der Welt 2078, das ist, ins Jahrder Sündstut 422 ^). Dem allen aber ohngeachtet nimt er wieder an einem andernan, wo er von dem Alter Harns redet, daß er sowol als seine Nachkommen ihre Tage durchSchwelgerey verkürzet, und er selbst nur etwa dreihundert Jahr nach der Sündflut gelebt.Und solches, sagt der Bischof, kan man gar wol zugeben, weil sein Vater 50 Jahr längergelebt, so wie es gewis ist, daß sein Bruder Gern ihn zweihundert Jahr überlebt habe')-In dergleichen Wiedersprüche und Feltritte können die grösten Leute verfallen, wenn sie sicheinmal eine angenomne Meinung in den Kopf gesetzt haben; dem ohngeachtet aber müßenwir diesem gelehrten Schriftsteller Recht wiederfaren lassen, und gestehen, daß er in seinenAnmerkungen über unsern Verfasser den Geschichten dieser alten Zeiten ein grosses Licht mit-getheilt , und manche schätzbare Anmerkungen beigebracht habe (^).

S) > Mos- rq. Lsnebon. x. «rz ,) Uem vr>§. §-nt. rmiqulss, x>. 17^

(208. B.) Aus dieser Fortsetzung der GeschichteSancbumathons erhellet noch deutlicher, als ausdem Anfange derselben, so im ;ten Abschnit des erstenHauptstücks vorgetragen worden,daß der Verdacht ei-ner grossen Verfälschung, wo nicht gänzlichen neuernErdichtung derselben vomphilon«,nichk »«gegründetsey: der durch den Beschlus dieses ganzen Ueberbleib-sels beim Euftbio gar sehr bestätiget wird, worinfchilo selbst seine Absicht zu verraten scheint, dieGöttererdichtungen der Griecken theils scheinbarer«nd glaublicher zu machen durch Absonderung undEntschuldigung der ungereimten Zusähe, theils mitZeugnissen des spätesten Altertums der Hauptsachenach zu unterstützen. Welches die Verfasser auchveranlasset, in diesem Abschnit zweifelhafter und be-hutsamer davon zu urtheilen, als im vorhergehendengeschehen. Daher der BischofLumberlanS in sei-ner Erleuterung dieser Geschichte mehr Proben derDelesenheit und eines fruchtbaren Witzes abgeleget,als sich um die Geschichte des Altertums und Bestäti-gung der Nachrichten Mos!« verdientgemacht hat.Zumal da die Wiedersprüche seinerAnmerkungen nichtsowol Wirkungen eines Vorurtheils, als einer Ueber-eikung unreifer Gedanken find. Der beste Ge-brauch dieses ganzen unächten, und wo nicht ganz un-tergeschobenen , doch wenigstens höchst verfälsch-ten Ueberbleibsels, besteht in einer doppelten Entde-rkungund Vermerung deSWerts der Schriften Mo-fis: indem daran« erhellet, theils wie elend eS umdie ältesten Geschichte aussehen würde, «nd was

UNS vor Quellen derselben übrig bleiben würde»,wenn wir dieser Urkunden ermangeln sotten; theilswie wenig ächte und richtige Urkunden und Ueber-lieferungen des ersten Altertums andere Völker ge-habt haben müssen, indem sie genötiget worden,durch Entlenung einiger Begebenheiten aus denNachrichten des jssdiscben Volks ihren ungereimtenGeschichten einigen Schein der Glaubwürdigkeit zuertheilen. Von» Sanchnniachon selbst ist zu ver-gleichen, was bereits oben (,;z. a;') angefüretwor-den. Die Anmerkung der Verfasser §> z 19 ist übrigensganz richtig, daß zur Zeit der vorgegebene» ersten Auf-zeichnung dieser Nachrichten von den Labiren eingrosser Theil der Menschen die Sündflut bezeuge;'müssen, wenn das Andenken derselben gleich bey ei-nigen so bald hätte sollen untergegangen oder vorsch-lich unterdrückt seyn; indem nicht nur Sem, ja viel-leicht seine Brüder auch noch gelebt, sondern ihreNachkommen eine Sache, so sie aus dem Mundeunmittelbarer Augenzeugen vernommen, znveriäßiggenug bezeugen können. Daher auch die Folgerungder Verfasser, baß diese Nachrichten nicht von de»Labiren oder Loth herrüren können, weit war-fcheinlicher ist, als die Murmassung der holländ'-swen Anmerkung, daß im Sanchuniathon eineNachricht von der Sündflut gestanden, die nurindem aufbehaltenen Ueberbleibsei ausgelassen worden;indem die ganze Folge der Begebenheiten, so Sa»-cbumachon meldet, keine Sündflut zuläst undverstattet.

Vierter