ZO4- II Hauptst. Algelnenre Geschichte von der Sülldflut bis Abrahams Geburt.
seö Untememen nicht als verwegen oder übermütig verdamt, auch keiner einigen Offenba-rung eines vorläufigen Befels des Gegentheils gedenkt, als welcher solches allein hattestrafbar machen können. Und daß Sems Geschlecht, sowol als die übrigen Menschen, beydiesem Werke beschäftigt gewesen, erhellet aus ihrer Theilnemung an der Bestrafung dessel-ben, wenn es anders eine Strafe gewesen, nemlich an der Verwirrung der Sprachen; ob-gleich auch bis von manchen geleugnet wird; denn die Sprachen Elams oder persteens, und Assyriens und Mesopotamiens, waren verschieden, wie auch nichtwmiger selbstdie Sprachen der Abkömlinge Ebers, der Araber und Juden, was auch andre immerdagegen vorgeben mögen '?). Und wenn der Gebrauch der hebräischen Sprache ein Be-weis seyn sol: so sind alsdenn die Canaaniten eben so wenig bey dem Bau mit begriffe"gewesen, als Eber und seine Nachkommen; denn ihre Sprache war mit der hebräischeneinerley.
Doch sowol diese vermeinte Abwesenheit der Semiten, als noch eine andre gemeint,und unter den Anhängern der hebräischen Zeitrechnung im Schwange gehenve Meinung,daß nemlich verschiedne Völker bereits vor der Zerstreuung seyn gestiftet gewesen, wirddurch das Zeugnis der Schrift gänzlich umgestoßen, die deutlich behauptet, daß alle Mi-schen, die es damals gegeben, ohne Ausname, in der Ebne Sinear versamlet gewesen
Und
c) 8»^-»./. in öiliert pkilologicv-rkcoloß. p, 70. liomil. zo. in Oenes. ?»///»'. iUilccll. liier. 1.4. c- 4 '
b'lbl. aer-r. <sc. p. 95. Kilt. si,lr,sr >> r, I. exerc. 16. §. 6. vbi luxri p. 44.
spuäLI^cgrn snnsI. r, p, 14,
(L) In der ganzen vom Mose beschriebnen Ge-schichte scheint keine Begebenheit unleugbarer bestä-tiget zu seyn, als diese. So bald er nur die dreySöhne i 7 oah aus dem Kasten gebracht, benach-richtiget er uns sorgfältig, daß von ihnen die ge-samte Erde sey überdecket worden (4). Undnach gegebnem Verzeichnis der Namen ihrer Nach-kommen zur Zeit ihrer Zerstreuung, fügt er hinzu:und durch, diese wurden nach) der Gündflutdie Völker auf der Erden zertheilet (;). Dar-auf schreitet er zur genauern Nachricht von diesermerkwürdigen Begebenheit fort, und sagt uns, daßdie ganze Erde einerley Sprache und einerleyRede gehabt (6); und daß, als sie, nemlich die ganzeErde, vom Morgen ausgezogen, dieselben eineEbne in dem Lande Shinear gefunden, unddaselbst gewonet. Und sie sagten, heist es weiter,lasset uns Ziegel machen, und erne Stadt und
Sprache gegeben, welche Stadt so genant word^weil der -HErr daselbst die Sprache der gay'zen.Erde verwirret«, und von daraus v>Menschen über die Flache des ganzen Erdb^dens zerstreuete («).
Vom Anfang bis zum Ende dieser Erzälung
die Verbindung zwischen dem vorhergehenden »n
dem gebrauchten Beziehungswort so genau beobaAtet worden, daß es gar nicht stat haben kan, allsteanzunemen, daß weniger als alle Menschen in rEbne Shinaar versamlet, und bey dem BauBabel beschäftiget gewesen; und Moses scheint do>ungewönliche Wiederholung gebraucht zu haben, ^die Gewisheil dieser Begebenheit einzuschärfen, U'^den Mutmaßungen allen Grund zu benemen, "sey etwa einiger Zweig von Noäh Nachkommt cschaft um dieselbe Zeit in einem andern The»Erde gewesen. Daher sind die Gründe, die ^
einen Thurm^bauen; und der -HErr kam her- einigen angefurt werden, daß der Ausdruck, die S"
nieder, die Sradt und den Thurm zu sehen, den Erde, oft an andern Orten der Schrift indie Rinder der Menschen erbaueten.und sprach: eingeschränkten und uneigentlichen Verstände ge ^siehedas Volk ist eins, und sie alle haben eine mcn werde, und allein einen Theil der Erdec^^chSpracbe (7). Diese Ausdrücke scheinen umgekert zuweilen gar nichts mehr als das Land der §ck,und verseht werden zu können, und anzuzeigen; daß, sung zu bedeuten (ia); wie auch, daß der-ü» Kl-ivie alle Menschen, die hier in einen Häufen ver- die Rinder der Menschen, die Dauleure Ae-samlec gewesen, nur eine Sprache gehabt, so auch lein auf den ungläubigen Theil des mensch»") ^ jnalle, die nur eine Sprache gehabt, hier zu einem Hau- schlecht« einschränke, weil diese Redensarc mor-sen versamlet gewesen; welcher Beweisgrund um andern Schriftstellen (n) in diesem Vcr>r xstanvsoviel bündiger ist, da auf allen Seiten zugestanden komme, allster sehr unerheblich; denn ver 7- ^ p-rUrd, daß es zur Zeit des Baues zu Babel nur eine des ganzen Zusammenhangs, nach wei-ye» Her-
(4), Mos. y, 19.
van. n,Z9.
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