Band 
Erster Theil.
Seite
358
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zz8 II Hauptst. Algemeine Geschichte von der Sülchflut bis Abrahams Geburt.

gung, die in der Schrift berichtet worden, ist LTcimrods gewesen: der, wie es scheint, den Aftfür, den Sohn Sems, der sich zuerst in Sinear gesetzt hatte, aus seinem Eigentum vertrie-ben, und ihn nach Assyrien zu ziehen genötiget. Das Eigentum, so er bey dieser Gelegesheit erhielt, muö man vor unrechtmäßig erklären, ob er gleich ein gesetzmäßiges Rechthabthabenmag, über diejenigen zu herschen, die ihn, vermutlich seiner persönlichen Verdissie halber, zu ihrem Oberhaupte erwälet gehabt. Indessen ist glaublich, daß diese Verän-derung, die unsrer Rechnung nach ohngefär dreißig Jahr nach der Zerstreuung vorgegangen,sich nur über einige wenige der neugepflanzten Völker erstreckt habe. Von den übrigen,und insonderheit denenjenigen, die sich in den äussersten Gegenden niedergelassen, können wirnicht umhin, uns zu überreden, daß eine Einfalt der Sitten unter denselben noch einige Men-schenalter hindurch gedauret, und daß Kriege in der Welt nicht eher entstanden seyn, als bisdie Pflanzstädte, so anfänglich von einander abgesondert gewesen, durch Vervielfältigung ih-rer Anzal einander zu drängen, und aus Mangel des Raums misheüig zu werden ange-fangen. Welche Unbequemlichkeit diejenigen am meisten betroffen haben mus, die sich zu-nächst an dem Mittelpunkte niedergelassen; und dem zufolge sind auch die ersten kriegeri-schen Bewegungen, davon wir einige glaubwürdige Nachricht haben, von den Königen i»Sinear und Elckm r) erreget worden.

§. 402.

Später ur- Es ist sehr schwer, die Anrichtung der ersten Reiche zu bestimmen: doch ist es kaust*sprang grosser möglich, daß dieselben so früh selten entstanden seyn, als die Geschichtschreiber solches vot>rr>eye. ^stellet haben. Daß die ersten Könige nur Könige von einzeln Städten, nicht aber ve"vielen, und noch weniger von grossen Ländern gewesen; solches erhellet aus demjenigen klar,was wir in den Geschichten von dem ersten Zustande der Völker berichtet finden. Wie lan-ge war Griechenland in kleine gemeine Wesen zertheilt? Wie viele Zeiten hindurch schla-gen und stritten sie sich um die Obtzrherschaft? Mit was vor langsamen Schritten gingRom zu der Erweiterung seines Gebiets und Erhebung seines Reichs fort? und wie vieleJahrhunderte verstrichen, ehe es die benachbarten Städte sich unterwarf, diees umgaben -Die Israeliren fanden Canaan in eben dem Zustande, darin Italien zu den Zeiten»nuli war; und des grossen Glücks Josuä ohnerachtet, waren sie doch über 4.c.2Iabr mitder Unterwerfung kleiner Monarchien unter ihre Botmäßigkeit beschäftiget.

§. 4vz.

Fortsetzung Weil daher die Vereinigung vieler kleineren gemeinen Wesen zu einem Körper, durchsolcher ab- Gewalt, allem Ansehen nach ein Werk von langer Zeit ist: so müssen diejenigen Schrittst^han ung. ^ welche die Anrichtung mancher grossen Monarchien in die nächsten zwey oder drey Mest-schenalter nach der Sündflut setzen, gewaltig seyn betrogen^orden, entweder durch Beiftisolcher Geschichtschreiber, die diesen Begebenheiten ein gar zu hohes Alter beigelegt habest,oder durch Anhänglichkeit gegen ein Lehrgebäude von Zeitrechnung, welches zu kurz ist; ust^von diesen zweien Uebeln ist das letzte das schlimste. Wie ungeschickt die hebräische Zeit--rechnung sey, die Zeiten der weltlichen Geschichte darnach zu reimen, wird sich zum Th^aus der Geschichte von Egypten ersehen lassen, die wir j 'Ho vorzunemen im Begrif sistb'Hier wollen wir nur noch beifügen, daß der erste Schein einer mächtigen und ausgebreitete"Monarchie, den wir in den Geschichten antreffen, in der von Elam vorkomme, deren König,Lhedorlaomor, zur Zeit Abrahams Lanaan und die benachbarten Gegenden, bis

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