s Abschnit. Beschreibung von Egypten. Z7Z
he nicht erreichet, sie ihre Zuflucht zum Gebet nemen, welches sie auf eben dem Berge ver-richten -)(?").
§' 424 »
Damit sie desto besser im Stande seyn mögen, den täglichen Anwachs des Wassers, Von denund den darauf beruhenden Ueberfluö oder Mangel des folgenden Jahres zu beurtheilen; s§ tNlmessern.wird vermittelst herabgelassener Ziehbrunnen, oder aufgerichteter Pfeiler, die zu dem EndeZugetheilet sind, sehr genau abgemessen, wie hoch das Wasser nach und nach steige. Von^ ersten Art sol einer an dem Ufer des t^ils in Oberegypten, nahe bey Spene"), vonver letztem aber eine in Memphis H errichtet gewesen seyn. In dem Schlosse zu alt Ra-bü'a ist noch eine sehr alte Seule zu sehen, die zu eben dem Gebrauch gedienet, und zur ZeitKaisers Heraclii aufgerichtet seyn sol. Der jetzige VAlmesser (D), oder Mykias,ihn die Araber nennen, ist in eben dem Schlosse befindlich. Es ist ein weiter vkerecki-3^ Behälter, um welchen ein schöner Gang gehet, der auf zwölf marmornen Pfeilern ruhet,
Welche in Bogen gewölbt und mit einem Geländer versehen sind, worauf man sich lehnen*ün, wenn man inS Wasser sehen wil. Mitten in diesem Behälter, durch welchen ein Ca-Ual gehet, der aus dem t^kil geleitet ist, stehet ein achteckiger Pfeiler von weissem Marmor,ber in zwey und zwanzig gleiche Theile getheilet ist. Der erste dieser Theile ist wieder in vierUnd zwanzig Zolle getheilet, der zweite aber nicht; die übrigen sind inzwischen alle bis zudem obersten Ende der Seule gezeichnet. Sie sind sehr sorgfältig, die Zeit der Ueber-schwsmmung hindurch die Höhe des Wassers nach dem Maasse zu bemerken, und rufen sol-ches alle Tage in der Stadt aus. Dieses Gebäude ist so richtig verfertiget, und so genau
der
r) vb> llipro. vd> knpro. I.17. p. 817. i-^) Kc. 1 .1.p. ZZ.
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O46. B ) Maillcr erzält diese Begebenheit ausürabifchen Schriftstellern, doch mit einigen ander»umständen, da sie unter dem Raliftn O mar sol vor-gegangen seyn, im 21 oder rz Zahr der -Hegire,D, Scham hat dem 2iten Theil seiner NachrichtenM der zitm Beilage S> -45 w. einen weitläufigenAuszug aus dem Ralkasenda beigefüget vom NilUnd den Nilmestern, darin diese Begebenheitweitläufig erzält wird, daß sie zur Zeit der Stat-ycstterschast Amrn Ebn Al Als geschehen sey, un-ter der NegierungAbdallah Omar Ebn Al Rbat-tgb, wobey er sich auf die Schrift AbdalRahhmanlkbn Abdallah Ebn Abhsakam und andererZeugnis berufet: daß also durch ein Versehen neue-rer Reisebeschreibungen, was zur Zeit des Anfangsder Regierung der Moslemin, oder Muham-Wedaner vorgeaangcn seyn sol, auf die viel spätereLegierung der Türken in Egypten gedeutet wor-den. Wodurch das eine Stück der Schwierigkeitwegfält. Zur Hebung des ander» läst sich sehr war-lcheinlich mutmaßen,daß die Egypter ein geschmück-tes Bild einer Jungfrau järlich in den Flus gewor-fen, so den Muhammedanern, als heftigen Bilder->e>»den, unerträglich gewesen: indem theils damalsd" Bilderdienst und der Aberglaube sehr hoch gestje-Sen,und die mvrgenländischenGegenden überschwemt
gehabt; theils die noch fortdaurenbe Gewonheit,beimAblauf des Nils mit vielen feierlichen Gebräuchenein Kreuz i» denselben zu werfen, warscheinlichmacht, daß gleicher Aberglauben mit dem Anlaufund Steigen desselben getrieben worden; theils desRalifen Omars Verordnung, im Fal der Nil nichthinlänglich anschwellen wolle, seinen ofnen Briefoder Bescl in denselben zu werfen, der so gelautet:Abdallah Omar Beherfcher der Gläubigen,Sem Nil in Egypten. Wilt dudick, von freienStücke» und aus eigner Bewegung nicht aus-breiten : so wisse, daß ein überlegener GGttsey, der dich zwingen könne zu fliesten. In-dessen werden wir zu demselben flehentlich be-ten, daß er dich zu fliesten nötige.
(D) Dieser Nilmester ist von demjenigen unter-schieden, der zwischen I»Zab und ak Lostar, aufeiner Insel des Nils gestanden, die ihrer angene-men Lage und der verschiedenen Arten fruchtbarerBäume wegen, womit sie bepflanzet gewesen, vonden moraenländischen Schriftstellern sehr gcrümek,und al Rawdat, oder der Garten genant wird,welcher vemAsamah ebn Z?a;id (z), einemOberem-pfänger des Tributs in Egypten, unter der Regie-rung des Ralifen Solyman ebn Abd'almatek,Aaaz er,
(z) L/matt» in vitL 8olczmsn.