Band 
Erster Theil.
Seite
391
JPEG-Download
 

r Abschnitt Beschreibung von Egypten. Z9i

§. 452.

s . Die Ausmessungen und Beschreibungen der drey grösten SpiHseulen zu Memphis Beschreibungvon verschiedenen sowol alten Geschichtschreibern als neuern Reksebeschreibungen ertheilet der drey grossvrden. In den Maassengehen siegar weit von einander ab. Einer vonunseren Landesleu- lön spihseulen.,der dieselben sehr sorgfältig ausgemeffen hat, und dem es nicht an Geschicklichkeit geft.

", solches aufs genaueste zu bewerkstelligen, scheinet am richtigsten gemessen zu haben; da,

Stt wir seinen Anmerkungen hauptsächlich folgen werden.

§. 4A.

. Die erste und schöneste von diesen Spihseulen lieget auf einem felsigen Hügel in der Ausmessm-ledigen Wüste von Libyen, ohngefär eine Viertelmeile von den eczyptischen Ebenen, über gen der ersten^lche derselbe Fels 10Q Fus erhaben ist, oder vielmehr mit einem almäligen und leichten 'Eule.Zuhänge in die Höhe steiget. Auf dieser Vortheilhaften Anhöhe und festen Grunde ist die^pihscule errichtet, daß die erhabene Lage die Schönheit des Gebäudes vermeret, die Här-A des Felsen aber demselben einen festen Grund ertheilet. Unser Schriftsteller hat dieGrundlinie an der mitternächtigen Seite mit einem Halbmesser oder Radio von zehn Fus,aus einem doppelten Stande gemessen, und sie sechshundert und drey und neunzig englischeFus lang gefunden; die übrigen Seiten hat er mit einer Messchnur gemessen, aus Mangeleines gleichen Bodens und bequemer Entfernung sein Meszeug zu stellen. Die senkrechteHöhe betrüget vierhundert und ein und achtzig Fus; wird dieselbe aber nach dem schrägenAufsteigen gerechnet, so sind die Linien, welche die verschiedenen Winkel schließen, zusammender Breite der Grundlage gleich (^). Hieraus erhellet, daß obgleich verschiedene von den

Alten

Nach des -Herodotus Bericht ist eine jede^eite dieser Spihstule acht Plethra oder achthun-p" griechische Fus lang (7). Diovorus Siculus,der Warheit am nächsten komt, giebt dieses MaaSMr zu sieben plethra , oder siebenhundert griechi-'We Fus an (8) ; und Strabo etwas weniger als!?. Feldweges (9) , d i. unter sechshundert grie-Z'sche oder sechshundert fünf und zwanzig römi-Fus; dagegen Plinius sie auf achthundert dreyachtzig FuS rechnet (10). Die Höhe, saget -He-^Svtug, jst der Breite einer Seiten gleich ; wel-richtig ist wenn man es von der schrägen Hö-L verstehet, nicht aber von der senkrechten. Nach^trabons Rechnung übertrift die Höhe noch diefreite ; Diovorus hingegen erkennet ganz richtig,^"0 sie weniger betrage. Thales, der Milesier, hatjL Höhe auch gemessen; allein seine AusmessungV Nicht aufbehalten worden. Indessen mus diederen er sich bedienet hat, sehr ungewis seyn ;sie bestund darin, daß er die Stunde bemerket?,z e>'n der Schatten eines Körpers der Höhe dessel-^ gleich ist (n)-

^ Unter den neuern Reisenden hat Belonius, oder'Uigehr Gpllius, denn jener sol einen gelerten Dieb-

stal begangen, und des letztem Anmerkungen unterseinem Namen bekant gemacht haben (12), die Brei-te einer jeden Seite auf dreihundert und vier undzwanzig Schritte gerechnet, und die Höhe auf zwei-hundert und fünfzig; den Schrit zu fünf und vier-zig. Zol genommen (.iz). Marco Grimani, Pa-triarch von Aguileja, und nachmaliger Cardinal,giebet sowol die Breite als Höhe zu zweihundertundsiebenzig Schritte an (14); und Prinz Radzivil sa-get,beides werde zu dreihundert Ellen angegeben (i;).Della Valle setzet nichts gewisses, sondern bezie-het sich nur auf Belons Maasse (16). Thevenotsaget, sie sey fünfhundert und zwanzig Fus hoch, aufeiner viereckigen Grundfläche von sechshundert undzwey und achtzig Fus (17). Le Bruyn rechnet dieHöhe auf hundert und zwölf Klafter, so, die Klafterzu sechstehalb FuS gerechnet, sechshundert und sech-zehn Fus ausmacht; und die Breite dreihundertSchritte, oder hundert und acht und zwanzig Klaf-ter, so nach eben derselben Verhältnis siebenhundertund vier Fus beträgt (18). Xvansleb saget,die Sei-ten der Spihseulen seyn nicht gleich ; denn der blos-se Augenschein zeige, daß sowol an der grössesten,als an den übrigen, die mitternächtige Seite länger

sey.

(?) 1.2. M - 5 -r. I. k. p. 57. (y) §,-^0 1 .17. p. 116,. (.10) I. ;6. c. 12.

(>l) ?//». ibicl. S.>» vica 'rliglkkir. sie) S. big. I. >6. (iz) obieni.I.r. c. 44. (14) OrUip. vol. Z- p. 294. kerolvl. peregr, p, löl.

0 -//- /Ä//- ici,. ii. p. (17) V07. 1 .1. e. 5, (i«) L, ^- 7 »