z Abschn. EgYPtische Zeittechnrittg bis zu den Zeiten Alexander M. 491
§. 6OZ.
Die Glaubwürdigkeit Manethons ist von verschiedenen Schriftstellern in Zweifel Verdacht wie,gezogen worden ^), nicht nur des unglaublichen Altertums wegen, worauf ssich seineschichte, dem Vorgeben nach, erstrecken; sondern auch der Nachricht wegen, die er selbstvon.den Urkunden sol gegeben haben, woraus er dieselbe genommen: indem ervorgebe, die-selbe von gewissen Pfeilern in dem striadlsthen Lande erhalten zu haben, an welchenThoth, der erste Hermes, in heiliger Sprache und mit heiligen Buchstaben Aufschriftengemacht habe, die nach der Sündflut aus der heiligen Sprache in die griechische (^) mitheiligen Buchstaben (^) übersehet, und von dem Agarhodamon, dem Sohne des zwei-ten Hermes und Vater des Tat, in Bücher versasset, und in dem Innersten der egpptt»sthen Tempel r) beigeleget»worden. Nun ist es aber schlechterdings unmöglich, daß dererste Hermes, der in den ersten Zeiten deß eMprischen Reichs gelebet hat, die Geschich-te so vieler Geschlechte, die allererst nach seinem Tode in die Welt gekommen, solte ha/ben beschreiben können, es müste denn durch gütliche Eingebung geschehen seyn: solte aberkNanecho so einfältig gewesen seyn, dergleichen vorzugeben; so müste solches seinem gan-zen Werke notwendig allen Glauben benemen. Allein, wir glauben nicht, daß dieser Schrift-steller dergleichen etwas gemeint habe. Die Worte, so man aus seinem Buche anfüret, be-sagen auch nicht, daß er seine ganze Geschichte von den gedachten Pfeilern hergenommen;
O.gq 2 ohn.
IN k',a. Licrs et exot. 3 -i 2NN. irr. 2269. orix. lacr. !. I. c. L. §. 10. lg. x) Uyeetft
9.40. und oben §.208. '
handelt worden §, r-rg (i; 7 ). Nachdem Syncel-lus vom Iac. Gc>aro volständig, doch Nicht ebenallezeit gar glücklich in Absicht der Verbesserungen,sonderlich was die Ausrechnungen betrifk, herausgegeben worden : hat man Manethons Ucberbleibsei und Dynastien bester zu prüfen und zu gcbrauchen oder bestreiken gesucht, welches letztere vomTonring und pecrzonio am stärksten geschehen,da man sich vorher mit dem vom Gcaliger her-ausgegebenen unvolkommenen Stück des Spn-lelll behelfen müssen. Die gänzliche Verwerfungsiincr Nachrichten scheint zwar der leichteste undkürzeste Weg zu seyn, aus manchen Schwierigkei-ten zu kommen : ist aber zugleich höchst unsicher, undgereicht nicht nur zur grossen Verminderung derNachrichten des Altertums, daran wir ohnedis armgenug sind; sondern auch zur Entkräftung der Glaub-würdigkeit aller übrigen änlichen Urkunden, derenkeine von Schwierigkeiten frey ist, die sich noch wol«uf andere Art theils heben, theils vermindern las-sen. Wenn Marshams Ahns nach den vigno-uscheir und bengalischen Erinnerungen verbessertWird. H komt eiii ziemlicher Zusammenhang dieserZeitrechnung heraus, dabey Mansch» nicht ganzverworfen, sondern der Hauptsache nach gerettetwird.
. (N) Dr. Srillingfleet Hz) halt dieses mit grossemRecht vor schlechterdings unglaublich, weil die grie^Mische Sprache zu der Zeit in Egyptcn noch nichtvekant, wenigstens in keinem sonderlichen Gebrauch
gewesen ; dein» die Griechen haben, wie wir mehrals einmal schon bemerkt, bis auf des Pjammiti-chns Zeiten mit den Egyptern wenige oder garkeine Gemeinschaft gehabt. Es kämt auch sehrumvarscheinlich heraus, daß Manccho solches be-haupten solte; denn, ausser der oben erwehnten Un-warscheinlichkeit ist die egyptistbe Historie so we-nig übersetzet auf ihn gekommen, daß er selbst ge-nötiget worden, sie aus den heiligen Verzeichnissen inSgriechische zu übersetzen (i 4). Daher wir eine Un-richtigkeit in dieser Stelle mutmassen, und, daferndie Mutmaßung nicht zu verwegen seyn solte, möch-ten wir fast denken, daß man anst.it >x«,qV,
die griechische Sprache, P«-»'-, die ge-
meine Sprache lesen müste; jedoch wir dürfen unsbey einer so zweifelhaften Sache keinen Machtspruchanmassen.
(O) Zm Grnndtexte stehen die Worte:-ke°>ävP,xot;, welches der in der vorigen An-merkung angefürke gelerte Schriftsteller durch
d. j. bieroglyphische Ferclicnübersetzet, und sich mit Recht wundert, wie eineÜbersetzung verfertiget werden könne in Zeichen,die nicht Worte, sondern Sachen vorstellen (.i - Da
aber doch diese Zeichen ganz deutlich Buchstabengenant werden, so bilden wir nns ein, daß sie nichtin der gewönlichen Bedeutung des Worts hi'erogl/-phisch können gewesen seyn, sondern glauben viel-mehr, daß sie mit den oben gedachten hi'erogra-phischen oder heiligen Buchstaben einerley gewesen.
tziz) Orlz. s,ci. I.2. (>4°) cv»n, Lxioü.t. i. p. izzü.
(,;) vdi kuprs.