Band 
Erster Theil.
Seite
492
JPEG-Download
 

492 III Haupst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

ohmrachtet er vermutlich diese Urkunden zur Bestätigung der alten Geschichte vor ThorhsZeiten mag angefüret haben, auch diese Pfeiler, oder doch wenigstens einige sehr alte Pfei-ler, welche die Priester dem Thoth beigeleget haben, zu des Manerho Zeiten vorhan-den gewesen seyn müssen: indem er sonst nimmermehr, absonderlich in einem an seinen Für-sten gerichteten Buche, so öffentlich sich darauf würde haben beziehen können. Auch kanauf diesen Einwurf geantwortet werden, daß, obgleich Thoth die ersten Aufschriften aufdiese Pfeiler gemacht, es doch nicht unmöglich sey, daß nicht in den folgenden Zeiten zudenselben andere Aufschriften solten seyn beigefüget^worden; denn die Pfeiler können ihm,der gemeinen Redensart nach, zugeschrieben ftyn, wenn gleich die darauf befindlichen histo-rischen Nachrichten nach seinem Tode von andern fortgescßet worden. Bey dem allen aberist es noch zweifelhaft, ob es Manechons Meinung wirklich»gewesen, seine Geschichtedurch das Zeugnis sothaner Pfeiler zu bestätigen; denn die Stelle, worin er ihrer geden-ket, scheinet aus einem andern von seinen Büchern genommen zu seyn, welches SochlSoder Sech geheißen, und nicht historisch, sondern prophetisch gewesen; denn in der Zuschriftdieses Werkes an den prolemäus Philadelphus sagt er, dgß er die Auslegung der heili-gen Bücher des Hermes aus Gehorsam gegen gedachtes Fürsten Befel unternommen,der sich bey ihm nach künftigen Begebenheiten erkundiget, die in der Welt vorgehen sol-ten ö). Was aber die Urkunden betriff, woraus, er seine Geschichte genommen, so wer-den wir sonst benachrichtiget, daß sie aus den heiligen Verzeichnissen hergenommen wor-den 0, so die Priester gehalten, und in egpptisHer Sprache geschrieben gewesen, indemer sie daraus ins griechisiHe'überseHet

§, 606.

ib) S. Hmcc//. p. 40. »') contrs Hpiori. 1.1. p. izz6. prsep. evLnx. 1.2. in prooem.

(Z49.B.) Die Mutmaßung der letzten Anmer- Manethons bcstritten; indem er vermeinet, baßkung der Verfasser ist volkommcn gegründet und derselbe alte Aufschriften, so Nachrichten wichtigerHLchst warscheinlich : indem die ausdrückliche Mel- Begebenheiten enthalten, in eigentümliche Namendüng nicht nur der Buchstaben, sondern auch der verwandelt,und vorVerzeichnisse der egyptisthen Kö-Sprache oder des Dralecrs erweiset, daß solche Zci- niqe ausgegeben habe, wovon er verschiedene Dei-chen nicht hierogl)'phisck) können gewesen seyn, spiele ertheilet, als die Worte Woegsr, ^msckus,weil keine Sprache ohne Worte seyn kan, derglei- hsomclieri, Vcncpiies, Vtopkseäus, Kliebichis 2s»chen es bey der hl'eroglyphi'sthen Schrift nicht tzie- 8 ememp 6 s, Licnscke«, llociros, lieucho«, Lina-bet. Daher im warburton (Z42) S. iz6 rc. tkrrs, Has, 8 etbenes, so sollen viel geheißen haben,eben diese Verbesserung Erlstbii, oder vielmehr Spn- loegsr (Heros ikreium«) iinbellis scu impotcn»kklli, angenommen worden : alwo die erste Mut- ksLtus labe mcmbioruni oblcocnoruku et rclpirs-massung der vorhergegangenen Anmerkung aber be- rioins (fzucium), lecl lugen«, pveniten«, 2 fzmilisristritten wird, indem man mit den heiligen Buchst«- leu seästore ab ^brabsmo 8emi (patriarclrac po-ben gar wol gricck-i'fche Worte schreiben können, ttero) refilkutus eik per preccs. Interini tlecus,die griechische Sprache auch zeitiger in Eg^pten, animoruiu compmiÄio, anxietas, sö numen pk-sonderlich bey den Priestern, bekant gewesen zu seyn caiulum in coeeu ttipplicationum publico, vbi sg-scheinet, als gemeiniglich geglaubt wird. Durch die num viökimsm llstuerat nii'fere segrotus. Wok-übrigen Mutmassungm wird dieser ganzen Sckwie- aus er schliesset, der Pharao, so i Mos 12 demrigkek noch mehr abgeholfen. Wie man die hiero- Abraham die Sara genommen, sey dcr Tögakglyphisckie Schrift vor eine Erfindung des ersten AmachusMomeheri des Eratosthem's gewesen,Hermes gehalten, die Buchstabenschrift aber dem weil derselbe, den in den Verzeichnissen Erätofrhe-zweiten beigelegt: fi> jsts gar wol möglich,daß man nis und Manethom« gemeldeten Zähren nach,alle sehr alte Nachrichten, so in dieser verschiedenen diese Zeit gehöre. Dergleichen AuslegungenSchrift abgefasset gewesen, diesen Verfassern zuge- Pharao mehrere vorkommen, S. 21:0-24.25.28^.schrieben. Wenigstens hat sich Manerho blos in ja nebst dem im Jahr der Welt 247? geschehenenAbsicht des spätesten Altertums auf diese Urkunden Ausgangs der Zscaeliten aus Egypren unter demberufen können. Hr. ^och haz durch einen andern Hirtenkönige Aßis S- 12 zum Grunde der ganzenEinwurf die gesamte D/nKffien und Nachrichten Untersuchung der egyptischen Geschichte gelegt

worden