zr6 in Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.
von sehr glänzendem Marmor aufgefüret. An der vierten Seite oder Mauer zeigten sich zweyriesenmäßige Bildseulen in sitzender Stellung, die ganz aus einem Steine gehauen, und sie«den und zwanzig Ellen hoch waren. Nahe bey denselben befanden sich drey Eingänge, durchwelche man in einen grossen Saal kam, der zweihundert Fus ine Gevierte hielte, und nachArt einer Musikbüne auf Seulen ruheke. Auf diesem Platze stunden viele hölzerne Bildseu-len, welche gerichtliche Parteien vorstellten, nebst den Richtern, so ihren Rechrshandel an«hörten. Diese letzten, dreißig an der Zahl, waren auf der einen Seite in Zchnitzwerk abge/bildet, mit ihrem Vorsteher in der Mitte; an dessen Halse ein Bild mit verschlossenen Augenhieng, die Warheit vorzustellen, um denselben her aber viel Bücher lagen. Womit sie amdeuten walten, daß die Richter gegen Bestechung fest seyn, und auf nichts als Warheit undBilligkeit sehen müssen. Von bannen ging man in eine Gallerie oder Gang mit Gemä-chern, die mit den schmackhaftesten Speisen versehen waren. Hier sahe man den König aufdas künstlichste gearbeitet und mit den lebhaftesten Farben gemalet, wie er Gott das Silberund Gold darbrachte, so jarlich in den egyprischen Bergwerken gegraben wurde, und sichaufz,200,000,000 Minen, oder 96,002,060 Pfund Sterling belief. Dichte dabey stand derheilige Büchervorrat mit dieser Aufschrift: Die Arzeneikammer vor das Gemüt. Gleichdaran stunden die Bilder aller cczypnschen Götter, nebst dem Könige, wie er einem jedenunter ihnen sein gebärendes und besonderes Opfer brachte; damit Dsrris und die übrige»Götter, so unter demselben stunden, erkennen möchten, daß er ein gottesfürchtiges und gerech-tes Leben gefüret habe. Unmittelbar nach der Bücherfamlung kam ein Gebäude von selte-ner Bauart, worin zwanzig Betten stunden, worauf man bey Gastmclen zu liegen pflegte,nebst den Bildseulen Jupiters, der Juno, und des Königes, welcher der Vermutung nachalhier begraben gelegen habe» sol. Rund herum stunden verschiedene viereckige Seitenge-bäude, worin sehr kunstreiche Gemälde der heiligen Thiere zu sehen waren. Aus denselbenstieg man zu dem Begräbnis hinan, über welchem man oben einen güldenen Ring oder Zir-kel sahe, der z6; Ellen im Umkreise hatte, eine Elle dick war, und das Grabmal umgab.Dieser Ring war nach den Tagen des Jahrs eingetheilet, und zeigte den Auf- und Untergangder Sterne, nebst ihren Vorbedeutungen und Anzeigungen, nach der egypristhen Stermdeutung. Diese zirkelrunde Einfassung wurde von dem Perser Cambyses weggefüret«So sahe des Ossmandyas Grabmal aus, dessen Nachkommen bis in das achte Glied nachihm regierten, unter welchen der letzte Uchoreus hics') (^).
§. 629.
Uchsrrus und Die Erbauung und Befestigung der Stadt Memphis, die zwar bereits dem LM--Sasychis. nes zugeschrieben worden, wird auch dem Uchoreus beigeleget ). Er sol diese Stadt 150Feldweges gros, oder beinahe zwanzig Meilen im Umkreise, angeleget, und sie durch Wälleund Graben vor den Uebcrschwemmungen des LTlils und feindlichem Ueberfal in Sicherheitgesetzt haben. Er zierte sie ferner mit Pallästen, die zwar vor dergleichen Gebäuden in ane
derst
(Z67. B-) Diese Beschreibung Diodork von die- den, auch noch manche Seltenheiten und Zierrateu,sem prächtigen Grabmal Gstmanvvä wird vom so jener Übergängen, an dem Mauerwerk, denpococr bestätig« und ausfürlich erleutert, in- lisken, Pfeilern und Bildstulm bemerket hat.dem derselbe diese noch ziemlich kentlicken Steinhall- (.E) Der zuletzt erwente ZeitrechnnngSverständigefen, ohnerachtet anjetzo in einem Theil derselben ein meinet, die Thaten des Uckoreus und kNäris schmf-Dorf angebauet worden, mit jenes Nachrichten der ckcn nach einerley Gcmütsfassung, und ist daher sehtHauptsache nach volkommen übereinstimmig befun- geneigt, beide vor einerley Person zu halten (i z).
(,z) S. Lir, //E lVervee» ekroiwl. p. ,o.