TesostriS,
M m. Hauptsi. Geschichte Egyptens örs zu dm Zeiten Alexanders des Grossen.
§. 6Z2»
Gesostris, Gesoostris, Sesoosts', SesönchLs, Sessnchosis, Sethosis, undverschiedene andere Benennungen sollen, einiger Meinung nach ^), einerley Könige zukom-men,
(H) Herr Joh.Marsham giebt zu, daß er mitdiesen verschiedenen und andern Benennungen mehrbeleget sey, die wir vieleicht bäld anzufüren Gelegen-heit haben werden. Seine Meinung gehet klärlichdahin, daß der Gesostris der weltlichen Geschicht-schreiber mit dem Gosse ober Gisse der heiligenSchrift einerley sey. Er bemerket, daß die altern Kö-nige von Lgxpren, mit welchen die Erzvater undIsraelieen vordem zu schaffen gehabt, allezeit Pha-raos) genennet worden; dagegen Sisac der ersteegyptischeRönigist, der in der Schrift mit seinemeigentlichen Namen genant wird; wo nicht Rame-ses vielmehr der Name eines Königes, als eines Lan-des ist. Dieser berümte ZeitrechmmgSverständigevermeinet, daß da Gesostris oder Sisac, wie er ihnnennet, ausgezogen, Asien zu überfallen, er nicht füg-lich umhin gekont das jüdische Land anzugreifen,daher er die Hauptstadt desselben, Jerusalem erobert,welche er ihrer Reichtümer beraubet, und den KönigRehabeam sich unterthanig gemacht habe; dennbey den siebenzig Dolmetschern und in dcr Vulgakawerde ausdrücklich gemeldet, daß er eine Menge Li-byer, Troglodyren und Ethiopier in seinem Be-folg gehabt, welche Völker er, weltlichen Berichtennach, vorher überwunden gehabt Hlernächst brin-get er aufdenJoscphus, der da meldet, Herovotushabe die Thaten des Sessc dem Gesostris ausVersehen zugeschrieben; inaleichen, -HeroSocushabe sieh blos in dem Namen des Ränigesversehen. Allein, der hieraus gefolgcte SchluSscheint uns nicht so richtig zu seyn, als er diesem ge-irrten Man mag vorgekommen seyn; denn wir se-hen nick t ein, wie daraus natürlich folgen müsse, daßSesostris und Gisse eine Person seyn. Last unsz.E. setzen, daß ein auSwertiger Geschichtschreiber diegrossen Thaten unsers fünften -Heinrichs unsermKönige Stephan irriger Weise beilegte; so würdeman daher nicht zugeben, daß er den König-Heinrichgemeiner habe; hingegen würde er ganz offenbar diegedachten grossen Thaten weit vor der Zeit setzen, dasie geschehen sind, oder auch vieleicht daran gedachtworden Indessen Halts dieser gelerte Man dafür,baß weil -Hcrodotus und Joseph»» in der Sacheselbst miteinander übereinkommen, so habe die Ver-schiedenheit der Namen, die sie anfüren, nicht viel zubedeuten. Ja weil -Herovotus versichert, daß ereinige von des Gesostris schimpflichen Senken indem syrischen Palästina gesehen habe, auch endlichin der Schrift und bcy dem Joseph«» gemeldet wird,Rehabeam habe die Stadt ohne den geringsten Wi-derstand übergeben: so scheinet er völlig in den Ge-
danken zu stehen, daß Sessc oder Gisse sie eben bev-dieser Gelegenheit aufgerichtet habe. Wir wolle»ihn hier verlassen, mit der algemeinen Anmerkung,daß er dasjenige, was die Schrift von der Eroberungdes jüdischen Landes durch Gisse meldet, den Nach-richten der weltlichen Geschichtschreiber von dem Se-sostris beifüget, und dabey vermeint, daß seine alge-meine Hcrschast mit ihm nicht aufgehöret habe (.19).
Last uns nun sehen, was Perizonius dagegen ein-zuwenden hat; denn wir haben bereits bemerket, daßer sein Hauptwerk daraus macht, dcnvorhcrgedach-ten Zeitrechnungsverständige» zu widerlegen, (ftbehauptet demnach mit grosser Zuverläßigkeit, daßSesse und Gesostris zwey ganz verschiedene Köni-ge seyn, und der eine lange nach dem andern gclebethabe. Seinen Beweis wollen wir so kurz und deut-lich, als uns möglich ist, vorstellig machen.
1) Nimt er die oben aus dem Jostphus angefm-tcn Stellen vor, und nachdem er erwiesen, daß ver-schiedene Gelerte sowol als Herr Joh.Marsha^sie unrecht verstanden haben, gehet er weiter. Erst-lich dringet er darauf, daß Gesostris, nach dem ein-stimmigen Bericht der Griechen, lange vor der Zeitdes trojanischen Krieges gclebet habe Das ver-sichert -HeroSotns, und Diodorus meldet eben das,nur mit dem Unterschiede, daß er weit mehr Zeit zwi-schen diesem Könige und dem gedachten Kriege sehet,als -HcroSotus. Eben dieses wird auch deutlich be-stätiget von dem Strabo (roh, und dein -Aristote-les (ri), der ihn vor dem cretisthen Gesetzgeberno« sehet; ingleichen von denen, welche den Zug betArgonauten beschrieben haben; von dem Söhlig-sten des Apollonius (rrh, von dem Arrianus (rz)'der ihn mit dem Scztben JanSzsis in eine Zeit st?het; von demJornanVcs (24),weicher versichert, daßer vor der Amazonen Zeiten berümt gewesen seiftund endlich von demJustinus imdAelianusO^unter welchen jener meldet, Gesostris habe rordc»Ninus Zeiten gclebet; dieser aber, er sey von delstMercur unterwiesen worden, wodurch er ihn ilftgZeit des egzptischen Mercur« bringet, der ganzgAwis alter gewesen seyn inusie, als Rehabeam.diesen Anfürungen tadelt er den Hru Johham, daß er sich aus so häufigen Zeugnissen nichtsche. und alles vor einen Jrtum ausgebe, so aus der Un-wissenheit der Griechen entstanden; und faretdal-ans weiter fort: Kvnte aber den Griechen wol de»Gesostris Lebenszeit unbckant seyn, wenn er staelebet hat ? denn es ist ausgemacht, daß -Homer ERehabeam nicht so gar lange nach einander gelebt
haben. Und wer kan begreifen, daß ein Man, besw
(,y) S-(20)S.1.I.P> e, 1. , 7 . p.824. ftih S.
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