Dieterich. 257
Dieterich(Veit) dieſer unſterbliche Theologus, der alseine der vornehmſten Perſonen in der Nuͤrubergiſchen Reforma-tions⸗Geſchichte anzuſehen iſt, war gebohren den 8 Dec. 150(nicht 1507 wie Fr. und Om, ſagt) zu Nuͤrnberg, woſelbſt ſeinVatter ein Schuſter war. Er wurde insgemein Vitus Theodo-rus genennt; allein er ſahe es nicht gerne, daß man ſeinen Na-men alſo aͤnderte, brauchte auch ſolchen nicht leicht, ſondern nennteſich entweder nur ſchlechtweg Vitus, oder Vitus Dietericus.Nachdem er in ſeinem Vatterland einen guten Grund gelegt hatte
ieng er 1522 unter dem Rectorat D. Joh. Schwerdfegers na
BWittenberg„und erlangte, weil er von armen Eltern war, vondem Rath zu Nuͤrnberg, die Studier⸗Koſten, wie ihn denn Me-lanchthon an den Rath und ſonderlich an Hier. Paumgaͤrtner ſehrnachdruͤcklich recommendirte. Hier nun hoͤrte er Luthern, beydem er auch im Haus und eine Zeitlang Famulus geweſen, fernerden Melanchthon, welcher ihn, zum Unterſchied anderer nur VitumNoricum nennte, und ihn bey ſeinen Pucber n in Nuͤrnberg unge-mein herausſtriech. 1530 nahm ihn Luther mit ſich nach Coburg,wo er ſich waͤhrenden Reichstages aufhalten muſſte. Hier hatDieterich, wie er ſelbſt an den Melanchthon ſchreibt, alle Tage3 beſondere Stunden zu Gott um den gluͤcklichen Lauf des Evan-gelii gebethet, und alle 14 Tage das H. Abendmal genommen.In ſeinem Studieren brachte er es ſo weit, daß er nicht nur Ma-giſter, ſondern auch in die philoſophiſche Facultaͤt aufgenommenwurde; wie er denn 1533 den 6 Febr. als Decanus 7 Magiſtrospromovirte, ſonſt aber daſelbſt privatim die Philoſophie lehrte,und oͤffters zu iedermanns Verwunderung und Vergnuͤgen pre-digte. A. 1535 gieng er wieder nach Hauſe, und wuſte langenicht, ob er die ihm aufgetragene kreten zu Tuͤbingen anneh-men,, oder ſich wieder nach Wittenberg begeben, oder aber demVatterlande ſeine Dienſte wiedmen ſollte. Endlich ent echloß erſich zu dem letzten, da ihm das Paſtorat an der Sebalder-Kircheaufgetragen wurde, welches er auch 1536 den 6 May antrat, undbis an ſein Ende getreulich dabey verblieb, ohngeachtet er indeſſenzweymal auf Aca demien beruffen wurde, nemlich 1136 nach Wit-
L tenberg