Band 
Erster Theil von A - G.
Seite
266
JPEG-Download
 

266 Dilherr.

——-————————Vocationes; er ſollte Gen. Superintendent und Hofprediger zuAltenburg, zu Weimar, zu Oldenburg und Delmenhorſt, in-gleichen Superintendent zu Halle in Sachſen und nachmals zuGotha, auch Domprediger zu Magdeburg werden. Er ſchlugaber alle dieſe Ehren⸗Stellen aus, wollte auch ſogar nicht Doctorder Theologie werden, obwol die Herren Herzoͤge zu Sachſenihn dazu vermahnet, und die Koſten haben tragen wollen. Inſeinen oͤffentlichen Vorleſungen hatte er oͤffters uͤber ꝛd0, und inden beſondern, uͤber 100 der vornehmſten Zuhoͤrer. Das De-canat der philoſophiſchen Facultaͤt hat er dreymal, das Rectorataber einmal ruͤhmlich verwaltet. So hatte er auch die Univerſi-taͤts⸗Guͤtter, und ſeine, im Namen der Univerſitaͤt, an die Kai-ſerliche und Schwediſche Armeen und Generals aufgetragene Eom-miſſionen mit groſſer Klugheit, beſonderer Herzhafftigkeit und gu-tem Gluͤck verwaltet. Als 1541 und 42 Jena mit KaiſerlichenVoͤlkern ſehr belegt, und wegen des Muthwillens der Soldatendie Univerſitaͤt faſt allerdings zerſtreuet war, bath unſer Dilherrſich die Erlaubniß aus, auf einige Monate eine Reiſe nach Ita-lien zu thun. Bey dieſer Gelegenheit kam er 1642 den 3 Pfingſt-tag nach Nurnberg, und hielte ſich einige Zeit bey ſeinen Be-freundten auf; man lernte aber indeſſen aus ſeinem Umgang undeiner bey St. Laurenzen gehaltenen Predigt,(welche ſo voll war,daß der Meßner gar nicht zur Kanzel dringen koͤnnen,) ſonder-lich aber aus einer im Auguſtiner⸗Kloſter gehaltenen Rede, deeducatione liberorum, zu deren Vorbereitung er nicht mehr als 7Stunden Zeit hatte, ſeine groſſen Gaben kennen. Dieſes be-wegte den Magiſtrat bey uns ihm die Aufrichtung eines Audjito-rii publici, in welchem er der erſte Prof. der Theologie, Phlilolo-gie und Philoſophie ſeyn ſollte, wie auch das Directorium desEgidiſchen Gymnaſii, ſamt der Inſpection aller Schulen undStipendiaten, ingleichen das Bibliothecariat und die Cenſur derBucher aufzutragen, mit dem Verſprechen, ihm die erſte lediggewordene Prediger ⸗Stelle dazu zu geben. Er lies ſich auchhiezu um ſo viel mehr bereden, weil er ſchon ein Jahr vorher ſchrifft-lich zur Prediger⸗Stelle an die Marien⸗Kirche hieher beruffen,damals aber von Hochfürſtl. Herrſchafft nicht dimittirt wu