Band 
Erster Theil von A - G.
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268
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268 Dilherr.

—Erzberzogen ſiehe die Unſch. Nachr. von 1708. p. 712 ſqq. undLudolfs Schaubuͤhne der Welt, zter Theil p. 935 qq. wo Dil-herrns eigene Relation befindlich iſt. Doch fehlte es auch nichtan verſchiedenen Gefahren, worein er bey Zeigung der Bibliotheckgerathen. So wird in dem gedruckten Lebenslauf ſeiner ſeel. Ehe-frauen erzaͤhlt, daß einmal 8 Perſonen widriger Religion, wel-chen er die Vibliotheck zeigte, ihm, da er alleine war, faſt Ge-walt anthun wollten und einen groſſen Tumult angefangen, wor-auf aber ſeine getreue Ehegattin, die ſolches ohngefaͤhr innen wor-den, unvermuthet in die Bibliotheck gekommen, ſolche unhoͤflicheund unbeſonnene Gaͤſte mit ſolcher heroiſcher Tapferkeit angeredet,und ſo mannhafft angefallen, daß ſie alsbald allen Muth ſinkenlieſen, und nur gebethen, ſie unbeſchaͤdigt weggehen zu laſſen,welches auch geſchehen. Einſtens hatte er auch einen gelehrtenStreit mit dem Ice Biſſelio, den er auf der Bibliotheck zuMittag tractirte: Dieſer warf ihm vor, daß er beweibt ſeye; Dil-herr entſchuld G5 ſich mit dem Exempel Petri, Pauli und ande-rer Apoſtel. Biſſelius aber wollte die Ehe Pauli nicht gelten laſ-en. Nun berief ſich Dilberr auf Ignatii Zeugniß davon, derJeſuit aber verſetzte, er wollte ſein Leben zum Pfand laſſen, wennIgnatius ein Wort davon geſchrieben habe: worauf denn Dil-herr einen lang vor der Reformation geſchriebenen Codicemmſctum epp. Ignatii aus der Bibliothek herbey holte, und ihmdie Stelle vor die Augen legte. Der Jeſun wurde hieruͤber be-ſchaͤmt und beſtuͤrzt, ſuchte ſich aber damit auszureden/ es mochtejemand die alte Handſchrifft nachgemacht und dieſe Stelle einge-ſchoben haben. Allein, da dieſes der Augenſchein widerlegte, ſoſagte Dilherr mit Laͤcheln: Euer Leben ſtehet nun in meiner Ge-walt, doch will ichs euch ſchenken, aber mit dem Beding, daßihr erkennet, es habe euch niemand iemals ein groͤſſer Geſchenkgemacht. Ubrigens war unſer ſeel. Dilherr nicht nur ein Liebha-ber, ſondern auch ein achter Kenner der Muſik, daher er 1643den 30 Map zu Ehren derſelben eine oͤffentliche Rede hielte de ortuet progreſſu, uſu et abuſu muſicae, worauf ſodann eine ſehr ſo-lenne Muſik aufgefuͤhret worden. Er hat ſonſten in der Nuͤrnber-giſchen Kirche verſchiedene preißwuͤrdige Anſtalten angegebeh 1

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