Buch 
Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
Entstehung
Seite
52
JPEG-Download
 

5 » -

dafs sie nicht den Geschmack selbst, son-dern das Gefühl der Störungen zur Sprachebringen, welche durch ihn die Phantasieund die GescliälFtigkeit erleiden. Der sitt-liche Geschmack, als Geschmack überhaupt,ist nicht verschieden von dem poetischen,musikalischen, plaslischen Geschmack. Aberspecifisch verschieden ist der Gegensatzzwischen Geschmack und Begelirung imSittlichen, von dem in den Künsten. DieElemente der Verhältnisse, welche der ästhe-tischen Beurtheüung unterworfen sind, lie-gen hier aufser uns, dort in uns selber.Sie sind in den Künsten nur Gegenstände,auf die wir merken, für die wir uns viel-leicht bis zur Vorliebe inleressiren ; vondenen wir aber doch scheiden können, wennes seyn mufs , und die sich immerhin mitandern , bessern , passendem, werden ver-tauschen lassen. Aber in der sittlichen Be-urtiheilung wendet sich der Geschmack, alsunser eigner Ausspruch, gegen uns selbst;er trifft auf Begehrungen, die unsre eignenGemülliszustände sind ; und soll ihm Folge