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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
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ohne allgemeine Sätze? Was kann sie überdas Leben bestimmen, wenn der Geschmacksich anmaafst, jeden einzelnen Fall, der ihmVerhältnisse von Begehrungen darbielet, un-mittelbar zu beurtheilen ? Diejenigen,welche gern aller Maximen iiberhoben sind,um ganz frey in jedem Augenblick zu thun,wa? ihnen gefällt, werden damit sehrzufrieden seyn, und uns zugleich alle fer-nere Bemühung um richtige sittliche For-meln, willig erlassen.

In der That, es findet sich bey geringerAufmerksamkeit, dafs die Consequenz unszwingt, die letztere Voraussetzung anzuneh-men. Sollte Allgemeinheit der Charactereines ästhetischen Urtheils seyn: so wäredas vollendete Vorstellen des Verhältnisses,worauf es geht, unmöglich. Denn der Blickins logisch - Allgemeine ist ein Blick aufdie unabseliliche Mannigfaltigkeit dessen, wasin den Umfang eines Begriffs mag fallenkönnen. Dieser Blick findet kein Ende: sowenig als die Menge der möglichen logischen

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