Buch 
Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
Entstehung
Seite
63
JPEG-Download
 

- 6 3

für sie erkünstelt würde, dem sie unterzu-ordnen , wo nicht gar, aus dem sie abzu-leiten wären! Man wird es sich schon ge-lallen lassen müssen, in der Wissenschaft,die uns beschäftigt, eine Einheit nicht zufinden , welche ihrer Natur nach , i n ihrnicht liegt, so wenig als sic ihr von aufsenkann gegeben werden.

Auch daran ist nicht zu denken ; dafsetwa die verschiedenen Urtlieile des sittli-chen Geschmacks den Boden ihrer weltli-chen Anwendbarkeit im menschlichen Leben,Vollständig unter sich getheilt hätten, umnichts unbestimmt zu lassen, nichts auf wi-dersprechende Weise zu bestimmen, sonderneinander, wie gute Nachbarn, iheils Hülfezu leisten, tlieils gehörig zu beschränken!Nichts von dem allen! Das menschliche Le-ben ist viel zu bunt, als dafs die einfachenWillens Verhältnisse im Voraus wissen könn-ten, wie sie einander darin begegnen wer-den. Man würde ihnen vergeblich die klugeVorsicht anmuthen, welche sich auf Berech-