79
che der Vorbildung entsprechen oder auchnicht.
Die Beurlheilung und das Wollen sindnicht zwey getrennte, nicht zwey verschie-dene Personen, deren eine die Vorschriftgiebt , die andre sie empfängt. VielmehrEin und dasselbe Vernunftwesen ist das,welches will, und welches auch urLheilt; —urtheilt, und will.
Fassen wir es auf, dies Vernunfhvesen!Erhebt sich in ihm ein Begehren, Beschlie-fsen : sogleich steht vor ihm das Bild sei-nes Begehrens und Beschliefsens ; es er-blicken , und beurtheilen, ist Eins ; das Ur-theil schwebt über dem Willen; indem dasUrtheil beharrt, schreitet der Wille zur That.Entweder nun die Person hat wollend be-hauptet, was sie urtlieilend verschmäht. Odersie hat wollend unterlassen, was sie urthei-lend vorschrieb. Oder Wille und Urtheilhaben eimnüthig bejaht, einmüthig verneint.In allen Fällen sehn wir die Elemente desVerhältnisses von einander durchdrungen, in-