Band 
Erster Band. A - G.
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furcht, durch Abnehmuttg seinerMutze» bezeugt, als zufällig dar;und allerdings läßt sich eine Hirten-Anbemng in ablìesÂo denken, undkann auch eine solche Anbetung inder Natur sich eraugnct haben, ohnedaß dieser Hirte, und auf solche Art,dabey gegenwärtig gewesen wäre;allerdings erfordert die Begebenheitallein diesen Hirten nicht; er kannwegfallen, oder da bleiben; allein,welcher große Künstler, oder Dich-ter, stellt denn dar, blos um darzu-stellen? Welchem ist denn Darstel-lung Zweck? Und nicht vielmehrMittel? Mittel, alle die Vorstellun-gen und Empfindungen zu erwecken,welche eine solche Begebenheit in dersi.arur erwecken kann? Hierauf ar-beitet er los; dieses ist sein Zweck;und diesen Zweck kann er nicht errei-chen , ohne sein Werk der Wahrheit,der wahren Natur, so nahe, alsmöglich, zu bringen, ohne ihm denhöchsten Grad der Täuschung zu ge-den. ohne es so individuell, alsMöglich, zu machen. Kein Ding inder Natur «raugnet sich aber, ohnedaß nicht Umstände es begleiteten,weiche, in Rücksicht auf die Eräug-nung, oder auf das Ding selbst,freylich gleichgültig sind, welche frey-lich, diesen unbeschadet, da seyn,oder wegbleiben könnten, und welche,in so fern also, zufällig heißen, dieaber auch schon in der Natur dieWirkung desselben modificircn undbestimmen. Ein und derselbe Baum,allein, oder mit mchrern, mit gleich-artigen, oder mit ungleichartigen,auf diese oder auf jene Art mit ihnengepaart, so, oder anders beleuchtet,auf einer dürren Haidc, oder auf ei-ner blühenden Wiese befindlich, ». s.w.. wirkt jedesmahl anders auf denBeschauer; und, obgleich die eigent-kich anbetenden Hirten, allein, unsfür sich berrackirct, vermittelst , desDaseyns dieses Blöden und Einfalti-rMn, keinen andern Eindruck ma-

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chen, nicht ändrr« wirken: so wirken sie,vermittelst desselben, doch tiefer; dasheißt : so scheint das Gemählde um de-sto ehe die wahre Begebenheit darzu-stellen. Dieser Hirte ist also, für dasRüntklcr-Ganzeckeiueswegcs zufällig,kann keincsweges wegfallen oder da-bleiben, so wenig er auch zu dem Na-tur-Ganzen der Begebenheit erfor-derlich ist; er ist, zur Wirkung deserster» schlechterdings nothwendig,folglich sehr rvesenrlich. Ohne ihnhätte das Gemählde nicht das An»sehn der Wahrheit, welches gegen-wärtig es hat. Und nicht blos die-ses, sondern auch der Reiz derMan-nichfaltigkeit, oder Abwechselung,welchen es durch diese Gegenstellungder Figuren, durch diese Verschieden-heit des Ausdruckes der Ehrfurcht,erhalt, würde, ohne diesen Hirten,ihm mangeln; es würde einförmigerscheinen. Blos anstänvig aberwird es dadurch gar nicht. Mansieht leicht, wohin dieses weiter führt,und daß dadurch keinesweges un-schicklich gewählte Nebenumsiände,wie die in eben diesem Artikel ange-führten Hund und Katze sind, inSchutz genommen werden; denn nichtvon diesen oder jenen, sondern vonsolchen Nebenumstanden (wie wir siein der Natur nennen, aber billig inKunstwerken nicht immer nennen soll-ten) — von solchen Nebenumstan-den überhaupt, sage ich, ist dieRede. —> — Da falsche, oder un-bestimmt und falsch ausgedrückte,Begriffe, nirgends, und am wenig-sten in Theorien, gelitten werdensollten, weil sie den größten Theildes Nutzens, welchen diese noch ha-den könnte», geradezu vereiteln: sohabe ich, diese Anmerkung mir zu er-lauben, kein Bedenken getragen.Man kann zugleich daraus sehen,wie sclstef und schwankend und einsei-tig das Raisonnement über die Künsteausfällt, wenn man Begriffe ausder Schule gänzlich auf sie anwenden