Band 
Erster Band. A - G.
Seite
275
JPEG-Download
 

Com

Com

» Mysterien. Wenn diese gleich an-fänglich nur aus bloßen Auszügen(Prozessionen)- welche die Lcidens->e oder Auftrstchungsgeschichte Christi

i- darstellten, bestanden: so erschienen

>> die spielenden Personen dabey doch

r in einer angenommenen, fremden

n ^ Gestalt; und wahrscheinlicher Weisel> wurden auch sehr balde Gesänge und

Gespräche hinzugefügt, so wie meh-» rere Gegenstände aus der biblischenGeschichte, und aus der Legende,se auf diese Art draniatisch behandelt.>> Ausgemacht ist es aber noch nicht,s ob sie nicht, ursprünglich, blos inlateinischer Sprache abgefaßt gcwe-u sen? Glaublich wird die'es dadurch,» daß sie, als religiöse Darstellungen,r- gn hohen Festen, von Priestern undMönchen, oder doch von den, ihnenr< untergebenen Schulknaben, und, wiees scheint, öfterer, wenigstens an-i' fäuglich, in den Kirchen aufgeführt

6 wurden. Eben so wenig läßt mit

lf Gewißheit der Orr ihres Ursprunges» sich besti, ninen. C. F. Flöget, insGeschichee der foni. Litker. Bd -V.m E. 193 nimmt mit vieler Wahr»^ scheinlichkcit Italien dafür an, obCi er gleich vorher, S. y*l u. f. nachE ‘ Äraboschi, oder Jagemann (Geßch.ä- der sr. Kste. und WisseNsch. in Jtal.'*• B.3. Th. i. S. 4sd u f.) behauptet,

s daß die Italiener vor dem rzten

Jahrh, kein dramatisches Schauspiel-e der Art gehabt hatten, und doch zu.

;t gleich S. <93 nichts wider die, im

c ’ t'ten Jahrhundert in England er-

(' schienene Mysterie von der heil. Ca-

tharina einwendet. Aber, so viel'• >st gewiß, daß, wenn sie gleich, in> n jenen rohen Zeiten, Mittel des Un-törichtes in der Religion für dengroßen Haufen, welcher die Bibele! weder lesen konnte noch durfte, wa.

" ren, sie nicht blos Erbauung zum

3 ‘ swcckehatten. Größrentheils spielte

« * î^uftl die Rolle eines Lust'gma-

» chers darin. Auch wurden sie sehr

" balde in den Landessprachen geschrie-

«75

den; undUeberreste davon zeigen sichnoch in den Spielen der imilniu- inverschiedenen Ländern, beyG-'ec nr-heit christlicher Feste, als des Wey«nachksfestes. u. a. m. Indessen wa-ren yicht alle Stücke, welche den Ti-tel von Mysterien führen, besondersin den spätern Zeiten, geistlichen In-haltes; alle.Stücke höher», oberernsthaften Inhaltes sch.men so be-nannt worden zu seyn; wenigstensbesitze» die Franzosen, unter andern»im Mystère de la destruction d®Troye, ein Mystere de la France,U. d. m. S kjjst. du Theatre franç»

Bd.2. S- 417 und qyy.-

Aus den Mysterien entwickelte«sich jehr balde die so genannten Mo-ralitäten (.bey den Engländern kn»terludes), welche großtentheiis auSeitel allegorischen Personen bestan-den, und durch die, schon in sehevielen Mysterien vorkommenden Per-sonen derHofnung, des Todes, deSGlaubens, u. d. m waren vorberei-tet worden, so wie sie, durch den all-gemeinen Hang zu allegorischer Drch-terey in diesen Zeiten begünstigt wur-de», und diesen wieder begünstigten.(S. den Art. Allegorie.) Indessenunterscheiden sich diese von den ^ y.sterien schon dadurch, daß man Ver-suche zu Charakterzeichnung und roheAnlagen zu einer Verwickelung odereine Arr von Plan, in ihnen wahr-nimmt^, da die Mysterien nichts alSbuchstäbliche Gcschichren aus der Bi-bel, oder aus der Legende darstellen.Natürlicher Weise führte die ver-schlcdene Natur beyder auf diese Ver-schiedenheit. Allein auch in den letz-ter» traten gewöhnlich lustige Perso-nen auf; und es wäre allerdings znverwundern gewesen, wenn zu einerZeit, in welcher die, an den Höfen,und in den Häusern der Großen ge-haltenen Lustigmacher, Theil an denBegebenheiten der wirklichen Welthakten, sie nicht auch i» den Bege-benheiten auf dem Theater eine RolleE 2 härten