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Erster Band. A - G.
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der Zweck der spanischen komischenDichter zu seyn. NatürlicherWeise hat dabey Chakacterentwicke-lung und Schilderung wegfallen,und zugleich, ungeachtet alles Er-findungsgeistes derselben, Einför-niigkeit in die Verwickelung gebrachtwerden müssen. Auch wird durchdie dovpeltcn Liebeshändel, welchein den mehrcstcn Stücken sich befin-den , die Handlung öfterer verwirrt,und das Interesse geschwächt, Aberdie einmahl angelegten und angenom-menen Auftritte, oder Situationen,so unnatürlich sie immer auch imGrunde herbey geführt seyn mögen,sind an und für sich selbst, öftersäußerst interessant, oder komisch, sowie größtenthcils sehr glücklich aus-geführt; und der eigenthümliche,frühere, Zustand der Sitten und Le-bensweise dieses Volkes macht jeneUnwadrscheinlichkeiren nicht blos be-greiflich, 'sondern rechtfertigt solcheauch zum Theil. Sie sind gleichsamJdealistrungcn von dem, was ausVerkleidungen, nächtlichen Zusam-menkünften, sehr scharfen Bewachun-gen des weiblichen Geschlechtes, sehrfeinem Gefühl von Ehre, u. d. m.entstehen kann, und verhalten zu den,in der wirklichen Natur daraus ent-sprungenen Mißverständnissen, Ver-wickelungen und Ebentheuern sich un-gefähr so, wie, in der regelmäßigenKomödie der übrigen Völker, dieCharacrere sich zu den Menschen derwirklichen Welt verhalten. Um sierichtig zu beurtheilen, muß man,wegen des vorher erwähnten frü-hern Zustandes der Sitten in Spa-nien, sich aller Vergleichungen zwi-schen dem spanischen Theater und derKomödie der andern Völker Euro-pens enthalten; und ein neuerer spa-nischer Schriftsteller, I. Andres,hat, meines Bedünkens, sehr Un-recht gehabt, dergleichen zwischendem spanischen und englischen Thea-ter, und dem Lope und Shakespear,

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»N s. Origen, Progressiv y Estadoactual de toda la Literatura (ur-sprünglich italienisch geschrieben)Med. 1784. 8 B. 2. S.296U. f. an.zustellen. So viel ähnliches beydeDichter auch, in einzeln Punkten,vorzüglich in Rücksicht auf Sprache,mit einender haben mögen; so sinddoch die Dichtungen des Spaniersweit entfernter von der wirklichenNatur, als die Dichtungen des Eng- !länders; und eben so wenig als in !irgend einem Stücke des erstem derKampf von Leidenschaften, wie imShakespear so oft und so unnach.ahmlich, dargestellt worden ist, ebenso wenig beruhen die Verwickelungen !in den Lustspielen des letztem aufMißverständnissen, Ehrenhandeln,und dergleichen, außerwesentlichen,oder außerhalb dem Stücke liege»,den Dingen mehr. Indessen bleibtes immer gewiß, daß, obgleich jetztein Theil der Nation selbst mit derBeschaffenheit ihres Theaters über-haupt nicht sonderlich zufrieden juseyn scheint, (S. z. B. den Enl'ayade una Bibl. Efpag. Mad. 1786. 8-B. 3 - S. 85 u. f. S. « 15 u. f.) dochdie Spanier, wie bekannt, und wiees zum Theil auch vorher bemerktworden ist, die eigentlichen Lehrerder Franzosen in der dramatischenKunst gewesen sind. Diese, wie seselbst es auch eingestehen, haben je-nen nicht blos eine Menge einzelnStricke und Situationen, sondernauch ihre eigentliche Tragödie undKomödie überhaupt zu verdanken. —Sammlungen von spanischen Ro-möoien siud sehr viele vorhanden;aber die mehrsten sind mit vielerNachläßigkeit gemacht. Nur seltenkann man sich auf die angegebenenNahmen der Verfasser der Stücke |verlassen; und die mehresten Mahlesind diese höchst fehlerhaft abge-druckt. Alle, mir bekannten spani-schen komischen Dichter, vom Cal-deron an, klagen über diese Mangel. 1