D i ch
409
D i ch
Ursprünge der Critik bey den Deut«fcfieu (vtcsSt. Zàr. 1741.8. c. 162u, f.) die zweyte, und noch strenger,die bald darauf erschienene dritte Aus.gäbe der Gottschedischcn Dichtkunst,in der neuen Vorrede (ebend. St. 6)und in den zwey Schreiben (ebend.St. 1 1) behandelt wurde. Auch Job.G-Meyer ließ „Beurtheilungen" der-selben, Halle ,747. 8- 6 St. druk-kcn. Aber so sehr diese Herren Rechthatten, Gottscheds Werk für höchstmittelmäßig zu halten, und so ge-wiß schon die bloßen Üeberschriftender Kapitel einen Mangel an be-stimmten Begriffen von der Poesieverrathen. eben so sehr beweisen,meines Bcdünkcns, jene Kritiken,daiì ihre Urheber selbst nicht derglei-chen Begriffe hatten, llnd Dinge,welche sie ihm, als unerhört, an-rechneten , B- die Wahl der Bey-spiele , in den ersten Ausgaben, ausseinen eia -nen Gedichten, waren ganzgcwöhnsche, in alten seinen deutschenBeràgern anzutreffende Dinge.UebeUaupt hatte Gottsched nichtstigenes in der ganzen Schrift. Sieist aus andern, auswärtigen, Schrift-strllern, und höchst elend zusannnengeschrieben. Indessen lehrre sie denndoch zu ihrer Zeit, daß Poesie nichtblos in Reimerey besteht. Gott-sched selbst machte unter der Auf-schrift, „Vorübungen," einen Aus-lug daraus für die Schulen; undDvmmerichg Entwurf einer dent-schen Dichtkunst . . . 1703. ist auchburaus genommen. ) — Lhrftn.2 (noc, Teuber (Abhandl. von dervollkommenen Poesie der Deutschen,>u den, ^ten St. S. 387 der Beytr.i lir »>t. Hjstor. der deutschen Spra-ch^) " I. J. Breiringer (Critische, Dichtkunst, wo>-in die poetische Mah-lerey j,, Absicht auf die Erfindung . .untersucht . . . und mit BeyspielenLäutert wird . . . Zür. 1740. 8-i Fottsetznnq der crit. Dichtk. worin! bie po^jsche Mahlerey in Absicht auf
den Ausdruck und die Farben abge,handelt wird . . . Ebene. 174 . 8-Des Vers. Absicht war obnstieitig,den Begriff von Poesie, dem Wesenderselben gemäß, zu bèstimmcii, ober,mit seinen Worten, „den Ursprungund die Natur desjenigen Ergehens,das von der poctischenMahlereyent-springt , zu untersuchen." Unter derpoetischen Mahlerey versieht er, nichtblos den Ausdruck, sondern „dieganze Arbeit der poetischen Nachah-mung und Erdichtung mit allen ih-ren Geheimnissen und Kunstgriffenund Mahlerey und Dichterey findeter nur darin verschieden, daß jenezwar schneller und kräftiger wirkt,aber dafür auch nur Gegenstände,„die dem Auge vernehmlich sind,"darstellen kann, und daß diese ihr?Bilder unmittelbar der Seele eilt»prägt. Aber noch war die Aufmerk-samkeit unsrer Philosophie zu wenigauf die Natur selbst gerichtet gewe»sen, oder vielmehr noch wurde diePhilosophie zu sehr mit philosophi»scheni System oder mit philosophi»scher Form verwechselt, als daß mangenaue und ganz deutliche Begriffe indem Werke erwarten dürfte. Oft istauch die Zweydeutigkeit eines Wor-tes Schuld an einseitigen, unbe,stimmten schwankenden Vorstellun-gen; und daß das Wort, Mahle-rey, hier dergleichen verursacht hat,laßt sich nicht laugnen. Uebrigensfinden sich immer noch, obgleich dasWerk sich langweilig liest, manchegute Bemerkungen darin. Die 13Abschnitte des iten Theiles enthal-ten eine Vergleichung der Mahler-kunst und Dichtkunst; Erklärung derpoetischen Mahlerey; von der Nach-ahmung der Natur; von der Wahlder Materie; von dem Neuen; vondem Wunderbaren und dem Wahr-scheinlichen; von der Aesopischen Fa»bel; von der Verwandlung des Wirk-lichen ins Mögliche; von der Kunstgemeinen Dingen das Ansehen derE c 5 Neu-