14 Assyrische Bowbykia. Handelsverkehr Chinas .
betrieben 1 ). Die Berichte über die Herstellungswei.se und Ornamentik derBombykiagewebe sind äusserst spärlich und beruhen auf nicht immer ver-bürgten Angaben. Aller Wahrscheinlichkeit nach besitzen wir in den Samm-lungen von Originalgeweben auch nicht ein einziges Stück davon; es liegtjedoch die Vermutung nahe, dass einige nicht bestimmt als Seide bezeich-nten Gewebereste bei ihren abweichenden chemischen und physikalischenEigenschaften aus Bombykiafaser bestehen können, da auch ihr äusseresweniger glanzvoll ist. Die Ornamentik der Bombycinas war allem An-schein nach der assyrisch-persischen resp. der ägyptischen Stilrichtuugangepasst und dürfte mit Vorliebe, wenn nicht beinahe ausschliesslich, diedurch Religion geheiligten Pflanzen, Thiere und geometrischen Motive ge-wählt haben. Die assyrische Ornamentik, deren Glanzperiode in das VI.bis VII. Jahrhundert vor Chr. fiel und bekanntlich grosse Prachtliebe ver-riet, äusserte sich weniger in der geläuterten Form des Ornaments, alsin der Anwendung reichen Farbenschmucks, in der Verwendung von Sternen,Kreisen, Linien, Zickzacks u. s. w. verbunden mit dem Tier- und Pflanzen-reiche entliehenen Figuren. Die etwas matte Beschaffenheit der Bombykia-gewebe eignete sich zur farbenreichen Ausschmückung ganz besonders undbrachte infolge der besonderen Feinheit der Textur Effekte zustaude, derenSchönheit uns in den überschwenglichen Ausdrücken indischer und griechi-scher Dichter geschildert wird. Im speziellen weisen einzelne Motive, wiedie häufig geschilderten Palmetteu- und Volutenformen, auf die grosse Nei-gung für lebensvolle schwellende Dekoration, im Gegensatz zur strengen Ge-bundenheit anderer gleichzeitiger Ornamentweisen, beispielsweise der Ägyp-ter, und der gezerrten, schwunglosen Musterung der Chinesen. Die in Redestehenden Stoffarten kommen als ostasiatische Bastgewebe in neuerer Zeitwieder zu Ehren, und es wäre interessant und von praktischem Wert, siemit den originellen assyrisch-persischen Ornamenten auszustatten.
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Der Anfang des III. Jahrhunderts vor Chr. hat in China eine po-litische Umgestaltung mit sich gebracht, die auch für die Geschichte derSeide von folgenschwerer Bedeutung war. Unter der gewaltigen Hand desShi-hoang-ti (249 vor Cht.), des Gründers der Dynastie Tlisin, welcher nachder Vereinigung der sieben einzelnen Königreiche das Werk der Civilisieruugder das damalige China umgebenden wilden Stämme begonnen hat, fangensowohl die innere Ruhe und Ordnung, wie auch der regelmässige Handels-verkehr an Platz zu greifen. Erst seit diesem Zeitpunkte findet man inder schriftlichen Hinterlassenschaft der Chinesen die ersten Andeutungenüber fremdländischen Verkehr und die Völker Westasiens 2 ).
') Men an der. Excerpt.
s ) Klaproth, Tableaux historiques de l’Asie, S. 39. Iiemusat, Recherches surl'extension de l’enipire chinois etc. (Acad. des Inscr. et Bell.-Lettr. Bd. VIII.)