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Erster Band.
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Byzantinische Manufaktur.

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das ausserchinesische Seidengewerbe in erster Linie im parteiischen Reichezur weltberühmten Grösse ] ). Die erste Stätte dieser Industrie war Phönikien und später auch Persien , wo sich die Weberei noch umfangreicher gestaltete,da das Rohmaterial durch die aufblühende einheimische Seidenzucht ingrösseren Quantitäten beschafft werden konnte. Im oströmischen Reichebestanden schon im IV. Jahrh. einige Seidenwebereien, die nach phönikischerArt eingerichtet und betrieben wurden; die byzantinische Seidenindustriehatte dagegen von Anfang an mit Mangel an Rohmaterial zu kämpfen, weildie handelvermittelnden Parther es vorzogen, die an sie gelangende Roh-seide in ihren eigenen Webereien verarbeiten zu lassen. Die Seidenmanu-faktnren von Byzanz, sogenannte Frauenhäuser (Gynäceen), wurden vomStaate bevormundet und unter Aufsicht der kaiserlichen Schatzmeister (co-mites largitionum) gestellt 8 ). Einer gut begründeten Ansicht Buchersgemäss dürften die Gynäceen nicht als im modernen Sinne eingerichtete undverwaltete Fabrikanlagen, sondern als ein vom Staate begründeter Weber-verein der Sklavenfamilien aufzufassen sein.

Kaiser Justinian hatte die grosse Bedeutung der Seidenindustriefür Byzanz erkannt und sie durch allerlei Mittel zu fördern gesucht, aberindem er dieselbe als Kronraonopol erklärte, gab er ihrer Entwickelungvon vornherein eine engbeschränkte Richtung. Die Privatindustrie hatteunter diesen Umständen sowohl infolge der drückenden Konkurrenz bevor-zugter staatlicher Manufakturen, als auch unter dem grossen Steuerdruckzu leiden und schritt nur langsam voran. Bereits in der ersten Hälftedes VI. Jahrhunderts traten die Folgen ärarischer Spekulationen Jus-tinians hervor, die den Wohlstand vieler Stätten des Seidengewerbes inFrage stellten.

Infolge ungeheuerer Ausgaben für Kriegszwecke und der dadurch her-vorgerufenen finanziellen Krise wurde unter anderen auch die syrisch-phönikische Seidenindustrie mit so hohen Steuern belegt, dass ihr Fort-bestehen ernstlich in Frage gestellt wurde; aus dieser hoffnungslosen Lageund dem sie bedrohenden Ruin wurde sie aber durch den arabischen Ein-bruch und dessen weitere Folgen gerettet. Die Weber wanderten aus denblühenden Sitzen des Seidengewerbes, von Tyrus und Berytus zu Tausendennach Persien aus 3 ), wo zunächst keine Beschränkungen obwalteten; späterahmten auch die sassanidischen Perserköuige das Beispiel römischer Cäsarennach und suchten die Privatindustrie durch ärarisches Monopol stark einzu-schränken. Justinian kannte die traurige Lage byzantinischer Seiden-weberei, aber er führte sie auf Schwierigkeiten in der Beschaffung derRohseide zurück und sann beständig, aber vergebens nach Abhilfe.

Der Bedarf nach Rohmaterial für die byzantinische Seidenmanufaktur

') Reinaud, Meru. sur l’Inde (Acad. des Inscript. et Belles-Lettres, Bd. XVIII.)a ) Cod. Theodos. lib. X.

8 ) Procop. Hist. Arcana, cap. XXV. (\ .