Band 
Erster Band.
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Byzantinischer Stil.

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trastierend vom hellen Goldgründe ab. Zu Beginn der justinianischenEpoche ist das vorherrschende Merkmal altbyzantinischer Kunstweberei eineerhöhte Stilisierung der Zeichnung. Die Verstaatlichung der Seidenwebereiist auch auf die Gewebemusteruug nicht ohne Einfluss geblieben, indem dieletztere einen eigenartigen Charakter, sogar eine gewisse Einförmigkeit er-hielt. Stets ist es die Ivleinornameutik, welche Rhomben, Kreise, Herzen,Kreuze u. s. w. in Form von Streumustern und in den verschiedensten Kom-binationen verwendete. Schon bei den alten Griechen war die Streuorna-mentik ihrer Gewänder sehr im Gebrauch, wie die alten Vasengemäldeveranschaulichen; von ihnen ging sie auf die Römer über. Ausserdem machtsich das Netzornament geltend, das durch seine Einförmigkeit in die ganzeRichtung vortrefflich passte und inseltsamer Weise von der phantasie-vollen Musterung der vorherigen undnachfolgenden Kunstperioden absticht.

Allerdings wurden die Streu- undNetzmotive mit grosser Virtuosität, so-wohl im Kolorit wie in der Form be-handelt, so dass diese friihbyzantini-schen Muster noch heutzutage für diemodernen Stoffe kopiert werden.

Die Glanzperiode altbyzautinischerSeidenweberei erstreckt sich vom VI.bis zum IX. Jalirh. unserer Ara; sieverleiht der Gewebeornamentik die alt-orientalische Darstellung der auf my-steriös stilisierten fabelhaften Tierweltberuhenden Musterung, obwohl, wiegesagt, anfänglich die Netzzierweisemit eingesetzten Streumustern noch inder nachjustinianischen Periode einen Fig 4 Byzantinisches Gewebe, vii.-vm. Jahrh.lebhaften Anklang fand und weiter original zu Chur ,

ausgebildet wurde. In der Stilisie-rung findet mau den sich schon regenden Geist der neuen Welt; dieFiguren sind mehr dem wirklichen, als dem phantastischen Leben angepasst;Löwen mit kraftvollen Kopfwendungen, geflügelte Drachen, Adler und flat-ternde Pfauen zeugen von der sich entwickelnden Selbständigkeit. Diespecielle Ausführung der Musterung und ihrer Gruppierung beruhte mitwenigen Ausnahmen auf einer symmetrischen Anordnung ornamentalerGrundformen, obwohl die absolute Symmetrie dem Sinne der klassischenAntike nicht entsprechen mochte und eines der Elemente war, die aus demOrient in die hellenistische Kunst eingedrungen sind. Doch kam der Seiden-webekunst das System der symmetrischen Anordnung sehr zu statten, da da-durch die Technik ungemein erleichtert wurde.