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Die Einfuhr der Fabrikate übersteigt die Ausfuhr um ein Bedeutendes; siebetrug im J. 1887 152638 kg gegen 13605 kg der Ausfuhr.
Die einst so blühende seidengewerbliche Thätigkeit Spaniens lag bisunlängst, infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche des Landes,gänzlich darnieder; erst in neuerer Zeit lässt sich ein Aufleben der Seiden-manufaktur konstatieren, und alles weist darauf hin, dass Spanien demBeispiel Italiens folgen und in absehbarer Zeit wieder nicht nur seinen in-ländischen Bedarf decken, sondern auch am Export, namentlich nach seinenKolonien, regen Anteil nehmen dürfte. Die altherkömmlichen Webstühleenglischen Ursprungs werden nach und nach abgeschafft und durch moderneschweizerische ersetzt. In der am meisten in Betracht kommenden ProvinzKatalonien werden hauptsächlich schwarzfarbige glatte Stolfe, Atlasse, Fail-les, Cachemires, weniger die Fatjonnes, hergestellt. Barcelona erzeugt Stoffeund Posamenten, Saragossa Bänder, Valencia und Murcia Tülle, leichte Mode-artikel, Foulards etc. Die Weberei verfügt über 10—12000 Stühle, wovon1600 mechanische, und produziert für 30—35000000 Frcs. Der Handels-verkehr Spaniens in Seidenfabrikaten lässt sich aus folgender Tabelle er-sehen (für 1893, Wert in Pesetas = Francs).
Einfuhr Ausfuhr
Gewebe . 3779000 1518000
Tüll, Spitzen ... 2166000 76000
Sammete. 1468000 —
Halbseidenfabrikate . 2587 000
10000000 1594000
Portugal verwebt Seide in Lissabon und Oporto und verfügt über<*■ 800 Stühle.
In den Balkan -Staaten bildet die Seidenweberei ein ziemlich verbrei-tetes Gewerbe, über dessen Ausdehnung sich jedoch eine genaue Aufstel-lung nicht geben lässt; doch dürfte die mutmafsliche Anzahl von 16000 Web-stühlen, wovon 6000 dem Fabrikbetrieb angehören, der Wirklichkeit wohluunähernd entsprechen; mechanische Stühle fanden bis vor kurzem nurschwer Eingang, doch steigt ihre Zahl, dank den immer regeren Be-gehungen mit Deutschland und England, stetig und dürfte gegenwärtig3 500 betragen.
Es fällt schwer, über die Seidenweberei Asiens ebenso zahlenmässigzu Berichten, wie über die abendländische, weil dieselbe hier, wie die Seiden-Zu cht, zur vielverbreiteten Hausindustrie gehört, deren Produktionsgrössesich jeder genaueren statistischen Schätzung entzieht. Dies gilt in erstermie für die kleinasiatische Seidenmanufaktur, deren Dimensionen gewöhn-lch unterschätzt werden; dass ihre Produktionshöhe indessen keineswegsgering ist, lässt sich daraus ersehen, dass im Vilayet Diarbekir allein ca.
00 Webstühle thätig sind. Die kleinasiatischen Seidengewebe zeigen die€l genartige, bunte Kleinmusterung und werden meist mit Gold und Silber-