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Erster Band.
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Die übrigen Nährpflanzen des B. mori.

Nährj^flanzen zur Fütterung der Maulbeerraupe verwenden. Inwiefern aberdiese Surrogate auf die Eigenschaften der Rasse und der Seidenfaser ein-wirken, ist bis jetzt noch nicht allgemein festgestellt worden.

Isnard 1 ) fand, dass die Blätter der Rose, des Weissdornes, der Brenn-nessel und der Uline geeignet sind den Maulbeerbaum zu ersetzen, jedochnur für einige Zeit, während auf die Dauer die Rasse der Seidenraupe dadurchgeschwächt wird. In Lyon hat man zuerst Salatblätter als Surrogat bei einemverfrühten Auskriechen der Raupen angewendet 2 * * * ). Diese Ersatzmittel sindindessen unzulänglich, wie Dandolo und Bonafous, zwei berühmte Seiden-züchter, bald ermittelt haben 8 ). Bonafous fand ferner, dass der Papierbaum(Br. papyrifera), obwohl nicht allzu nahrhaft, doch im allgemeinen geeignetist, die Seidenraupe im fünften Lebensalter zu ernähren. In Deutschland wurde eine Unmasse von Nährpflanzen versucht' 1 ), so unter anderem dieAcerarten, mehrere Salix , Tilia, verschiedene Ribes etc. Nach Hazzi 6 )soll man in Schweden in den Blättern des weissfrüchtigen Himbeer-strauches ein passendes Surrogat entdeckt haben. Infolge einer journalisti-schen Fabel, nach welcher ein Baron in Riga mit Rosenblättern guteKokons erhalten haben soll, fingen überall die Versuche von neuem an;es wurden Löwenzahn, Endivie, Schwarzwurzel, Vogelknöterich u. s. w.gefüttert, doch stets blieb der Erfolg ein negativer. In allerjüngster Zeiterschien wiederum eine Zeitungsnachricht, laut welcher die Maulbeerraupeausschliesslich durch die Blätter der Orange, sowie des in Südeuropa einhei-mischen immergrünen Kreuzdornes (Rhamnus Alaternus) erzogen werdenkönne. Es mag dies für das südliche Europa von Belang sein, für Deutsch-land und nördliche Länder hat es kein Interesse. Der asiatische Seiden-wurmdorn (Cudrania triloba), ein 7—8 Meter hoher Baum, seit 1872 inEngland eingeführt, dürfte sich infolge seiner unangenehmen Dornen eben-falls nicht gut eignen 6 ). Nach vielen Versuchen mit einheimischen Pflanzen,wie Löwenzahn (Taraxacum officinale), Ulme, Spinat, Endivie etc., istProf. Harz 7 ) zu dem Ergebnis gekommen, dass die Schwarzwurzel (Scor-zonera hispanica) bei systematischem Verfahren den Maulbeerbaum zu er-setzen vermag. Die Zuchtversuche in Bayern und Baden haben zu aus-sichtsreichen Erfolgen geführt. Auch in Feuerbach hat Schräder mit der

*) Nach einem anonymen, im J. 1756 bei Nicolai in Berlin erschienenen, aus demFranzösischen übersetzten Werke.

а ) Compt. rend. des trav. de la Soc. d’agric. Lyon 1820. S. 148.

8 ) Dandolo, L’art d’dlever les vers k soie, trad. Foulaneilles. Lyon 1825.

Bonafous, De l’dducation des vers h soie. Paris 1824.

4 ) Wochenschr. d. landw. Ver. in Bayern , 1825, S. 810.

б ) Lehrbuch des Seidenbaues. München 1826.

e ) Chcmn. Tageblatt, 7. Dez. 1890.

’) Dr. Harz, Eine neue Züchtungsmethode des Maulbeerspinners Bomb. mor. Umit einer krautartigen Pflanze. Stuttgart 1890.