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Erster Band.
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Erhärten der Fibroinsubstanz.

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identisch sind, wie dies auf den ersten Blick scheinen möchte. Die der Drüseentnommene Seidenflüssigkeit löst sich zum grössten Teil im Wasser, Salz-wasser (5—10%) und in alkalischen Flüssigkeiten, z. B. in einer zehn-prozentigen Potaschelösung; maceriert man daher die Seidendrüse in frischemZustande während 24—48 Stunden mit der letzteren Lösung, so bleibt nurdie Membrane und der Bast zurück, während bekanntlich im fertigen Seiden-faden bei solcher Behandlung das Umgekehrte stattfindet. Es geht somitbei der Umwandlung der Seidenmasse in den Seidenfaden eine Veränderungdes Fibroins vor sich, welche auf die Einwirkung verschiedener Nebensekreteund die Koagulierung des ersteren zurückzuführen ist. Dass diese Koagu-lierung nicht ausschliesslich durch die Drüsen von Filippi bewirkt wird,geht daraus hervor, dass der flüssige Inhalt der Seidendrüse von selbst er-härten kann, wenn mau ihn der Raupe entnimmt; die Fabrikation derAngelschnüre beruht auf dieser Thatsache. Das Starrwerden des flüssigenFibroins kann sogar inmitten einer alkalischen Flüssigkeit vor sich gehenund somit nicht nur, wie bei den übrigen Eiweifsstoffen, durch eine Säurebewirkt werden. Die oben erwähnte Lösung des Fibroins in Potasche schei-det an der Luft bei 20—22° nach einiger Zeit geronnene Klümpchen aus,ähnlich wie sich das Fibrin (Blutfaserstoff) aus der Blutflüssigkeit aus-scheidet, sobald dieselbe aus dem lebenden Organismus ausgetreten ist 1 ); dieAusscheidung kann unmittelbar stattfinden, wenn man diese dem Serumanaloge Fibroinlösung kräftig schüttelt. Begreiflicherweise gleicht der Nieder-schlag in seinen Eigenschaften dem koagulierten Fibroin, d. i. der Seidenfaser.In analoger Weise koagulieren die wässrige und die Kochsalzlösung desFibroins. Es existiert somit eine ausgesprochene Analogie zwischen dem Fibroinu nd dem Blutplasma oder dem Plasmin von Denys, d. i. zwischen demFibroin und einem Gemenge von Globulinen. Im luftverdünnten oder luftleerenRaume geht eine partielle Koagulierung vor sich, d. i. nur insofern, als dievom Niederschlag abfiltrierte Fibroinlösung an der Luft nochmals eine Aus-scheidung liefert. Man könnte also annehmen, dass die Luft insofern dazubeiträgt, das Fibroin starr und unlöslich zu machen, als sie in ihm vielleichtSc hon in der Seidendrüse, jedenfalls im Innern der Raupe, Veränderungen her-v orruft und durch Oxydation einen Teil der Substanz in Produkte überführt,w elche den im Blutplasma vermutlich vorhandenen Säuren und fibrinogenenFermenten analog sind. Schon in der Seidendrüse unterliegt die Fibroinmasseder Wirkung des atmosphärischen Sauerstoffs, die zu ihrem Unlöslichwerdenbeim Austritt aus der Spinnöffnung wesentlich beiträgt; das erste Stadiumdieser Einwirkung, freilich unterstützt durch die Zellenarbeit, sahen wir beid er Bildung des Sericins in der Sammeldrüse. Auch ist es nicht ausge-schlossen, dass dem Bast seinerseits die Rolle zukommt, auf das von ihmttrn schlossene Fibroin katalytisch koagulierend einzuwirkeu. Es dürfte

’) Dubois, Bull, du Laboratoire de Lyon , 1889/90.