Natürlicher Farbstoff der echten Seide.
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eine orange Färbung der Kokonfaser. Man hat auch versucht, die Blättermit künstlichen Theerfarbstoffen zu präparieren, die Raupen unterlagenjedoch dieser allzu stark „nuancierten“ Lebensweise. Wo das Pigment nunauch seinen Ursprung haben mag, es steht fest, dass es mit dem Blute indas seidenerzeugeude Organ eindringt, wo es das Fibroin anfiirbt, und zwarausschliesslich in der Ausdehnung der Sammeldrüse. Die mikroskopischeUntersuchung der Zellen in der letzteren schliesst die Möglichkeit, dassder Blutfarbstoff durch sie modifiziert werden könnte, aus und lässt vielmehrannehmen, dass der Übergang aus dem Blute in das Fibroin nur auf einemOsmoseprozess beruht. Die Querschnitte der Sammeldrüse zeigen andererseits,dass der Farbstoff die Fibroinmasse gleichnnissig durchtränkt und sich nichtetwa ringsum ablagert; die Zonen an der Peripherie zeigen indessen eineetwas stärkere Färbung.
In chemischer Beziehung ist der Farbstoff der gelben Seide in Wirk-lichkeit kein so einfacher Körper, wie dies von Roard und Mulder an-gegeben und später von anderen, freilich ohne weitere Nachforschungen,citiert wurde. Zwar bezeickneten Roard und Mulder den färbenden Be-standteil der Rohseide als „eine gummiartige braunrote Masse“, doch enthältdieselbe u. a. auch mehrere krystallisierte Körper einheitlichen Charakters.Um die letzteren aus der Seidenfaser systematisch zu gewinnen, ist von Duboisfolgendes Verfahren eingeschlagen worden. Die von den Larven befreitenKokons werden mit einer Potaschelösuug von 8°/ 0 in einem luftleerenRaume einige Stunden maceriert, wobei die Lösung eine graue Färbungannimmt. Mit Essigsäure angesäuert, scheidet sie nach einigen Stundeneinen Niederschlag aus, der aus goldgelben Blättchen und farblosen Krystallenbesteht. Der im Kokon nach dieser Behandlung zurückgebliebene grössereTeil des Pigments wird durch eine mehrstündige Behandlung mit Alko-hol von 94° bei gewöhnlicher Temperatur ausgezogen, wodurch die gelbenKokons nun vollständig entfärbt werden, während die alkoholische Lösungeirie goldgelbe Färbung annimmt. Durch Verdampfen des Lösungsmittelsgewinnt man den Farbstoff als einen gelbbraunen, in Benzol, Chloroformün d Äther mit gelber Farbe löslichen Körper; um ihn in seine einzelnenBestandteile zu zerlegen, wird seine Lösung in Schwefelkohlenstoff ver-dunstet, der Rückstand mit absolutem Alkohol aufgenommen, filtriert unddie Flüssigkeit der Krystallisierung überlassen. Nach einiger Zeit bildetsich ein Niederschlag, der sich aus folgenden Elementen zusammensetzt:
1. braunrote Krystalle, die gegen das Licht gehalten braungelb sind(Fig. 97 No. 2),
2. oktaedrische Krystalle, die in ihrer Form und Farbe den Schwefel-krystallen ähneln (Fig. 96 No. 1),
6- hellgelbe Körperchen runder Form (Fig. 99 No. 4),
4. eine gelbliche Masse, wohl ein Gemisch der vorherigen Körper, derenäusserste Verteilung ihre Form nicht erkennen lässt (Fig. 98 No. 3),
5. farblose rautenförmige und hexagonale Krystalle (Fig. 100 No. 5),