Kreuzung der Seidenrassen.
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bracht werden, und dass dann Produktionsunfähigkeit eintreten müsse. DieKreuzung einzelner Rassen untereinander ist somit unentbehrlich und zwar,wie Coutagne richtig ausführt, eine energische Kreuzung zwischen ver-schiedenartigen Rassen von verschiedenen äusseren Eigenschaften. Wenndies auch vom rein theoretischen Standpunkte der Rassenreinheit aus nichtganz ohne Nachteil erscheint, so muss man doch zugeben, dass, da bei derKreuzung lediglich auf die Hauptsache, d. i. auf die Kokonhülle in quali-tativer und quantitativer Hinsicht gesehen wird, diese Methode die einzigrationelle ist, die den europäischen Seidenrassen ihre ursprüngliche Lebens-fähigkeit, wenn auch mit einiger Ungleichmässigkeit verbunden, zu er-halten im stände ist. Die Befürchtung, die sonst jahraus jahrein gleich-förmigen europäischen Rassen einem Polymorphismus auszusetzen, d. i. dieäusseren Formen der Produkte, die Gestalt und Farbe der Kokons ungleich-förmig zu gestalten, thut bis jetzt der allgemeineren Verbreitung derKreuzungsmethode Einhalt. Übrigens ist es sehr wahrscheinlich, dass derB. mori in seinem ursprünglichen Zustande polymorph, d. i. in verschiedenenäusseren Gestalten vorkam, welche noch heutzutage in den UrwäldernIndiens und Chinas als Abarten, B. croesi, B. sinensis etc. sich finden.Durch natürliche Umstände und äusserst sorgfältige künstliche Aufzuchtist seine Rasse mehr homogen im allgemeinen, weniger einheitlich undcharakteristisch im einzelnen geworden, indem gleichzeitig seine Wider-standsfähigkeit und Fruchtbarkeit verringert wurden. Es ist eine erwieseneThatsache, dass im Kampfe ums Dasein der wilden Seidenrassen die Ursacheihrer Kraft liegt; auch sind sie zeugungsfähiger und dies selbst in denRassen, die mehrere Bruten im Jahre hervorbringen (mehrerntige Rassend es B. mori); in den letzteren sind sogar einige Fälle der Parthenogenesis(Selbstbefruchtung) beobachtet worden. Es lässt sich mit einiger Sicher-heit behaupten, dass, wenn die Zellengrainierung bei mikroskopischer Unter-suchung der Schmetterlinge fast volle Garantie betreffs der Fleckkrankheitliefert, die Rassenkreuzung wahrscheinlich die Bekämpfung der Schlaf-sucht ermöglichen wird. Es wurde aus diesem Grunde die Kreuzung dere uropäischen Rasse mit verschiedenen asiatischen vorgenommen und an-scheinend mit gutem Erfolge durchgeführt; bald aber stellte sich heraus,dass die gekreuzten Rassen von ihren asiatischen Grosseltern die störende^ugenschaft geerbt hatten, doppelte Kokons (douppions) zu spinnen, sowiecrner, dass diese Mestizen wohl in der ersten Generation verschmolzen^ le ben, in den nachfolgenden aber der Atavismus jeder einzelnen scharfcrvortrat. Thatsächlich ist durch diese Versuche bewiesen worden, dassei der Kreuzung einfacher Rassen eine unter dem Namen „Rückschlag/u tn Ursprungstypus“ (retour aux types) bekannte zoologische Erscheinungluge tritt, laut welcher ein Teil der ersten Generation, wie bei derre Uzung der gelben französischen Rasse x ), oder die gesamte zweite, dritte
*) Maillot, Leyons sur les vers ä soie du umrier, 1885, p. 261.
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