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verbot man 1435 die Ausfuhr der Maulbeerblätter, der Kokons und Seide;1488 verpflichtete man alle Züchter, den Ertrag ihrer Ernte anzugeben.Der weisse Maulbeerbaum ist, wie uns Bongi berichtet, im XV. Jalirh.durch Buonvicino nach Pescia in der Provinz Lucca gebracht worden.Das die Seidenkultur betreffende Prohibitivsystem wurde auch in Florenz 1443 angewandt. Alle diese Mafsregeln sowie hohe Abgaben hatten zurFolge, dass sich die Bauern der Einführung der Kultur häufig widersetzten.Man beklagt sich über diese Gleichgiltigkeit noch im XVI. Jahrh.; andere,wie Mercuriali und de Forli , berichten in einem im J. 1570 publizier-ten Buche, dass die Fortschritte infolge Mangels an Maulbeerplantagen nurlangsame seien. Dagegen wurde von Casola in dem Berichte über seineReise nach Jerusalem im XV. Jahrh. der Aufschwung des Seidenbaues zuVicenza hervorgehoben. Es mag auch beiläufig erwähnt werden, dass manim XVI. Jahrh. in Calabrien Seidenwürmer wilder Rasse fand und ihreKokons.. abhaspelte. Erst gegen Ende des XVI. und im XVII. Jahrh.ging die allgemeine Verbreitung der Kultur vor sich, die Ernteerträgnissewuchsen fortwährend. Le Tellier, Verfasser einer kurzen Abhandlungüber die Art und Weise, Seidenwürmer zu nähren, sagt 1602: „Die Italienerhaben sich, in Erkenntnis des hieraus erwachsenden Nutzens, dieser Kulturderart hingegeben, dass sie sich wie Schwämme mit Gold und Silber ange-füllt haben, und andere Länder durch die bei ihnen erzeugte Seide beglücken!“Seit diesem Zeitpunkt hat der Seidenbau, der eine der reichsten Quellendes Nationalwohlstandes werden sollte, eine stetige Entwickelung genommen,jedoch nicht, ohne von Zeit zu Zeit auch wieder einen Rückschlag zu erleiden.
Unter den europäischen Ländern ist Italien für die Seidenzucht amwichtigsten. In der Provinz Lombardei , wo dieselbe am meisten betriebenwird, konzentriert sie sich um Mailand, Pavia, Cremona und Brescia , in derProvinz Venedig hauptsächlich um Verona und Udine ; speciell ist es dieUmgegend von letzterem (italienisches Friaul ), die sehr geschätzte Produkteliefert; Kokonmärkte haben ihren Sitz in Mantua, Udine und Feltre . InPiemont ist die Zucht der Seidenraupe ein allgemeines, häusliches Gewerbe, unddie Zahl der Märkte ist sehr zahlreich: Turin, Alessandria, Novara , Racconigi,Cuneo, Carmagnola, Saluzzo u. a. Auf Sicilien liegen die wichtigeren Centrenin der Umgegend von Messina, Palermo und Catania, namentlich um Mes-sina, Castroreale und Mistretta. Die Provinzen Marken, Umbrien und Cala-brien haben ihre Kokonmärkte in Fossombrone, Osimo, Urbino, Spoleto ,Reggio, Neapel, Cosenza, Benevento u. s. w. In Toscana sind die ThälerArno, Chiana, Mugello und Siena von Bedeutung; Florenz, Pisa, Siena und Lucca sind ihre Märkte. Die italienische Seidenkultur erstreckt sichauf etwa 12000 von zusammen 17000 Gemeinden; hauptsächlich befasst mansich mit den einheimischen Rassen, sowohl für Kokonproduktion, wie z lirAufzucht, worüber folgende Tabellen, welche die Mengen der ausgebrütetenRaupeneier darstellen, Aufschluss geben (in Unzen von 27 g):